DAX-MARKTBERICHT

DAX geht mit Spitzenwerten ins Wochenende - und was Anleger außerdem wissen sollten

DAX geht mit Spitzenwerten ins Wochenende - und was Anleger außerdem wissen sollten

WKN: 710000 ISIN: DE0007100000 Daimler AG

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23.01.2020 - 08:51
13.12.2019 17:38:00

Nach einem starken Freitag hat sich der DAX mit 0,5 Prozent Plus bei 13.282,72 Punkten ins Wochenende verabschiedet. Was die Top-Themen waren und was Anleger außerdem beschäftigte.

Die Einigung auf die erste Phase im US-Handelsstreit mit China und Weichenstellungen beim Brexit gaben den Börsen Auftrieb. Anleger gerieten in Kauflaune und so stieg der DAX zeitweise auf über 13.400 Punkte, wo er ein neues Hoch seit Januar 2018 erreichte. "Anleger haben zwei der größten Geschenke auf ihrem Wunschzettel bekommen", sagte Analyst Sean Callow von der Westpac Bank. "Daran sollten sie zumindest eine Weile Freude haben."

Am Devisenmarkt stand am Freitag nach dem Wahlausgang vor allem das starke britische Pfund im Mittelpunkt. Die Währung kletterte dank des klaren Wahlsiegs des britischen Premierministers Boris Johnson auf ein Eineinhalb-Jahres-Hoch von 1,3514 Dollar. Zur Gemeinschaftswährung markierte es mit 1,2079 sogar den höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren. Mit einem Plus von 2,1 Prozent steuerte das Pfund zudem auf den größten Tagesgewinn seit elf Jahren zu.

Allgemein wurden konjunkturabhängige Werte wie etwa der Autosektor von der Nachrichtenlage angetrieben. Die Volkswagen-Aktien nahmen mit einem Kurssprung um 3,5 Prozent die DAX-Spitze ein und führten den deutschen Leitindex auch zu Handelsschluss noch an. Allerdings gab es auch einen deutlichen Ausreißer mit der Henkel-Aktie, die am DAX-Ende wegen mauer Geschäftsaussichten um fast 4 Prozent fiel und damit auch die knapp im Minus liegende Aktie des Konkurrenten Beiersdorf ausbremste. Henkel-Chef Hans Van Bylen bereitete die Investoren auf ein weiteres schwaches Geschäftsjahr 2020 vor. Goldman Sachs-Analyst John Ennis strich daraufhin seine Kaufempfehlung für die Papiere.

Was am Freitag an der Börse außerdem wichtig war


Milliardendeal: Delivery Hero kauft in Asien zu - Aktie haussiert
Der Essenslieferant Delivery Hero baut sein Geschäft in Asien mit einer milliardenschweren Übernahme aus. Das im MDax notierte Unternehmen hat sich 82 Prozent des südkoreanischen Unternehmens Woowa gesichert, wie es am Freitag in Berlin mitteilte. Um den Deal zu finanzieren, plant Delivery Hero auch eine Kapitalerhöhung. Doch trotz der Ausgabe neuer Aktie, die üblicherweise erst einmal auf den Kurs drückt, kam der Zukauf an der Börse gut an - die Marktkapitalisierung von Delivery Hero zog um ein Fünftel auf den Rekordwert von etwas mehr als elf Milliarden Euro an. Experten stuften den Schritt als strategisch sinnvoll ein.

Schwächephase von Henkel hält auch 2020 an - Aktienkurs sackt ab
Der scheidende Konzernchef Hans Van Bylen hat die Aktionäre des Konsumgüterkonzerns Henkel auf ein weiteres schwaches Geschäftsjahr vorbereitet. Die Ergebnisse dürften 2020 weiter sinken, der Umsatz im besten Fall nur geringfügig wachsen. Das schwächere Industrieumfeld belastet dabei vor allem die Klebstoffsparte. Höhere Investitionen drücken auf den Gewinn. Alles in allem erwartet Henkel eine so schwache operative Profitabilität wie seit Jahren nicht mehr.

Daimler rechnet in China mit weiter steigenden Verkaufszahlen
Daimler rechnet trotz der Flaute auf dem chinesischen Automarkt mit weiter steigenden Verkaufszahlen. "China ist weiter ein Wachstumsmotor für uns", sagte Vorstand Hubertus Troska am Freitag in Stuttgart. Die Nachfrage im Premiumsektor sei enorm, und man könne davon ausgehen, dass dieser Markt weiter wachse. Daher sehe er auch weitere Wachstumsmöglichkeiten für Mercedes - allerdings wohl nicht auf dem hohen Niveau der Vorjahre. "Die Kurve flacht jetzt für alle etwas ab", sagte Troska, der im Daimler-Vorstand für das China-Geschäft zuständig ist.

Entscheidung über neues VW-Werk in der Türkei erst ab Februar
Volkswagen lässt sich mit seiner Entscheidung über das umstrittene neue Werk in der Türkei noch mehr Zeit. Man werde frühestens ab der Mitte des ersten Quartals 2020 zu einer abschließenden Bewertung kommen, hieß es am Freitag aus Konzernkreisen in Wolfsburg. Zuvor hatte die "Automobilwoche" berichtet, dass dies "nicht vor Februar" anstehe. Der Konzern hatte den Beschluss eigentlich schon für den Herbst 2019 geplant, wegen der Militäraktionen der Türkei in Nordsyrien dann aber auf Eis gelegt. Es gab Kritik an dem Vorhaben, ausgerechnet in einem Land mit heikler Menschenrechtslage eine neue Mehrmarken-Fabrik zu eröffnen.

Kommunale Gesellschaft kauft Deutscher Wohnen gut 2100 Wohnungen ab
Die kommunale Gesellschaft Degewo kauft dem Konzern Deutsche Wohnen 2142 Wohnungen in Berlin ab. Wie die Degewo am Freitag mitteilte, handelt es sich um drei Quartiere in Lichterfelde, Spandau und Schöneberg, die zwischen 1975 und 1993 errichtet wurden und auch 33 Gewerbeeinheiten umfassen. Der Kaufpreis beträgt dem Vernehmen nach 358 Millionen Euro.

VW ändert Boni auch für mittleres Management - Garantie bis 2022
Nach dem Umbau des Bonussystems für die Vorstände ändert VW auch für das mittlere bis obere Management die Berechnung der Bezüge - mit einer Garantie für Boni über die kommenden drei Jahre. Dies geht aus einem Brief zu einem "neuen Vergütungssystem" von Personalvorstand Gunnar Kilian und Konzernchef Herbert Diess an die betreffenden Mitarbeiter hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Jedoch schmilzt die zugesicherte Mindesthöhe schrittweise ab: Nach dem vollständigen Beibehalten des aktuellen Gehaltsniveaus 2020 sind in den Jahren darauf noch 90 und 80 Prozent der Gesamtsumme vorgesehen. Zuvor hatte auch der "Spiegel" über die Pläne berichtet.

Jost baut Landwirtschaftsgeschäft mit Übernahme aus - Aktie im Plus
Der Lkw-Zulieferer Jost Werke will durch die Übernahme der schwedischen Ålö Holding im internationalen Geschäft mit Agrarmaschinen wachsen. Für den Hersteller von landwirtschaftlichen Frontladern zahle Jost 250 Millionen Euro an den Finanzinvestor Altor, teilte das im SDax gelistete Unternehmen am Freitag in Neu-Isenburg mit. An der Börse wurde die Übernahme positiv aufgenommen, der Kurs stieg am Morgen um 2,54 Prozent auf 34,30 Euro.

VW-Konzern macht bei Verkäufen weiter Boden gut
Der Volkswagen-Konzern macht bei seien Verkaufszahlen weiter Fortschritte. Im November lieferte der Konzern mit seinen 12 Fahrzeugmarken weltweit 988 800 Fahrzeuge aus und damit 5,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Freitag in Wolfsburg mitteilte. Damit verzeichnet VW im bisherigen Jahresverlauf nun ein kleines Plus von 0,3 Prozent auf 9,94 Millionen Autos, nachdem zuletzt noch ein kleines Minus zu Buche gestanden hatte. Der VW-Vertriebschef Christian Dahlheim sieht den Autobauer daher "trotz erheblichen Gegenwinds aus den Märkten" auf dem Weg, das Jahr 2019 erfolgreich abzuschließen.

Fraport steuert künftig Shops im New Yorker Flughafen Newark
Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport baut sein Geschäft mit Einzelhandelsflächen an US-Flughäfen aus. Sechster Standort wird das Terminal B am Flughafen Newark bei New York, wie das Unternehmen am Freitag berichtete. Man habe mit dem Flughafenbetreiber PANYNJ einen Vertrag über das Center-Management für fünf Jahre abgeschlossen. Fraport verwaltet bereits Einzelhandelsflächen am anderen New Yorker Flughafen "John F. Kennedy" sowie in den Städten Baltimore, Cleveland, Nashville und Pittsburgh.

Glyphosat-Hersteller beantragen EU-Zulassung für die Zeit ab 2023
Die Glyphosat-Hersteller haben ein Zulassungsverfahren in Gang gesetzt, damit der umstrittene Unkrautvernichter auch nach dem Jahr 2023 in der EU eingesetzt werden darf. Ein entsprechender Antrag sei bereits am Donnerstag bei der EU-Kommission und andere EU-Institutionen eingereicht worden, heißt es auf der Webseite einer Firmengruppe, die sich für das Produkt starkmacht - die "Glyphosate Renewal Group". Zu ihr gehören der deutsche Agrarchemiekonzern Bayer und Syngenta aus der Schweiz. Bis zu diesem Sonntag lief noch eine Frist für die Antragstellung. Nun haben die Firmen ein halbes Jahr Zeit, um ihre Antrag inhaltlich zu begründen und dabei wissenschaftliche Erkenntnisse heranzuziehen.

Landesbank Helaba macht Weg frei für Gespräche mit der Dekabank
Nach der Dekabank hat auch die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) den Weg freigemacht für Gespräche über eine Zusammenarbeit der beiden Frankfurter Institute. Der Vorstand wurde beauftragt zu prüfen, "wie die Stärken beider Häuser in ein leistungsfähiges Zentralinstitut der Sparkassen-Finanzgruppe zusammengeführt werden können", teilte die Helaba am Freitag nach Beratungen von Verwaltungsrat und Trägerversammlung mit. Der Verwaltungsrat der Deka hatte vor einer Woche den dortigen Vorstand damit beauftragt, im Januar Gespräche über eine "vertiefte Zusammenarbeit" mit der Helaba aufzunehmen.

rtr/dpa-AFX/iw


Bildquelle: Julian Mezger für Finanzen Verlag

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