DAX-SCHLUSSBERICHT

DAX geht die Luft aus - und was Anleger sonst noch wissen müssen

DAX geht die Luft aus - und was Anleger sonst noch wissen müssen

WKN: A1139A ISIN: BMG582491061 Markit Ltd

21.06.2019 17:53:15

Nach einer kurzen Rally auf mehr als 12.400 Punkte fällt der DAX um 0,1 Prozent auf 12.339,92 Punkte. Was Anleger vom Handel sonst noch wissen müssen, die wichtigsten Themen vom Parkett.

Nachdem der Deutsche Aktienindex kurz über die Marke von 12.400 Punkten lugte, ging ihm im Laufe des Nachmittags die Puste aus. Er schloss mit 12.339,92 Punkten und damit 0,1 Prozent im Minus. Vor allem wegen der zunehmenden Unsicherheit im Nahen Osten hielten sich Anleger zum Wochenschluss mit Käufen zurück. Auch der große Verfallstag brachte Schwankungen mit sich. Investoren blicken nun auf den G20-Gipfel. Voraussichtlich Ende kommender Woche wollen sich US-Präsident Donald Trump und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinpin treffen, um weiter über den Handelstreit zu diskutierten. Derweil gaben sich Analysten optimistisch, dass die weitere Lockerung der Geldpolitik die Märkte am Laufen halten. Auf Unternehmensseite standen heute wieder Facebooks Pläne für eine eigene Kryptowährung im Fokus. Bankchefs sprachen sich für eine Form der weltweiten Regulierung aus. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sieht in solchen Kryptowährungen Gefahren für die Verbraucher. Optimistisch gab sich der unter Druck geratene Smartphonehersteller Huawei: Europachef Walter Ji sagte, dass die Nachfrage nach den Geräten wieder anziehe und er optimistisch sei, dass dieser Trend anhält.


Was am Freitag an der Börse sonst noch wichtig war


Kreise - Iran erhielt von Trump Warnung vor bevorstehendem Angriff
US-Präsident Donald Trump hat den Iran vor einem unmittelbar bevorstehenden Militärangriff gewarnt, den er einem Medienbericht zufolge abrupt abbrechen ließ. Inmitten der wachsenden Furcht vor einer militärischen Konfrontation versicherten beide Seiten am Freitag, sie wollten keinen Krieg. Der Iran habe in der Nacht zu Freitag via Oman eine Vorwarnung über einen bevorstehenden US-Angriff erhalten, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von einem iranischen Regierungsvertreter. Trump habe mitgeteilt, er wolle keinen Krieg, sondern Gespräche. Für eine Antwort habe er eine kurze Frist gesetzt. Die iranische Führung habe ebenfalls via Oman unmittelbar geantwortet und erklärt, eine Entscheidung obliege dem geistlichen und staatlichen Oberhaupt des Irans, Ajatollah Ali Chamenei. Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf US-Regierungsvertreter, die Angriffe seien für Freitag kurz vor dem Morgengrauen geplant und von Trump genehmigt gewesen. Es seien bereits Kampfflugzeuge in der Luft und Schiffe in Stellung gewesen, als Trump die Attacken auf einige Radar- und Raketenstellungen doch nicht ausführen ließ.

Facebook-Projekt für eigene Cyberdevise ruft Notenbanken auf den Plan
Die Pläne des sozialen Netzwerks Facebook für eine eigene Kryptowährung schrecken weltweit die großen Notenbanken auf. Die Bank von England, die Fed, alle großen Zentralbanken und Aufseher müssten eine Aufsicht über dieses Projekt haben, sagte der Chef der Bank von England, Mark Carney, am Freitag dem Sender BBC. "Es muss sicher sein, oder es wird nicht passieren." Bundesbank-Präsident Jens Weidmann warnte auf einer Veranstaltung in Eltville vor den Risiken solcher Cyberdevisen. Auch er hält letztendlich eine Form der weltweiten Regulierung für erforderlich.

Altmaier trifft Huawei-Chef in Shanghai - Thema 5G-Ausbau
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat bei seiner China-Reise anders als zunächst geplant den Chef des Netzwerkausrüsters Huawei getroffen. Das Gespräch mit Ren Zhengfei habe am Freitag in Shanghai stattgefunden, sagte eine Altmaier-Sprecherin. "Es ging um rechtliche und technische Sicherheitsfragen beim 5G-Ausbau, bei der Entwicklung der Industrie 4.0 und bei Cloud-Strukturen." Altmaier habe betont, dass die Sicherheit der Telekommunikation in Deutschland, der Schutz der Daten der Bürger und die Einhaltung deutschen Rechts entscheidende Punkte für ihn seien.

Euro-Wirtschaft legt stärker zu - Deutsche Industrie bremst Talfahrt
Die Privatwirtschaft im Euro-Raum hat im Juni Fahrt aufgenommen. Die deutsche Industrie bremste zugleich ihre Talfahrt. Der Einkaufsmanagerindex für die Euro-Zone, der Industrie und Dienstleister zusammenfasst, stieg um 0,3 Punkte auf 52,1 Zähler, wie das Institut HIS Markit am Freitag unter Berufung auf vorläufige Daten seiner monatliche Firmen-Umfrage mitteilte. Das Barometer liegt nun wieder deutlicher über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Der Einkaufsmanagerindex für die deutsche Industrie stieg um 1,1 Zähler 45,4 Punkte. Es nähert sich damit wieder etwas der Wachstumsschwelle, signalisiert aber weiter ein Schrumpfen in dem wichtigen Sektor. Zugleich erhöhten die Dienstleister ihr Wachstumstempo. Markit-Ökonom Chris Williamson erwartet, dass die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal um 0,2 bis 0,3 Prozent gewachsen sein dürfte.

Insider - Deutsche Bank rechnet mit weiteren Auflagen für US-Tochter
Kurz vor Veröffentlichung der Stresstest-Ergebnisse in den USA stellt sich die Deutsche Bank auf einen weiteren Rückschlag ein: Führende Manager des Instituts rechnen mit Auflagen für die US-Investmentbank-Tochter, selbst wenn diese die jüngste Belastungsprobe der Notenbank Fed bestehen sollte. Die Manager gingen davon aus, dass die Fed es den Investmentbankern weiterhin verbieten werde, der deutschen Konzernmutter Geld ohne vorherige Genehmigung zu überweisen, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters in der Nacht zum Freitag. Zudem erwarteten sie, dass die Fed die US-Tochter der Deutschen Bank dazu anhalten werde, ihr System zur Überprüfung von Geschäften und Risiken weiter zu verbessern.

'Schwierigeres Fahrwasser': Handelskonflikte bereiten BASF Sorgen
Der sich zuspitzende Handelskonflikt zwischen den USA und China hinterlässt auch bei dem Ludwigshafener Chemiekonzern BASF Spuren. "Wir befinden uns insgesamt in einem schwierigeren Fahrwasser, als wir das im Februar erwartet haben", sagte Finanzchef Hans-Ulrich Engel im Gespräch mit dpa-AFX und dpa. "Wir haben unsere Jahresprognose mit bestimmten Annahmen unterlegt."

Frankfurter Flughafen erwartet Rekord-Andrang zu Ferienbeginn
Der Frankfurter Flughafen rüstet sich zu Ferienbeginn für einen Rekord-Ansturm von Passagieren. Mit den Sommerferien in Hessen, Rheinland-Pfalz und weiteren Bundesländern in einer Woche erwartet die Betreibergesellschaft Fraport bis zu 240 000 Passagiere am Tag.

rtr/dpa-AFX/ts

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Bildquelle: Kai Pfaffenbach/Reuters

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