AXEL RETZ

Alles mit Ansage

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03.09.2015 07:29:00

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Schwarzer Montag



In meinem Beitrag hier vom 5. August schrieb ich: "Für die Wall Street stehen die Zeichen auf Sturm, meine ich. Gestartet werden kann der Abwärtsspaß jetzt jeden Tag. Der 24. August verdient aber in jedem Falle Ihre besondere Aufmerksamkeit." Und wenn Sie in den Kalender geschaut haben, dann wissen Sie nun, dass ich vom vergangenen Montag gesprochen habe. Der australische "Syndey Morning Herald" titelte "Bloody Monday" und selbst die der kommunistischen Partei Chinas nahestehende "People’s Daily" sprach von einem schwarzen Montag. Mittlerweile passierte das, was in solchen Fällen immer zu passieren pflegt: Diejenigen, die bis dahin die Mär der niemals enden werdenden Hausse in die Ohren geblasen haben, haben es auf einmal alle kommen sehen. Und sie erklären uns, dass China für die Weltwirtschaft gar nicht so wichtig sei und die Abwärtsbewegung ja auch überfällig und letztlich gesund sei. Nun ja, geschenkt.



Quelle: www.secretz-online.de

Ein Absturz des Shanghai Composite um 43 Prozent seit Mitte Juni ist aber keineswegs so etwas wie eine "gesunde Korrektur", so etwas nennt man einen Crash. Und wenn die chinesische Wirtschaft für die Weltwirtschaft doch gar so bedeutungslos ist, wie sieht es dann mit Russland aus? Oder mit Brasilien? Zusammen mit Indien bildeten diese Länder die sgn. BRIC-Staaten, die früher als der Motor der Weltwirtschaft galten. Mit einem Minus von 72 Prozent seit dem Allzeithoch hat sich der russische RTX bei den Bullen abgemeldet, im brasilianischen Bovespa sind es 28 Prozent. Einzig der indische BSE Sensex hält sich bis jetzt noch relativ tapfer.



Quelle: www.secretz-online.de

All die, die entweder aus Überzeugung oder aber in loyaler Erfüllung des Auftrags ihrer Arbeitgeber nun die Beschwichtigungstrommel rühren, sollten sich auch diesen Chart einmal ansehen. Da hilft nun einmal kein Drucksen und Genieren: Die vom Märztief 2009 ausgehende Aufwärtstrendgerade des S&P 500 wurde (ich berichtete) zuerst in aller Stille seitwärts unterboten, nun folgte der erste Abwärtsschub. Der erste, denn weitere werden folgen. Und eines dürfte auch klar sein:

Ich habe immer wieder betont, dass ich tausendmal eher an ein weiteres Quantitative Easing Paket der Federal Reserve glaube als ein die angekündigte Zinswende. Zur Gesichtswahrung könnte man ja auch beides gleichzeitig machen: Hier minimal an der Zinsschraube drehen und dort ein gewaltiges neues Kaufprogramm für Anleihen auflegen. Die EZB zumindest hat ja gestern bereits angekündigt, ihre Anleihekäufe ggf. weiter erhöhen zu wollen. Wo sie damit bis jetzt Erfolg gehabt hätte, weiß ich nicht. Aber die Notenbanken haben nichts mehr als ihre virtuellen Gelddruckmaschinen. Und die werden sie nutzen, bis uns der ganze Schwindel um die Ohren fliegt. Momentan läuft eine Aufwärtskorrektur. Ihr Ende auf den Tag genau zu bestimmen, traue ich mir nicht zu. Aber verpassen werde ich es ganz bestimmt nicht!

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