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Ausblick: Was Börsenprofi Dr. Jens Ehrhardt für 2018 erwartet

Ausblick: Was Börsenprofi Dr. Jens Ehrhardt für 2018 erwartet
28.12.2017 02:30:00

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Währungsrisiken 2018 im Blick behalten



Störend könnte sich für einen neuen US-Konjunkturaufschwung ein erneuter Anstieg des Dollars auswirken. Auch die Weltkonjunktur spielt dabei eine zentrale Rolle. Zuletzt war der Anstieg der Unternehmensgewinne in den USA fast ausschließlich durch die bessere Weltkonjunktur verursacht. Die Gewinne der Inlandsunternehmen stagnierten hingegen. Eine Euro-Aufwertung wie 2017 wäre also konjunkturell und börsenmäßig Rückenwind für die Wall Street. Andererseits dürfte das Wachstum in Europa positiv überraschen, da die Zinsen und der Wechselkurs sehr wachstumsfördernd sind. Erst ein neuer Euro-Anstieg könnte Konjunktur und Börsen in Europa bremsen, in den USA andererseits fördern. Die Währungsentwicklung wird also ähnlich wie 2017 sehr wichtig sein.

Die EZB wird weiterhin alles tun, um den Euro unterbewertet zu halten. Die europäische Einheitswährung ist etwa 15 Prozent zu billig gegenüber dem US-Dollar. Sollte der neue EZB-Präsident ab November 2019 die Draghi-Politik nicht fortsetzen, könnte sich der Euro allerdings dramatisch erholen. Die Börse könnte eine solche Entwicklung frühzeitig vorwegnehmen. Ein Euro-Absturz ist 2018 damit nicht zu erwarten. Vorübergehende Rückgänge sind allerdings angesichts des hohen Euro-Optimismus an den Terminmärkten wahrscheinlich. Insgesamt dürfte der in Euro denkende Anleger gut beraten sein, auch 2018 Fremdwährungen weitgehend abzusichern. Eine Ausnahme könnte der Japanische Yen bilden. Denn ähnlich wie der Euro ist der Yen gegenüber dem Dollar fundamental deutlich unterbewertet.

Tendeziell gute Aussichten für den asiatischen Aktienmarkt



Ist schon der europäische Aktienmarkt gegenüber den USA um 20 Prozent unterbewertet, so gilt dies umso mehr für die Schwellenländer-Börsen. In diese Märkte flossen 2017 Fondskäufe von insgesamt 79 Milliarden US-Dollar und damit mehr als in den letzten sieben Jahren. Dennoch haben die Schwellenländer in Dollar gerechnet ihr Hoch aus dem Jahr 2007 noch nicht wieder erreicht. Mit Blick auf die niedrigen Bewertungen sollten neue Indexsteigerungen möglich sein. Bei höheren US-Zinsen und Abwertungen von Schwellenlandwährungen gegenüber dem Dollar sind allerdings niedrigere Rohstoffpreise, inklusive Öl, und dadurch konjunkturelle Belastungen in diesen Ländern nicht auszuschließen.

Auch in Asien muss deshalb zunehmend selektiv investiert werden. Die Wachstumsraten dürften aber deutlich höher bleiben als in den USA und Europa. Bei einem Dollaranstieg könnte sich die seit der Finanzkrise gewachsene Verschuldung in Dollar in diesen Ländern negativ auswirken. In Landeswährung sind dann diese Kredite schwerer zu bedienen, was konjunkturell bremsend wirkt. Viel spricht aber dafür, dass Bevölkerungswachstum und hohe Produktivität in diesen Ländern zu sehr guten Wachstumsraten führen werden, was die Aktienmärkte weiterhin tendenziell begünstigen sollte.

Auf Seite 4: China auf Wachstumskurs



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