DAX-SCHLUSSBERICHT

DAX geht am Dienstag schwächer aus dem Handel

DAX geht am Dienstag schwächer aus dem Handel
13.10.2020 17:38:00

Am Dienstag hat der deutsche Aktienmarkt im Handelsverlauf immer mehr nachgegeben und so schloss der DAX 0,91 Prozent schwächer bei 13.018,99 Punkten.

Neben den stark steigenden Infektionszahlen in der Corona-Pandemie litt der deutsche Leitindex unter anderem unter dem schwachen Start der US-Börse. Zusätzlich teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mit, dass sich im Oktober die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten stark eintrübten. Der Indikator fiel auf 56,1 Punkte. Analysten hatten zwar mit einem Rückgang gerechnet, allerdings auf 72,0 Punkte, nach 77,4 Punkten im September. "Die an Intensität gewinnende zweite Corona-Infektionswelle trübt nun auch den wirtschaftlichen Ausblick ein", schrieb Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank in Liechtenstein. Zudem dürften Unsicherheiten, wie es nach den US-Präsidentschaftswahlen weitergeht, eine gewisse Rolle gespielt haben.

Derweil musste der US-Konzern Johnson & Johnson (J&J) die Tests für einen Corona-Impfstoff aussetzen. Grund dafür war eine ungeklärte Erkrankung eines Probanden. Stephen Innes, Chef-Anlagestratege des Brokerhauses Axicorp, warnte aber vor überzogenem Pessimismus. Schließlich würden zahlreiche weitere Wirkstoffe entwickelt.

Einen Lichtblick lieferten die deutlich gestiegenen chinesischen Außenhandelszahlen. Entscheidend für die heimische Konjunktur sei aber, wie sich die Verbraucher im wichtigen Weihnachtsgeschäft verhielten, gab Finanzmarkt-Experte Sebastian Galy vom Vermögensverwalter Nordea Investments zu Bedenken. Dem Ölpreis verhalfen die China-Daten zu Rückenwind.

An der DAX-Spitze stand zum Handelsschluss die Deutsche Post gefolgt von Beiersdorf. Schlusslicht waren die Aktien von Bayer. Sie wurden von Barclays auf "Equal Weight" abgestuft und das Kursziel von 75 auf 50 Euro gesenkt. Die relativ schwache Entwicklung des europäischen Pharmasektors im dritten Quartal dürfte sich im Oktober fortsetzen, erwartet Analystin Emily Field.

Was am Dienstag an der Börse außerdem wichtig war


Qiagen setzt dank Corona-Tests mehr um als erwartet - Aktie verliert
Das Biotechnologieunternehmen Qiagen profitiert weiter von seinen Produkten für Corona-Tests. So stiegen die Erlöse im dritten Quartal sowohl nominal als auch wechselkursbereinigt im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent auf 481,3 Millionen US-Dollar (407 Mio Euro), wie Qiagen anhand vorläufiger Zahlen am Dienstag in Venlo mitteilte. Damit wuchs der Umsatz stärker als erwartet. So hatte Qiagen Mitte Juli noch ein wechselkursbereinigtes Plus von 16 bis 21 Prozent in Aussicht gestellt. Neben der guten Nachfrage nach den Corona-Tests hätten sich auch andere Bereiche seit dem zweiten Quartal wieder besser entwickelt, hieß es. Dennoch sank der Umsatz mit Nicht-Covid-19-Produkten währungsbereinigt im Vorjahresvergleich um einen mittleren einstelligen Prozentsatz.

VW-Tochter Audi will in China neues E-Auto-Joint-Venture mit FAW
Die VW-Premiumtochter Audi will in China mit dem Partner FAW ein eigenes Unternehmen zur Produktion von Elektroautos gründen. In dem neuen Gemeinschaftsunternehmen will Audi ab 2024 Elektroautos auf Basis der gemeinsam mit Porsche entwickelten Elektroplattform PPE bauen, wie das Unternehmen am Dienstag in Ingolstadt mitteilte. Dazu sei eine Absichtserklärung unterzeichnet worden. "Diese Entscheidung unterstreicht die strategische Bedeutung des chinesischen Marktes", sagte Audi-Chef Markus Duesmann. "Damit treiben wir Innovationen vor Ort aktiv voran."

Eine Milliarde Impffläschchen: Corona gibt Gerresheimer einen Schub
In der Corona-Pandemie rechnet der Verpackungshersteller Gerresheimer damit, in den nächsten zwei Jahren bis zu einer Milliarde Injektionsfläschchen für Covid-19-Impfstoffe auszuliefern. Der globale Bedarf werde schätzungsweise bei zwei bis drei Milliarden Behältnissen liegen, davon werde man mehr als ein Drittel abdecken, sagte Vorstandschef Dietmar Siemssen am Dienstag in Düsseldorf. Zunächst macht sich die Corona-Krise aber erst einmal negativ bemerkbar: Parfümhersteller fragten teilweise weniger Flakons nach. Die Aktien gerieten nach der Vorlage der Zahlen für das dritte Geschäftsquartal unter Druck.

Staatsfonds aus Abu Dhabi steigt über Kapitalerhöhung bei Evotec ein
Das Biotech- und Forschungsunternehmen Evotec besorgt sich über eine Kapitalerhöhung frisches Geld und holt damit den Staatsfonds von Abu Dhabi als Großaktionär an Bord. Bei der Kapitalerhöhung ohne Bezugsrecht gibt Evotec knapp 11,48 Millionen Aktien und erlöst auf diesem Weg 250 Millionen Euro, wie das Hamburger Unternehmen in der Nacht zu Dienstag in Hamburg mitteilte.

September wirft Fraport in Corona-Krise zurück - Aktie sackt ab
Die Coronakrise hat den Frankfurter Flughafen weiterhin fest im Griff. Statt der erhofften langsamen Erholung sind die Passagierzahlen am größten deutschen Drehkreuz im September wieder gesunken. Weiterhin bestehende Reisebeschränkungen und das verstärkte Pandemiegeschehen lassen auch für das restliche Jahr keine Besserung erwarten.

US-Großbank Citigroup verdient deutlich weniger
Hohe Sonderkosten und Belastungen durch die Corona-Krise sowie eine Millionenstrafe der US-Behörden haben der Citigroup im dritten Quartal zugesetzt. Verglichen mit dem Vorjahreswert fiel der Nettogewinn um rund ein Drittel auf 3,2 Milliarden Dollar (2,7 Mrd Euro), wie die US-Großbank am Dienstag in New York mitteilte. Insgesamt sanken die Erträge um sieben Prozent auf 17,3 Milliarden Dollar. Dennoch übertrafen die Ergebnisse die Markterwartungen, die Aktie legte vorbörslich um zwei Prozent zu.

Überraschung: JPMorgan steigert Gewinn trotz Corona-Krise - Aktie steigt
Eine geringere Angst vor weiteren Kreditausfällen hat der US-Bank JPMorgan im dritten Quartal überraschend einen Gewinnanstieg eingebracht. Unter dem Strich verdiente das Institut 9,4 Milliarden US-Dollar (8,0 Mrd Euro) und damit rund vier Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie es am Dienstag in New York mitteilte. Die Bank legte lediglich 611 Millionen Dollar für befürchtete Kreditausfälle zurück. Analysten hatten im Schnitt mit einer Risikovorsorge von etwa 2,5 Milliarden Dollar gerechnet. Die Aktien legten im vorbörslichen US-Handel um rund 1,7 Prozent zu.

Kirsch soll Fresenius-Aufsichtsrat leiten - Konzernchef Sturm bleibt
Der frühere Vorstandschef der DZ Bank, Wolfgang Kirsch, soll künftig den Aufsichtsrat von Fresenius leiten. Der 65-Jährige werde sich auf der Hauptversammlung im Mai 2021 zur Wahl in das Kontrollgremium stellen mit dem Ziel, dort den Vorsitz zu übernehmen, teilte der Gesundheitskonzern am Dienstag in Bad Homburg mit. Zudem soll Vorstandschef Stephan Sturm für weitere fünf Jahre an der Konzernspitze bleiben. Er ist seit Juli 2016 Vorstandschef von Fresenius und war zuvor elfeinhalb Jahre Finanzvorstand. Beide Personalentscheidungen habe der Aufsichtsrat einstimmig beschlossen.

Disney kündigt Konzernumbau an - Streaming-Geschäft rückt nach vorne
Der US-Unterhaltungsriese Walt Disney passt inmitten der Corona-Krise seine Konzernstruktur an, um sich künftig stärker auf den boomenden Streaming-Markt auszurichten. Die Neuaufstellung bündelt das TV- und Filmgeschäft mit den Online-Videodiensten in der neuen Sparte "Media and Entertainment Distribution", wie Disney am Montag nach US-Börsenschluss im kalifornischen Burbank mitteilte. Die Aktie reagierte nachbörslich mit einem Kurssprung um fünf Prozent.

US-Pharmakonzern Johnson & Johnson wird nach gutem Quartal optimistischer
Der US-Pharma- und Medizintechnikkonzern Johnson & Johnson wird nach einem besser als erwartet verlaufenen dritten Quartal optimistischer für das Gesamtjahr. Rechnete das Unternehmen für 2020 bislang mit einem Umsatz von 79,9 bis 81,4 Milliarden US-Dollar (rund 67,6 bis 68,9 Milliarden Euro), erwartet es nun Erlöse zwischen 81,2 und 82,0 Milliarden Dollar, wie Johnson & Johnson am Dienstag in New Brunswick (US-Bundestaat New Jersey) mitteilte. Auch der bereinigte Gewinn je Aktie soll mit 7,95 bis 8,05 Dollar höher ausfallen als bislang angenommen. Zuvor war der Konzern von 7,75 bis 7,95 Dollar je Anteilsschein ausgegangen.

Chinesischer Pkw-Markt weiter im Aufschwung - PCA-Daten
Der chinesische Automarkt hat auch im September weiter Boden gutgemacht. Im vergangenen Monat gingen 1,94 Millionen Pkw, SUVs und kleinere Mehrzweckfahrzeuge an die Endkunden. Das waren 7,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie der Branchenverband PCA (China Passenger Car Association) am Dienstag in Peking mitteilte. Das ist der dritte Monat in Folge, in dem der Vorjahresvergleich nach oben zeigt. Im Gesamtjahr dürfte wegen der herben Einschläge zu Jahresbeginn wegen der Coronavirus-Pandemie aber nach wie vor das dritte Jahr mit einem Verkaufsrückgang stehen. Nach neun Monaten beträgt der Rückstand mit 13,15 Millionen Autos 12,5 Prozent.

Apple macht iPhone fit für die fünfte Mobilfunkgeneration 5G
Apple startet mit seinem iPhone in das 5G-Zeitalter. Auf einem Online-Event, das am Dienstagabend um 19.00 Uhr deutscher Zeit beginnt, wird zumindest die Präsentation einer neuen iPhone-Generation erwartet, die in 5G-Netzwerken funken kann. Darin sind sich alle Marktbeobachter einig.

rtr/dpa-AFX/iw

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