DAX-MARKTBERICHT

DAX deutlich im Minus - Angst vor neuer Corona-Welle setzt Börsen zu

DAX deutlich im Minus - Angst vor neuer Corona-Welle setzt Börsen zu

WKN: 903869 ISIN: JP3305950002 CORONA CORP

14.07.2020 15:35:40

Ein drohender Rückschlag bei der Erholung der Weltwirtschaft hat die Rally an Europas Börsen am Dienstag vorerst gestoppt. Anleger sorgten sich außerdem wegen der wachsenden politischen Spannungen zwischen den USA und China. "Die Investoren ziehen sich in sichere Anlagehäfen zurück" fassten die Analysten vom Brokerhaus ActivTrades zusammen.

Dax und EuroStoxx50 verloren am Dienstag um jeweils etwa 1,7 Prozent auf 12.580 und 3288 Punkte. An den US-Börsen fielen die Reaktionen auf die Bilanzen großer US-Banken zunächst gemischt aus. Die US-Futures notierten am Nachmittag uneinheitlich.

Im Streit um Ressourcen im Südchinesischen Meer verschärften die USA den Ton gegenüber China. Man werde nicht zulassen, dass China das Gebiet als sein Seereich behandle. Die Volksrepublik beansprucht 90 Prozent des Gebiets für sich, auf das jedoch auch andere Staaten wie Vietnam, Taiwan und den Philippinen zum Teil Anspruch erheben. "Dies demonstriert den Willen Washingtons, China an verschiedenen Fronten zu bekämpfen", sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com.

PANDEMIE LÄHMT WELTWIRTSCHAFT


Sorge bereitete Börsianern die Entwicklung der Coronavirus-Krise, nachdem Kalifornien und Hongkong die Pandemie-Beschränkungen wieder verschärften. Die große Frage sei nun, ob die neue Runde von Lockdowns so umfangreich sei, dass sie das Wirtschaftswachstum schädigt, sagte Anlagestratege Junichi Ishikawa vom Brokerhaus IG.

Einige Anleger flüchteten in "sichere Häfen" wie Bundesanleihen. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Titel auf minus 0,440 Prozent. Auch die Weltleitwährung war gefragt. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, gewann 0,1 Prozent. Die Dollar-Stärke lastete zwar auf dem Goldpreis, weil es das Edelmetall für Investoren außerhalb der USA verteuert. Mit 1798,14 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) blieb die "Antikrisen-Währung" aber in Reichweite ihres jüngsten Neun-Jahres-Hochs.

FINANZWERTE NACH US-BILANZEN IM FOKUS


Im Fokus der Anleger standen die Zwischenberichte großer US-Banken. Der europäische Finanzsektor lag rund ein halbes Prozent im Minus und damit weniger stark als andere Branchenindizes. Titel der US-Großbank JPMorgan legten vorbörslich rund zwei Prozent zu, nachdem der Gewinn nicht so stark geschrumpft war wie befürchtet. Vor allem die Handelsumsätze überraschten positiv. "Sie verdienen Geld in einem schwierigen Umfeld, und das zeigt, was gutes Management und eine starke Bilanz bewirken können", sagte Aktienstratege Christopher Grisanti vom Vermögensverwalter MAI Capital Management.

Citigroup-Titel stiegen vorbörslich ebenfalls, obwohl das Institut Milliarden für mögliche Abschreibungen auf Kreditausfälle beiseite legen musste. Anleger von Wells Fargo missfiel hingegen die Aussicht auf eine geringere Dividende. Die Aktien des US-Finanzinstituts verloren vorbörslich mehr als drei Prozent.

rtr


Bildquelle: Lisi Niesner/Reuters

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