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Unterdrückte Verkaufssignale

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14.05.2014 14:36:00

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US-Arbeitsmarkt: Toter Hase

Aber auch auf einem anderen Gebiet wollen Fakten und offizielle Verlautbarungen nicht recht zusammenpassen: Entweder alle Volkswirte dieser Welt hatten sich im Vorfeld der am Freitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten für April verrechnet. Oder aber die auf 6,3 Prozent gepurzelte Arbeitslosenquote hatte einen anderen Grund. Vermutlich trifft Letzteres zu. Denn die von John Williams von www.shadowstats.com berechnete, tatsächliche Arbeitslosenquote liegt bei 23 Prozent (s. rote Kurve im Chart).

Quelle: www.shadowstats.com

Und diese Berechnung dürfte richtig sein. Denn die sgn. Erwerbsquote, also die Zahl der US-Bürger, die entweder eine Arbeit haben oder aber auf der Suche nach einem neuen Job sind, ist seit Beginn der Finanzkrise kontinuierlich weiter gefallen und liegt heute mit 63,2 Prozent auf einem 35-Jahres-Tief. In einem gesunden Arbeitsmarkt aber müsste diese Quote steigen anstatt zu fallen. Und: 37 Prozent aller Arbeitslosen sind bereits seit mehr als sechs Monaten ohne Job. Seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahre 1948 war die Zahl dieser Langzeitarbeitslosen nie höher. Und selbst wenn die schönen Aprilzahlen wirklich wahr wären: Über die Art der neuen Jobs sagen sie gar nichts aus.

Franz Steinkühler, bis 1993 Vorsitzender der IG Metall, hat es in puncto Statistik einmal auf den Punkt gebracht: "Ich denke bei Statistik an einen Jäger, der an einem Hasen bei ersten Mal links vorbei schoss und beim zweiten Mal knapp rechts vorbei. Im statistischen Durchschnitt ergäbe das einen toten Hasen."

Quelle: www.markt-daten.de

Zur tatsächlich also alles andere als entspannten Verfassung des US-Arbeitsmarktes kommt hinzu, dass die Kaufkraft derjenigen, die in Lohn und Brot stehen, kontinuierlich sinkt, wie der Langfristchart der Gesamtvergütung der Arbeitnehmer zeigt. Der neue Aufschwung in den USA darf daher mit Fug und Recht angezweifelt werden.

Auf Seite 3: Vertuschte Abwärtswende

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