DIRK ELSNER

Warum ETFs bei der Geldanlage immer wichtiger werden

Warum ETFs bei der Geldanlage immer wichtiger werden
11.09.2015 19:00:00

Die "Exchange Traded Funds" sind börsengehandelte Investmentfonds, die bestimmte Indizes nachbilden. Sie spielen eine immer wichtigere Rolle bei der Geldanlage. Mit Thomas Pfaff, dem Chef des Sparkassen Brokers, habe ich über die Rolle von ETFs bei der Vermögensanlage, den FinTech-Boom und die Positionierung der Sparkassen im digitalen Wandel gesprochen.



Thomas Pfaff verantwortet als Vorsitzender des Vorstands beim Sparkassen Broker unter anderem die Bereiche Vorstandsstab & Gesamtbanksteuerung, Personal, Finanzen/Controlling sowie Organisation/IT.

Welche Rolle spielen heute ETFs bei der Geldanlage im Vergleich zu vor 10 Jahren und wo wird diese Entwicklung hingehen?
Als vor 15 Jahren die ersten ETFs an die deutsche Börse kamen, konnte noch niemand ahnen, welche Bedeutung die Indexfonds in Zukunft haben würden. ETFs haben sich als Anlageprodukt heute fest etabliert: Mittlerweile verwalten sämtliche Indexfonds, die an der deutschen Börse gehandelt werden, mehr als 300 Milliarden Euro - und die Beliebtheit der passiven Anlageprodukte wird in den kommenden Jahren noch weiter zunehmen. Langfristig und gerade in Zeiten niedriger Zinsen sind Wertpapiere ein wichtiger Baustein für die Altersvorsorge. Dabei kommt den ETFs eine entscheidende Bedeutung zu, denn diese sind gerade für Börsenneulinge günstig zu erstehen und einfach zu verwalten. ETF-Sparpläne sind ideal, um regelmäßig auch mit kleineren Geldbeiträgen in Wertpapiere zu investieren. Unser Angebot haben wir deshalb stark ausgebaut und gehören derzeit mit knapp 500 sparplanfähigen ETFs zu den führenden Anbietern von passiven Sparplänen am deutschen Markt.

Es gibt ja mittlerweile echte Strategie-ETFs, wie etwa Short-ETFs. Wie sollen Kunden hier noch den Überblick behalten?
Bei jeder Wertpapieranlage sollten sich die Kunden sehr genau über die verschiedenen angebotenen Produkte informieren, um Chancen und Risiken möglichst gut abschätzen zu können. In der Regel eignen sich bspw. Short-ETFs eher für erfahrene Anleger und Börsenprofis, die Risiken wie die Problematik der Pfad-Abhängigkeit korrekt einschätzen können. Das gilt erst recht für gehebelte ETFs. Börsenneulinge sollten bei speziellen Strategie-ETFs überlegt handeln, denn die Kosten steigen, je komplexer die Strategie ist. Diese Fonds eignen sich insbesondere als Beimischung.

Der S Broker bietet ja selbst keine Beratung an. Wie unterstützt der S Broker die Kunden bei der Produktauswahl?
Der Sparkassen Broker ist eine Online-Plattform, über die Trader komfortabel und einfach Wertpapiere kaufen und verkaufen können. Wir unterstützen unsere Kunden bei der Suche nach dem passenden ETF mithilfe des Fondsfinders auf unserer Webseite und bieten darüber hinaus attraktive ETF- und ETC-Aktionen an. Außerdem bieten wir im Rahmen unserer S Broker Akademie immer wieder Webinare zum Thema ETF an, zum Beispiel mit unserem Produktpartner ETF Securities. 2014 haben über 11.000 Teilnehmer unser Webinar-Angebot genutzt, um sich rund ums Thema Trading weiterzubilden. Wir geben aber, wie Sie richtig gesagt haben, keine Empfehlungen für Wertpapiere ab. Bei konkreten Fragen beispielsweise zum Thema Altersvorsorge steht den Anlegern die Wertpapierberatung der Sparkassen zur Verfügung. Knapp 90 Prozent unserer Trader sind Sparkassenkunden.

Auf Seite 2: Pfaff über den FinTech-Boom



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Bildquelle: Innovecs GmbH

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