DAX-SCHLUSSBERICHT

DAX geht schwächer ins Wochenende - und was Anleger sonst noch wissen müssen

DAX geht schwächer ins Wochenende - und was Anleger sonst noch wissen müssen

WKN: 903869 ISIN: JP3305950002 CORONA CORP

03.07.2020 17:38:00

Der DAX hat sich am Freitag von seiner schwächeren Seite gezeigt. Der Leitindex schloss 0,6 Prozent im Minus bei 12.528,18 Punkten. Was Anleger vom Handel sonst noch wissen müssen, die wichtigsten Themen vom Parkett.

Nach einer starken Börsenwoche haben die Anleger im DAX am Freitag Gewinne mitgenommen. In den vergangenen fünf Handelstagen legte der Index fast vier Prozent zu.

Der Markt schwankt weiterhin zwischen der Hoffnung auf eine Erholung der Konjunktur und Corona-Sorgen, die derzeit fast jeden Tag mit neuen hohen Infektionszahlen vor allem in den USA befeuert werden. Die unerwartet starken US-Arbeitsmarktzahlen hatten tags zuvor noch für kräftigen Schwung gesorgt. Diese Impulse fehlten am Freitag. Vor dem Nationalfeiertag am Samstag blieben die US-Börsen geschlossen.

Nachfrageboom treibt Delivery-Hero-Aktie auf Rekordhoch


Auf Unternehmensseite stand Delivery Hero mit überraschend guten Zahlen im Fokus der Anleger. Im Juni verdoppelte sich die Menge der Bestellungen bei dem Essenslieferdienst. Die Aktie legte um mehr als sieben Prozent zu und stieg erstmals über die Marke von 100 Euro.

Analysten von Berenberg sehen Delivery Hero dauerhaft im Aufwärtstrend. "Wir glauben, dass Covid-19 zu einer Beschleunigung von Online-Essensbestellungen geführt hat, und rechnen damit, dass dieser Trend anhält, wenn die Welt zur Normalität zurückkehrt." Ein Barclays-Analyst stellte eine Anhebung des Ausblicks in Aussicht, wenn das im MDax notierte Unternehmen seinen Quartalsbericht zum Monatsende vorstellt, und erklärte, das Plus im zweiten Quartal zeige das Potenzial von Delivery Hero als Kandidat für den Leitindex Dax.

Was am Freitag an der Börse sonst noch wichtig war


Autobranche unter Druck: Juni bringt noch keine Entlastung
Der Juni hat für die deutsche Automobilindustrie kaum Entlastung gebracht: 220 272 Autos wurden im vergangenen Monat neu zugelassen und damit etwa ein Drittel weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Freitag mitteilte. Immerhin: "Die Minusraten werden langsam wieder kleiner", sagte die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, in Berlin. Noch im Mai waren die Neuzulassungen um rund die Hälfte eingebrochen. Dennoch setzt sich der durch die Corona-Krise ausgelöste Abwärtstrend in der Autobranche zunächst fort.

Immobilienkonzern DIC Asset bestätigt Prognose nach Galeria Kaufhof-Einigung
Der Immobilienkonzern DIC Asset hält auch nach der Einigung mit der Galeria Kaufhof GmbH auf neue Mietverträge an einzelnen Standorten an seiner Prognose fest. Man gehe weiter davon aus, dass die für die Immobilienbranche wichtige Kennziffer FFO (Funds from Operations) im Gesamtjahr 2020 zwischen 94 und 96 Millionen Euro liegen wird, teilte der auf Gewerbeimmobilien spezialisierte Konzern am Freitag in Frankfurt mit. Anfang April hatte DIC Asset seine ursprünglichen Ziele wegen der Corona-Krise auf diese Bandbreite senken müssen.

Arznei Remdesivir erhält europäische Zulassung für Covid-19
Der Wirkstoff Remdesivir des US-Herstellers Gilead Sciences wird in Europa unter Auflagen zur Behandlung schwerer Fälle von Covid-19 zugelassen. Die Entscheidung gab die EU-Kommission am Freitag bekannt.

Ryanair verspricht Ticketerstattungen bis Ende Juli
Europas größter Billigflieger Ryanair will die ausstehenden Erstattungen für in der Corona-Krise abgesagte Flüge schneller bearbeiten. Mehr als 90 Prozent der zwischen März und Juni betroffenen Kunden sollen ihr Geld bis Ende Juli erhalten, versprach Manager Eddie Wilson laut einer Mitteilung des irischen Unternehmens vom Freitag. Man habe zusätzliche Mitarbeiter geschult, um den Stau zu beseitigen.

'SZ': Ermittlungen gegen Wirecard-Manager auch wegen Untreueverdachts
Im Skandal um fehlende Milliarden beim Dax-Konzern Wirecard ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" nun auch wegen Untreueverdachts gegen den Ex-Vorstandschef und weitere Manager. Dabei geht es um den Vorwurf, dass dreistellige Millionensummen von Wirecard-Konten an Firmen in Asien und auf Mauritius flossen. Außerdem gehen die Ermittler laut dem "SZ"-Bericht von Freitag davon aus, dass die mutmaßlichen Manipulationen bei Wirecard spätestens 2014 begannen. Die Zeitung stützt sich dabei auf "Erkenntnisse von Ermittlern" und "Ermittlungsunterlagen". Die Staatsanwaltschaft erklärte, sie könne den Bericht nicht bestätigen. "Wir ermitteln weiterhin gegen Herrn Braun und mögliche Mittäter wegen aller in Betracht kommenden Straftaten".

rtr/dpa-AFX/fh


Bildquelle: Julian Mezger für Finanzen Verlag

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