DAX-SCHLUSSBERICHT

DAX fast unverändert: Zollstreit und Brexit belasten die Börse - was Anleger wissen sollten

DAX fast unverändert: Zollstreit und Brexit belasten die Börse - was Anleger wissen sollten

WKN: 623100 ISIN: DE0006231004 Infineon AG

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21.11.2019 - 19:05
14.10.2019 17:37:37

Der DAX hat am Montag leicht Federn lassen müssen. Nach dem starken Anstieg in der Vorwoche, verlor der deutsche Leitindex zum Wochenbeginn 0,2 Prozent auf 12.487 Punkte. Was Anleger vom Handel wissen sollten, die wichtigsten Themen vom Parkett.

Die neue Furcht vor einem Scheitern des Teil-Abkommens im Zollstreit zwischen den USA und China haben die Anleger an den Börsen vorsichtig werden lassen:

Einem Medienbericht zufolge sieht die Regierung in Peking noch Gesprächsbedarf, bevor sie ihre Unterschrift unter die von US-Präsident Donald Trump verkündete Einigung setzt. "Es war ohnehin kein richtiger Deal", sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. "Für die Märkte beunruhigend ist, dass die USA und China das Abkommen mit unterschiedlichen Worten beschreiben."

Aus Verunsicherung nahmen Anleger verstärkt Kurs auf "sichere Häfen". So verteuerte sich die "Antikrisen-Währung" Gold um bis zu 0,5 Prozent auf 1496,20 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Die Nachfrage nach Bundesanleihen drückte die Rendite der zehnjährigen Titel auf minus 0,482 von minus 0,438 Prozent.

Auch beim zweiten Dauerbrenner-Thema, dem Brexit, verpuffte der Optimismus der Anleger. Der britische Premierminister Boris Johnson will einem Medienbericht zufolge am Abend Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und EU-Kommissions-Chef Jean-Claude Juncker von seinen Brexit-Plänen überzeugen. Allerdings hatten sowohl die Regierung in London als auch die EU zuvor betont, es liege noch viel Arbeit vor ihnen.

Unter den deutschen Aktienwerten stand Daimler im Rampenlicht. Der Autobauer muss wegen unzulässiger Abgas-Technik in Dieselmotoren Hunderttausende Fahrzeuge zurückrufen. Schlusslicht im DAX bildeten die Papiere von Wirecard und Infineon mit einem Minus von knapp über einem Prozent.


Was am Montag an der Börse sonst noch wichtig war


Gewerkschaft Ufo ruft zu Warnstreik bei Lufthansa auf
Die Gewerkschaft Ufo hat für den kommenden Sonntag (20. Oktober) zu einem Warnstreik der Flugbegleiter an den Lufthansa-Drehkreuzen (Lufthansa) Frankfurt und München aufgerufen. Die Aktion soll auf fünf Stunden zwischen 06.00 und 11.00 Uhr beschränkt sein.

Daimler muss Tausende Diesel zurückrufen - Scheuer: 'Salamitaktik'
Zum dritten Mal binnen kurzer Zeit muss Daimler Tausende Diesel-Autos zurückrufen - und bringt damit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) auf die Palme. "Der neue Daimler-Vorstandsvorsitzende Ola Källenius hat mir vor Monaten versichert, dass er bei unzulässigen Abgastechniken reinen Tisch machen wird", sagte Scheuer der "Bild am Sonntag". "Leider ist das Gegenteil der Fall."

Boeing-Chef Muilenburg gibt Verwaltungsratsvorsitz ab
Der US-Luftfahrtriese Boeing ordnet seine Führungsetage im Zuge der Krise um den mit Startverboten belegten Flugzeugtyp 737 Max neu. Dennis Muilenburg wird den Verwaltungsratsvorsitz abgeben, um sich als Vorstandschef in Vollzeit um die angestrebte Wiederzulassung der 737 Max, die Bedürfnisse der Kunden und die Verschärfung von Boeings Fokus auf Produkt- und Service-Sicherheit kümmern zu können. Das teilte der Konzern am Freitagabend (Ortszeit) in Chicago mit.

Schwächelnde Autobranche: Beteiligungsgesellschaft Indus kappt Gewinnziel erneut
Zunehmende Probleme in der Autoindustrie durchkreuzen erneut die Gewinnpläne der Beteiligungsgesellschaft Indus Holding (INDUS). Der operative Gewinn (Ebit) dürfte im laufenden Jahr daher nur noch 129 bis 135 Millionen Euro erreichen, teilte das im SDAX gelistete Unternehmen am Montag in Bergisch Gladbach mit. Bisher hatte das Management noch von 152 bis 158 Millionen Euro angepeilt.

Ringen um UPC-Deal geht in neue Runde - Liberty sagt Geldspritze zu
Der Kabelnetzkonzern Liberty Global (Liberty Global A) versucht den Verkauf seiner Schweizer Tochter UPC an das Mobilfunk-Unternehmen Sunrise mit einer Geldspritze durchzudrücken. Liberty will sich nun mit einer halben Milliarde Schweizer Franken (454 Mio Euro) an Sunrise beteiligen und dem Unternehmen auf diese Weise einen Teil des für den Deal benötigten Geldes verschaffen. Doch Sunrise-Großaktionär freenet versucht die Übernahme weiterhin zu verhindern.

Kritik an zunehmenden Einfluss Qatars auf Deutsche Bank
Der wachsende Einfluss des Großaktionärs Qatar auf die Deutsche Bank stößt laut einem Pressebericht auf Kritik in- und außerhalb des Konzerns. Demnach wachse die Furcht, dass Qatar mit ihrem knapp 10-prozentigen Anteil am Geldhaus die Kontrolle über Köpfe und Strategie erlangen könnte, berichtet die Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung

Flugverkehr am Fraport-Flughafen Frankfurt wächst langsamer
Der Verkehr auf dem Frankfurter Flughafen ist im September langsamer gewachsen als zuvor. Die Zahl der Passagiere lag mit rund 6,7 Millionen um 1,3 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie die Betreibergesellschaft Fraport am Montag berichtete. In den ersten neun Monaten dieses Jahres betrug das kumulierte Wachstum am größten deutschen Flughafen 2,3 Prozent auf nun 54 Millionen Passagiere. Treiber war der Flugverkehr nach Übersee mit einem Zuwachs von 3,4 Prozent. Dem stand eine schwächere Entwicklung des Europa-Verkehrs mit einem Plus von 1,7 Prozent gegenüber.

Keine Pläne für Verkauf oder Börsengang von Lamborghini
Der Autobauer Volkswagen (VW) hat einen Medienbericht über mehrere strategische Optionen für seine italienische Sportwagentochter Lamborghini dementiert. "Es gibt keine Pläne für einen Verkauf oder ein IPO von Lamborgini. Die Spekulationen entbehren jeder Grundlage", teilte ein VW-Sprecher am Sonntag mit.

EU genehmigt Überbrückungskredit für Thomas-Cook-Tochter Condor
Die EU-Kommission hat den staatlichen Überbrückungskredit für den deutschen Ferienflieger Condor genehmigt. Die vorgesehenen 380 Millionen Euro der Staatsbank KfW verzerrten den Wettbewerb in der EU nicht übermäßig, teilte die Brüsseler Behörde am Montag mit. Für die deutsche Airline-Tochter des untergegangenen britischen Reisekonzerns Thomas Cook dürften damit die ärgsten Probleme erst einmal ausgeräumt sein.

rtr/dpa-AFX/fp

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Bildquelle: Kai Pfaffenbach/Reuters

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