STANDPUNKTE

Portfolioaufbau: Auswege aus dem Renditedilemma

Portfolioaufbau: Auswege aus dem Renditedilemma
10.06.2015 08:30:00

Seite 2 von 2



Weiterhin sollten Anleger einen realistischen Anlagehorizont haben. Viele Investoren legen ihr Geld entweder zu kurzfristig an - und erwirtschaften deshalb kaum Rendite - oder binden ihr Geld über einen unnötig langen Zeitraum und nehmen sich damit die Möglichkeit, auf Rückschläge oder Chancen zu reagieren. Idealerweise sollten Anleger einen Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren verfolgen.

Im Portfolio sollten auf jeden Fall verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Rohstoffe vertreten sein. Als kleiner Renditeturbo können Hochzinsanleihen beigemischt werden. Doch wie sieht eine realistische Rendite heutzutage aus? Bei durchschnittlicher Risikoneigung lassen sich etwa 2,5 Prozent durchaus erwirtschaften. Was einst problemlos mit Staatsanleihen erzielt werden konnte, erfordert heute schon ein gewisses Risiko.

Ist das Portfolio zusammengestellt, gibt es zwei Versuchungen. Die erste lautet: kaufen und liegen lassen. Die berühmten Schlaftabletten von Kostolany werden eingenommen und fünf bis zehn Jahre wird nichts am Depot geändert. Das kann heute allerdings böse Folgen haben, denn die Märkte sind deutlich volatiler geworden. Anleger sollten deshalb antizyklische Chancen nutzen und beispielsweise bei Rückschlägen nachkaufen.

Die zweite Versuchung ist das ständige Umschichten. Läuft eine Anlage nicht wie erwartet, wird sofort verkauft. Steigt die Anlage, wird sie wieder gekauft. Solches Verhalten ist fürs Portfolio sehr schädlich. "Hin und her macht Taschen leer", lautet die bewährte Börsenweisheit. Anleger sollten dem Umschichtungsreiz widerstehen und nicht auf jeden fahrenden Zug aufspringen. Überhaupt gilt heute für das Portfoliomanagement: Flexibilität ist das Gebot der Stunde. Diese Flexibilität darf allerdings nicht mit Aktionismus verwechselt werden. Bleibt man guten Entscheidungen treu, dürfte dem Erfolg des eigenen Portfolios nichts im Wege stehen.

Auf Seite 3: Im Profil



Anja Welz

Welz ist Finanzökonomin und zertifizierte Finanzplanerin CFP. Sie war Geschäftsstellenleiterin und Betreuerin vermögender Kunden in der genossenschaftlichen Bankengruppe, bevor sie 2005 zur Laureus Privat Finanz kam. Laureus ist ein Tochterunternehmen der Sparda-Bank West, einer der größten Genossenschaftsbanken Deutschlands, und hat sich auf die individuelle Beratung vermögender Kunden spezialisiert.

Seite: 1 | 2

Indizes in diesem Artikel

DAX 15.399,65
1,34%
pagehit