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Welche Aktien Sie nicht brauchen

Welche Aktien Sie nicht brauchen
21.12.2016 05:15:00

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Der Automobilindustrie steht der große Umbruch noch bevor. Sie zählt möglicherweise zu den nächsten Opfern staatlicher Eingriffe. Immer deutlicher zeichnet sich ab, dass die Industriestaaten die Elektromobilität aufgrund des Klimawandels weiter vorantreiben und auch gegen massive Widerstände durchsetzen werden.

Dieser Strukturwandel trifft die deutschen Produzenten hart. Sie stellen momentan zwar ihre Produktpalette um, läuft alles gut, könnte die für Deutschland wichtigste Branche jedoch auch in künftigen Jahrzehnten zu den Weltmarktführern zählen. Der Technologieumbruch kostet aber erst einmal Milliarden. Neue Rivalen, die zuvor gar keine Kraftfahrzeuge bauten, könnten in den Markt drängen.

Hinzu kommen konjunkturelle Risiken. Der Absatz der zyklischen Kraftfahrzeughersteller florierte in den vergangenen Jahren, sodass eine Verschnaufpause nicht verwundern würde.

Außerdem findet ein kultureller Wandel statt. Bei jungen Großstädtern hat das Smartphone das eigene Auto als Statussymbol längst abgelöst.

Die Häufung aus kurz- und langfristigen Risiken hat Automobilaktien in der Gunst der Anleger bereits sinken lassen. Gemessen an ihren aktuellen Gewinnen müssten die Kurse deutlich höher stehen als zurzeit. Die niedrige Bewertung könnte sich allerdings als gerechtfertigt erweisen, da die viele Jahre dauernde Umstellung auf emissionsarme Energieträger erhebliche unternehmerische Risiken birgt. Es ist nicht auszuschließen, dass vielen Autobauern eine lange Periode mit enttäuschenden Gewinnen ins Haus steht.

Als Quality-Growth-Investoren geben wir daher Einzelaktien mit grundsätzlich positiven Zukunftsaussichten den Vorzug. Für attraktiv halten wir beispielsweise deutsche Bluechips aus den Sektoren IT und Industrie. Sie weisen ein besseres Chance--Risiko-Verhältnis auf als bedrängte Firmen, denen kostspielige Rückzugsgefechte drohen.

Sven Krause: Der Autor ist Leiter des Fondsmanagements Aktien bei der LBB-Invest und gelernter Bankkaufmann. Krause studierte an der Technischen Universität Berlin Betriebswirtschaftslehre. 1992 startete er seine Karriere als Aktienanalyst im Bereich German Small Caps bei der Landesbank Berlin. Die LBB-Invest ist eine Tochter der DekaBank und betreut ein Anlagevolumen von derzeit mehr als elf Milliarden Euro.

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