DIRK ELSNER

Überweisen mit WhatsApp und Co

Überweisen mit WhatsApp und Co

WKN: A1JWVX ISIN: US30303M1027 Facebook Inc.

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21.02.2019 - 16:44
20.11.2015 07:22:00

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Ich halte das Potenzial der Integration von Bezahlfunktionen in sogenannte Messenger-Dienste für Smartphones für deutlich erfolgversprechender als das Bezahlen im Geschäft. Ich schrieb bereits vor zweieinhalb Jahren über diese "Killer Apps" für das mobile Bezahlen. Als Killer-Applikation bezeichnet man eine Anwendung, die einer Technik zum Durchbruch hilft. In China sind Zahlungen per Wechat, Alipay oder Baidu auf dem Weg sich zum Standard zu entwickeln. Alipay gehört zu Ant Financial, dem mittlerweile unabhängigen Finanzarm von Alibaba. Wechat ist ein Kommunikationstool des chinesischen Internet- und Telekommunikationsriesen Tencent. Damit können sich Personen in China untereinander Geld überweisen und auch in Geschäften bezahlen. Die App wird häufig mit WhatsApp verglichen, weil sie ursprünglich auf reine Nachrichtendienste beschränkt war. Über Wechat ist Tencent schon vor zwei Jahren in das elektronische Bankengeschäft eingestiegen. Mittlerweile sollen laut Informationen des Branchendienstes Techcrunch allein 200 Millionen Personen die Zahlungsfunktionen nutzen. Insgesamt hat der Dienst über 600 Millionen aktive Nutzer.

WhatsApp lässt solche Funktionen bisher vermissen. Das Unternehmen wurde bekanntlich von Facebook gekauft. Facebook hat neben WhatsApp aber noch seinen Facebook Messenger im Programm. Und dieser bietet seit dem Sommer dieses Jahres bereits Zahlungsfunktionen. Bisher ist die Anwendung nur auf die USA beschränkt.

So beschreibt Facebook, wie das Bezahlen per Messenger funktioniert:
So tätigst du eine Zahlung:
1. Öffne einen Chat mit dem Freund/der Freundin, dem bzw. der du die Zahlung zukommen lassen möchtest
2. Klicke auf und gib den gewünschten Betrag ein
3. Klicke auf "Weiter", um deine Debitkarte hinzuzufügen und klicke dann auf "Zahlen"
So empfängst du eine Zahlung:
1. Öffne die Unterhaltung mit der Zahlung, die ein(e) FreundIn dir gesendet hat
2. Klicke in der Unterhaltung auf "Karte hinzufügen" und füge zum Empfangen von Zahlungen deine Debitkarte hinzu.
Quelle: Facebook


Facebook weist darauf hin, dass es bis zu 3 Werktage dauern kann, bis das Geld bei der Bank zur Verfügung steht. Das ist ein Hinweis darauf, dass Facebook hier keine eigene Zahlungsverkehrinfrastruktur aufgebaut hat, sondern das Bankensystem nutzt. Facebook bietet, wenn man es so sehen will, einfach eine bequeme und moderne Benutzeroberfläche. Immerhin, die Seiten stehen auch in deutscher Sprache zur Verfügung, was darauf hindeuten könnte, dass wir diesen Service auch bald in Deutschland sehen könnten. Dass Facebook den Dienst auf weitere Länder ausweiten will hat David Marcus im Oktober angekündigt. Facebook hat Marcus übrigens von einem im Zahlungsverkehr sehr erfolgreichen Technologiekonzern abgeworben, von PayPal.

Und zu PayPal gehört Venmo. Venmo soll der weltweit am schnellsten wachsende Dienst für Peer-to-Peer-Überweisungen sein. Das auf den Finanzsektor spezialisierte Beratungsunternehmen Aite Group will laut Computerwoche herausgefunden haben, dass derzeit 19 Prozent solcher Transaktionen über diesen Dienst erfolgen. Im dritten Quartal 2015 wurden laut PayPal mobile Zahlungen von 2,1 Milliarden Dollar mit Venmo getätigt - vor einem Jahr waren es noch 700 Millionen Dollar.

Warum die internationale Verbreitung der Peer-to-Peer-Zahlungen nicht noch schneller geht, dürfte auch an den gesetzlichen Auflagen liegen. Die regulatorischen Herausforderungen, die die Techkonzerne selbstverständlich ebenfalls einhalten müssen, sind nicht trivial. Hier sind insbesondere die Vorschriften zur Geldwäsche zu nennen und zur Einhaltungen von Embargos. Viele Banken haben hier nach Verstößen schon empfindliche Strafen zahlen müssen.

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Bildquelle: Innovecs GmbH

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