DAX-SCHLUSSBERICHT

Besonnene Reaktion auf Irans Vergeltungsschlag

Besonnene Reaktion auf Irans Vergeltungsschlag

WKN: A0TGJ5 ISIN: DE000A0TGJ55 Varta AG

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17.01.2020 - 19:43
08.01.2020 18:10:42

Der erwartete iranische Vergeltungsangriff gegen die USA hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt nur kurz beunruhigt. Der Dax (DAX 30) war zwar am Mittwoch im frühen Handel...

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der erwartete iranische Vergeltungsangriff gegen die USA hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt nur kurz beunruhigt. Der Dax (DAX 30) war zwar am Mittwoch im frühen Handel um fast 1 Prozent in Richtung der Marke von 13 000 Punkten gefallen, erholte sich dann aber peu a peu und drehte am Mittag ins Plus. Am Ende stand der Leitindex 0,71 Prozent höher bei 13 320,18 Punkten. Der MDAX mit den mittelgroßen deutschen Werten rückte um 0,32 Prozent auf 28 377,80 Punkte vor.

Der Iran bezeichnete Attacken auf die vom US-Militär genutzten Stützpunkte im Irak als "Akt der Selbstverteidigung" nach der Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani. Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif selbst schrieb jedoch auf Twitter, man strebe nicht nach Eskalation oder Krieg. Laut dem Marktexperten Andreas Lipkow von der Comdirect Bank setzen die Anleger darauf, dass der Iran mit der Vergeltungsaktion zufrieden sein könnte. US-Präsident Donald Trump sagte kurz vor dem Handelsschluss hierzulande, dass der Iran einzulenken scheine.

Aktienseitig sorgte Varta mit einem Kurseinbruch um knapp 22 Prozent für Aufsehen. Damit waren sie das klare Schlusslicht im MDax. Eine Commerzbank-Studie, in der Konkurrenzdruck für den Batteriehersteller thematisiert wurde, hatte die Stimmung der eigentlich Rekorde gewöhnten Anleger getrübt. Angesichts der Unsicherheit in dieser Angelegenheit strich Analyst Stephan Klepp seine bisherige Kaufempfehlung.

Unter den größeren Gewinnern im Dax waren die gut 1,7 Prozent höheren Covestro-Aktien (Covestro) nach einem positiven Analystenkommentar der Schweizer Bank Credit Suisse. Der Experte Chris Counihan hatte in seiner Studie auf ein bald verbesserten Nachfragesituation für den Kunststoffkonzern gesetzt. Damit dürfte sich auch die Gewinnentwicklung ihrem Tiefpunkt nähern. An der Index-Spitze zogen die konjunktursensiblen Papiere der Deutschen Bank (Deutsche Bank) um mehr als 3 Prozent an.

Unter den Nebenwerten fielen Deutsche Euroshop am Ende des Index SDAX mit einem Kursrutsch um rund 7 Prozent negativ auf. Bei dem auf Einkaufszentren spezialisierten Immobilieninvestor belasteten angekündigte Bewertungsverluste im abgelaufenen Geschäftsjahr die Kurse.

An den wichtigsten europäischen Börsenplätzen hielten sich die Kursbewegungen derweil in Grenzen. Der EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) als Leitindex der Eurozone rückte um 0,35 Prozent auf 3772,56 Punkte vor. Der französische Leitindex CAC 40 verzeichnete Gewinne in ähnlicher Größenordnung, während das wichtigste britische Börsenbarometer FTSE 100 nahezu auf der Stelle trat. In den USA lag der Leitindex Dow Jones Industrial (Dow Jones 30 Industrial) zum europäischen Handelsschluss fast 0,8 Prozent im Plus.

Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1115 (Dienstag: 1,1172) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8997 (0,8951) Euro. Am Anleihemarkt verharrte die Umlaufrendite auf minus 0,29 Prozent. Der Rentenindex Rex (REX Gesamt Kursindex) stieg um 0,06 Prozent auf 144,18 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,28 Prozent auf 171,50 Punkte nach./la/he

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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