MARKTBERICHT

Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen - Gold gefragt

Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen - Gold gefragt

WKN: 623100 ISIN: DE0006231004 Infineon AG

18,05 EUR
0,13 EUR 0,73 %
12.12.2018 - 17:35
16.11.2018 14:09:00

Die Regierungskrise in Großbritannien vertreibt weitere Anleger aus den europäischen Aktienmärkten. Dax und EuroStoxx50 verloren am Freitag jeweils ein halbes Prozent auf 11.311 und 3172 Punkte. Die ausgehandelte Scheidungsvereinbarung zwischen der EU und Großbritannien werde von allen Seiten des politischen Spektrums kritisiert, sagte Analyst Ricard Evangelista vom Brokerhaus ActiveTrades.

Für die britische Premierministerin Theresa May werde es ein schwieriges Unterfangen, im Parlament eine Mehrheit für den Brexit-Deal zu finden. Die Experten der Rabobank bezweifelten, dass es überhaupt zu einer Abstimmung kommt. Medienberichten zufolge haben Mays Gegner zudem genügend Stimmen für ein innerparteiliches Misstrauensvotum beisammen.



BRITISCHE FINANZWERTE ERNEUT AUF TALFAHRT - GOLD GEFRAGT



Vor diesem Hintergrund verlor der Londoner Auswahlindex FTSE ebenfalls 0,5 Prozent. Besonders hart traf es erneut die Finanzwerte. Die Aktien der Royal Bank of Scotland (RBS) fielen um bis zu 3,9 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Tief von 215,4 Pence. Die Titel der Lloyds Bank waren mit 54,08 Pence ebenfalls so billig wie zuletzt im Herbst 2016.


Das Pfund Sterling erholte sich dagegen leicht auf 1,2808 Dollar. Am Donnerstag hatte es wegen der Rücktritte mehrerer britischer Kabinettsmitglieder seinen größten Tagesverlust seit zwei Jahren eingefahren. Einige Investoren nahmen Kurs auf "sichere Häfen". Gold verteuerte sich um 0,3 Prozent auf 1216,28 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

HAUSHALTSSTREIT UND ZOLLKONFLIKT SIND WEITERE RISIKOFAKTOREN



"Der Brexit wird zwar vorerst mehr Aufmerksamkeit in den Medien auf sich ziehen", sagte Analyst David Madden vom Online-Broker CMC Markets. "Das italienische Problem könnte aber den Zündfunken für eine neue europäische Schuldenkrise liefern." Die Regierung in Rom liegt mit der EU-Kommission wegen ihres Haushalts über Kreuz. Dem hoch verschuldeten Land droht ein Defizitverfahren der Brüsseler Behörde.

Darüber hinaus gab es widersprüchliche Signale beim Thema Zollstreit. Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer dementierte einen Bericht der "Financial Times", dem zufolge er eine Aussetzung weiterer Strafzölle auf chinesische Importe signalisiert hatte.

VIVENDI WÄCHST DANK MUSIKSPARTE UNIVERSAL



Zu den Favoriten am europäischen Aktienmarkt zählte Vivendi. Die Aktien des französischen Medienkonzerns gewannen dank eines überraschend starken Quartalsergebnisses bis zu 6,5 Prozent und steuerten auf den größten Tagesgewinn seit zwei Jahren zu. Gewinntreiber war die Musiksparte Universal, die vom Erfolg von Top-Interpreten wie den Rappern Drake und Eminem profitierte. Eine Bewertung von 20 Milliarden Euro für das Musik-Geschäft, von dem sich Vivendi teilweise trennen will, sei daher nicht zu hoch gegriffen, schrieben die Analysten der Deutschen Bank in einem Kommentar. Die Papiere von Bollore, der Holding des Vivendi-Großaktionärs Vincent Bollore, gewannen 3,6 Prozent.

In Helsinki bescherte ein Gewinnsprung den Titeln des "Angry Birds"-Machers Rovio einen Rekord-Kursanstieg von knapp 15 Prozent. Der finnische Handyspiel-Anbieter steigerte seinen operative Gewinn auf 10,4 von vier Millionen Euro.

Abwärts ging es dagegen für die Chipwerte, die unter mauen Ausblicken der US-Konkurrenten Applied Materials und Nvidia litten. Deren Aktien brachen im vorbörslichen US-Geschäft um 8,5 und 18 Prozent ein. Der europäische Technologie-Index gab 0,8 Prozent nach. Hier gehörten die Chip-Hersteller Infineon, STMicro und AMS mit Kursverlusten von bis zu 2,9 Prozent zu den schwächsten Werten.

rtr

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Bildquelle: Julian Mezger für Finanzen Verlag

Aktien in diesem Artikel

Bollore S.A. 3,61 -0,28% Bollore S.A.
Deutsche Bank AG 7,86 5,81% Deutsche Bank AG
Infineon AG 18,05 0,73% Infineon AG
NVIDIA Corp. 133,24 2,15% NVIDIA Corp.
RBS (Royal Bank of Scotland) 2,33 2,06% RBS (Royal Bank of Scotland)
Rovio 4,21 1,08% Rovio
STMicroelectronics N.V. 11,92 -1,85% STMicroelectronics N.V.
Vivendi S.A. 21,40 1,66% Vivendi S.A.

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