DAX-MARKTBERICHT

DAX deutlich im Minus: Corona-Sorgen haben Börsen wieder fest im Griff

DAX deutlich im Minus: Corona-Sorgen haben Börsen wieder fest im Griff

WKN: 903869 ISIN: JP3305950002 CORONA CORP

19.11.2020 14:45:00

Die Furcht von den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie drängt die Freude über Fortschritte bei der Entwicklung eines Impfstoffs in den Hintergrund. "Mit den steigenden Infektionsraten und dem Risiko einer Verlängerung der aktuellen Restriktionen ins Jahr 2021 steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die aktuellen Schäden dauerhaft werden", warnt Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets.

Dax und EuroStoxx50 fielen daraufhin am Donnerstag um jeweils ein gutes halbes Prozent auf 13.117 beziehungsweise 3458 Punkte.

Auch die Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, zeichnete ein düsteres Bild der Konjunktur. Verschärft werde die Krise durch die Verzögerungen bei den Konjunkturhilfen in der EU und den USA, sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. "Ohne weitere fiskalische Unterstützung wird die wirtschaftliche Erholung zum Stillstand kommen."

"SICHERE HÄFEN" GEFRAGT - GOLD FÄLLT ZURÜCK


Vor diesem Hintergrund nahmen einige Anleger Kurs auf "sichere Häfen" wie Bundesanleihen. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Titel auf minus 0,566 Prozent. Auch die Weltleitwährung war gefragt. So gewann der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, 0,3 Prozent.

Gold drückte die Aufwertung des Dollar dagegen ins Minus, weil das Edelmetall dadurch für Investoren außerhalb der USA unattraktiver wird. Außerdem setzten einige Investoren offenbar darauf, dass wegen der erhofften Corona-Massenimpfungen Regierungen und Notenbanken im kommenden Jahr weniger Geld in die Wirtschaft pumpen werden, sagte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. "Diese Erwartung dürfte sich unseres Erachtens als falsch erweisen."

Bei der türkischen Währung griffen Investoren dagegen beherzt zu, nachdem die dortige Notenbank den Leitzins um fast fünf Prozentpunkte auf 15 Prozent angehoben hatte. Im Gegenzug verbilligten sich Dollar und Euro um jeweils etwa zwei Prozent auf 7,5563 beziehungsweise 8,9475 Lira. Mit der Zinserhöhung habe der neue Notenbankchef Naci Agbal die Berechenbarkeit der Geldpolitik wieder hergestellt, lobte Anlagestratege Ehsan Khoman von der Bank Mitsubishi UFJ. "Die Türkei hat nun eine reelle Chance, wieder zum Liebling unter den Schwellenländern zu avancieren."

THYSSENKRUPP AUF TALFAHRT - ROYAL MAIL IM AUFWIND


Am deutschen Aktienmarkt stach Thyssenkrupp mit einem Kursrutsch von zeitweise knapp zehn Prozent heraus. Der operative Verlust sei zwar etwas geringer ausgefallen als befürchtet, kommentierte Analyst Alan Spence von der Investmentbank Jefferies. Der Ausblick für das angelaufene Geschäftsjahr enttäusche aber. Sein Kollege Marc Gabriel vom Bankhaus Lampe verwies darauf, dass praktisch alle Sparten des Industriekonzerns eines umfassenden Umbaus bedürften.

In London stiegen die Titel von Royal Mail dagegen um gut neun auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 312,20 Pence. Dank des boomenden Internet-Handels wuchs das Paketgeschäft um rund ein Drittel. Dennoch sei die Pandemie ein zweischneidiges Schwert für den Konzern, sagte ein Börsianer. Denn die steigenden Kosten für Hygiene-Maßnahmen drückten auf den Gewinn.

rtr

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