US-MARKTBERICHT

Aktien New York Schluss: Erholungsversuch verpufft

Aktien New York Schluss: Erholungsversuch verpufft
11.12.2018 22:33:43

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Erholungsversuch der Wall Street am Dienstag ist verpufft. Nach einem starken Start schmolzen die Gewinne beim Leitindex Dow Jones Industrial (Dow Jones 30 Industrial) am Dienstag schnell zusammen. Zum Schluss stand ein Minus von 0,22 Prozent auf 24 370,24 Punkte zu Buche. Am vergangenen Freitag hatte das Barometer mit dem prozentual größten Wochenverlust seit März geschlossen und sich am gestrigen Montag am Ende nur knapp ins Plus gerettet.

Damit bewahrheitete sich zumindest vorerst die Einschätzung der Experten vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar: Sie hatten von "Schnäppchenjägern" am Aktienmarkt gesprochen und "eine kleine Atempause im Abwärtstrend" wahrgenommen, "auch wenn diese nicht von Dauer sein dürfte".

Nur wenig besser als dem Dow erging es am Dienstag den anderen Indizes: Der marktbreite S&P 500 verabschiedete sich 0,04 Prozent tiefer bei 2636,78 Punkten, während der technologielastige NASDAQ 100 immerhin ein Plus von 0,32 Prozent auf 6704,24 Zähler ins Ziel rettete.

Die Hoffnung auf eine Entspannung im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit, die Donald Trump via Twitter geschürt hatte, machte zunehmend wieder eher nüchternen Erwartungen Platz. Zudem drückte die Drohung des US-Präsidenten auf die Stimmung, bei einer Nichtbewilligung der finanziellen Mittel durch die Abgeordneten für den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko einen sogenannten "Government Shutdown" zu beschließen. Im Kongress gibt es seit Monaten Streit über die Gelder für dieses Vorhaben.

In diesem Fall würde Teilen der Regierung das Geld ausgehen, darunter dem für den Grenzschutz zuständigen Heimatschutzministerium. Bei einem "Shutdown" werden Mitarbeiter in den Zwangsurlaub geschickt sowie Ämter und Behörden geschlossen.

Die Aktien des Telekomkonzerns Verizon gewannen als einer der besten Dow-Titel ein Prozent, obwohl ihn die Streichung tausender Arbeitsplätze und Abschreibungen auf das von Yahoo übernommene Web-Geschäft sowie die Online-Tochter AOL voraussichtlich einen Milliardenbetrag kosten werden. Bereits am Montag hatten die Titel nach Bekanntgabe des Abbaus von über 10 000 Stellen um rund ein Prozent zugelegt.

Die Anteilsscheine des Cloudspeicher-Anbieters Dropbox sprangen dank einer neuen Empfehlung des Analysehauses William Blair um rund zweieinhalb Prozent hoch.

Dagegen war Pfizer mit einem Kursverlust von 0,88 Prozent einer der größten Verlierer im US-Leitindex. Hier belastete eine Abstufung der US-Bank JPMorgan (JPMorgan ChaseCo). Nach der starken Kursentwicklung in diesem Jahr positioniere er sich bei dem Pharma-Wert nun an der Seitenlinie, begründete Analyst Chris Schott seine Neubewertung.

Für NVIDIA ging es im Nasdaq 100 um knapp zweieinhalb Prozent bergab. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, der japanische Mischkonzern und Tech-Investor Softbank wolle Anfang kommenden Jahres seinen Anteil am Grafikchip-Spezialisten loswerden. Softbank besitzt über seinen Technologiefonds Vision Fund rund 4,4 Prozent an Nvidia. Seit dem Hoch Anfang Oktober haben die Titel auch in Folge der amerikanisch-chinesischen Handelsstreitigkeiten fast die Hälfte an Wert verloren.

Apple-Titel (Apple) knüpften nach dem Stabilisierungsversuch vom Vortag wieder an ihre vorangegangene Schwächephase an und sanken um gut ein halbes Prozent. Dass der iPhone-Bezahldienst Apple Pay des Elektronikkonzerns vier Jahre nach dem Start in den USA nun auch in Deutschland verfügbar ist, beeindruckte die Anleger offenbar nicht. Zuletzt hatte Apple im Patentstreit mit dem Chipkonzern QUALCOMMNegativ-Schlagzeilen gemacht.

Der Eurokurs stand zuletzt bei 1,1321 US-Dollar. Den Referenzkurs hatte die Europäische Zentralbank (EZB) noch auf 1,1379 (Montag: 1,1425) Dollar festgesetzt; der Dollar kostete damit 0,8788 (0,8753) Euro.Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen verloren 6/32 Punkte auf 102 3/32 Punkte und rentierten mit 2,88 Prozent./gl/men

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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