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ROBERT HALVER

Die Abschaffung des Bargelds: Cash in der Täsch - aber wie lange noch?

Die Abschaffung des Bargelds: Cash in der Täsch - aber wie lange noch?
27.05.2015 06:47:00

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Und nun? Wie kommt das Spargeld in die reale Wirtschaft?



Damit deutlich weniger gespart bzw. entspart wird und stattdessen mehr konsumiert wird, träumen die Bargeldabschaffer von einer Konjunkturstarthilfe der besonderen Art. Man muss den Konsum-immobilen Bürgern der Eurozone die Lust am Sparen nehmen: Die EZB müsste ihre Leitzinsen deutlich unter null fallen lassen und über üppige Liquiditätspolitik zusätzlich dafür Sorge tragen, dass ebenso Staatspapiere und Hypothekenanleihen keine positiven Renditen mehr abwerfen.

Auf dem Höhepunkt der Immobilienkrise hatte die US-Notenbank bereits überlegt, Negativzinsen von vier bis fünf Prozent einzuführen, um das Sparen zu ächten. Bei uns wäre diese Maßnahme vermutlich besonders wirkungsvoll, denn bei uns wird im Gegensatz zu Amerika wirklich gespart. Was für ein dem Wirtschaftswunder ähnliches Wachstum könnte erreicht werden, wenn auch nur Teile der 6,4 Billionen Euro Spargeld der Eurozone den Weg in den Konsum fänden?

Negative Zinsen passen nicht zu einem Bargeldsystem…



Leider hat die Sache einen dicken Haken, leider ist in unserem Bargeldsystem bei Zinsen von null Schluss. Denn würden die Zinsen und Renditen deutlich unter null fallen, geht das Geld nicht mehr als Spargeld zur Bank oder Sparkasse, sondern als Bargeld in den Keller oder unter die Matratze. Nur so entkämen die Bürger dem Zinsnachteil einer Spareinlage bzw. kämen in den Genuss eines Zinsvorteils. Doch dann ginge unsere Finanzwelt ein wie ein Primelchen in der Urlaubszeit, wenn es von den Nachbarn nicht gegossen wird. Der Bank Run, der Ansturm auf die Banken, die Schlacht um das wenige Bargeld, das nur ca. fünf Prozent der gesamten Geldmenge des Euro-Währungsraums ausmacht, würde zur Pleite des Euro-Bankensystems führen. Und die Realwirtschaft hätte sich am Ende auch ähnlich wenig bewegt wie eine Lokomotive beim Streik der Gewerkschaft der Lokführer.

Auf Seite 5: …aber was nicht passt, kann ja passend gemacht werden!



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