DAX-SCHLUSSBERICHT

Anleger setzen auf 'Deal' im Handelsstreit

Anleger setzen auf 'Deal' im Handelsstreit

WKN: 676650 ISIN: DE0006766504 Aurubis (ex Norddeutsche Affinerie)

53,98 EUR
-0,22 EUR -0,41 %
23.01.2020 - 08:04
12.12.2019 18:03:42

Die wachsende Hoffnung auf Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China hat am Donnerstag den deutschen Aktienmarkt angetrieben. Nach Aussage von US-Präsident...

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die wachsende Hoffnung auf Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China hat am Donnerstag den deutschen Aktienmarkt angetrieben. Nach Aussage von US-Präsident Donald Trump stehen die USA kurz vor einem Abkommen mit der Volksrepublik. Der Leitindex Dax (DAX 30) legte daraufhin um 0,57 Prozent auf 13 221,64 Punkte zu und stieg auf den höchsten Stand seit Anfang Dezember. Der MDAX der mittelgroßen Börsentitel gewann 0,59 Prozent auf 27 511,99 Zähler.

Wenige Tage vor dem geplanten Inkrafttreten neuer Strafzölle auf Konsumgüter aus China verbreitete Trump Optimismus. "Kommen einem großen Deal mit China sehr nahe. Sie wollen ihn und wir auch!", erklärte Trump auf Twitter.

"Das ist die Nachricht, auf die an den Börsen alle gewartet haben. Die Anleger feiern schon einmal Bescherung", schrieb Analyst Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Wie konkret die Einigung zwischen den beiden Staaten tatsächlich ist, sei allerdings nicht bekannt, ebenso wenig die Inhalte. "Bei positiven Kommentaren vertrauen die Anleger Donald Trump aber weiterhin gerne", fügte Altmann hinzu.

Mit Spannung wird nun darauf gewartet, ob die US-Regierung am Sonntag wie geplant zusätzliche Strafzölle von 15 Prozent auf in China produzierte Konsumgüter wie Laptops und Smartphones im Wert von rund 150 Milliarden US-Dollar verhängt.

Die Sitzung der Notenbank Fed am Vorabend fiel unterdessen als Schrittmacher für die Börsen aus. Gleiches galt für die erste Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) unter der Führung der neuen Chefin Christine Lagarde - mit Ausnahme der europäischen Bankaktien, die kräftig zulegten.

Seltenes Bild an der Dax-Spitze: Aktien der Deutschen Bank stiegen um 3,4 Prozent. Im MDax der mittelgroßen Börsentitel legten Commerzbank-Papiere um 5 Prozent zu. Die Kursgewinne im europäischen Bankensektor setzten mit der EZB-Sitzung ein. Händler äußerten die Vermutung, dass eine weniger skeptische Haltung der EZB zur Konjunktur die Kurse der Geldhäuser gestützt haben könnte.

Nach zwei verlustreichen Tagen erholten sich die Aktien des Zahlungsabwicklers Wirecard um 1,6 Prozent. Infineon gewannen 2,4 Prozent und folgten damit starken Branchenvorgaben aus den USA und Asien. Schlusslicht im Dax mit minus 3,3 Prozent waren die Papiere des Triebwerkbauers MTU (MTU Aero Engines) nach einer Abstufung durch die Commerzbank.

Metro (METRO (St)) verloren nach Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2 Prozent. Analysten bemängelten zurückhaltende Prognosen des Handelskonzerns für das kommende Geschäftsjahr. Nach einer Kaufempfehlung der Bank HSBC rückten die Papiere des Anlagenbauers Dürr an der MDax-Spitze um 8,7 Prozent weit vor.

Nach starken Jahreszahlen der Kupferschmelze Aurubis vom Mittwoch bauten die Aktien die hohen Kursgewinne vom Vortag um 7,7 Prozent aus - und stiegen auf den höchsten Stand des Jahres.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) stieg am Donnerstag um 0,51 Prozent auf 3706,35 Punkte. In Paris legte der Cac-40 (CAC 40) etwas weniger stark zu. Der Londoner FTSE 100 zeigte am Tag der Parlamentswahl Stärke mit einem Plus von rund einem Prozent. In den USA stieg der Dow Jones Industrial (Dow Jones 30 Industrial) zum europäischen Börsenschluss um 0,57 Prozent und erreichte ein Rekordhoch.

Der Euro gab nach der EZB-Sitzung leicht nach und notierte zuletzt mit 1,1115 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1137 (Mittwoch: 1,1075) Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite auf minus 0,33 Prozent. Der Rentenindex Rex (REX Gesamt Kursindex) stieg um 0,02 Prozent auf 144,49 Punkte. Der Bund-Future büßte am Abend um 0,58 Prozent auf 171,75 Punkte ein./bek/fba

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---

Aktien in diesem Artikel

Aurubis (ex Norddeutsche Affinerie) 53,98 -0,41% Aurubis (ex Norddeutsche Affinerie)
CAC CorpShs 12,60 0,80% CAC CorpShs
Commerzbank 5,11 -0,49% Commerzbank
Deutsche Bank AG 7,54 -0,33% Deutsche Bank AG
Dürr AG 28,87 -0,41% Dürr AG
HSBC Holdings plc 6,80 -1,61% HSBC Holdings plc
Infineon AG 21,50 1,20% Infineon AG
METRO (St.) 12,69 -1,25% METRO (St.)
MTU Aero Engines AG 283,40 -0,53% MTU Aero Engines AG
Wirecard AG 128,20 -0,31% Wirecard AG

Indizes in diesem Artikel

DAX 13.515,75
-0,30%
Dow Jones 29.186,27
-0,03%
MDAX 28.754,12
-0,05%
EURO STOXX 50 3.769,79
-0,51%
FTSE 100 7.571,92
-0,51%
CAC 40 6.010,98
-0,58%
EURO STOXX 408,98
-0,35%
REX Gesamt Kursindex 143,97
0,04%
pagehit