DAX-MARKTBERICHT

DAX im Minus: Anleger vor Fed-Entscheid vorsichtig - Deutsche Bank-Aktie bricht ein

DAX im Minus: Anleger vor Fed-Entscheid vorsichtig - Deutsche Bank-Aktie bricht ein

WKN: ISIN: KE0000000133 CMC Holdings Ltd.

30.10.2019 07:30:00

Unmittelbar vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank fassen Anleger Aktien nur mit spitzen Fingern an. Auf die Stimmung schlug am Mittwoch außerdem ein erneuter Milliardenverlust der Deutschen Bank. Eine mögliche Mega-Fusion in der Autobranche und Hoffnungen auf einen Ausweg aus der Brexit-Sackgasse verhinderten allerdings größere Kursverluste. Dax und EuroStoxx50 fielen um jeweils etwa 0,2 Prozent auf 12.913 beziehungsweise 3617 Punkte.

In Großbritannien stimmte das Unterhaus für die von Premierminister Boris Johnson gewünschten Neuwahlen am 12. Dezember. "Die Wahl wird zwangsläufig zu einer Art Brexit-Referendum", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Unklar sei bislang, wie es danach weitergehe. "Von einem Austritt mit dem Johnson-Deal bis hin zu einem zweiten tatsächlichen Referendum erscheint alles offen." Devisen-Anleger setzten auf Ersteres, sagte Derek Halpenny, Chef-Analyst für Europa bei Bank Mitsubishi UFJ. Ds Pfund Sterling verteuerte sich auf 1,2879 Dollar und 1,1592 Euro.

US-ZINSSENKUNG ERWARTET - GOLDPREIS STEIGT


Eine Zinssenkung der US-Notenbank um einen Viertel Prozentpunkt gilt unter Investoren als sicher. Wegen der Uneinigkeit in der Fed-Führung bei der vorangegangenen Zinssenkung und als Beweis ihrer Unabhängigkeit angesichts der wiederholten Verbal-Attacken des US-Präsidenten Donald Trump könnte die Notenbank aber durchaus die Füße stillhalten, sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. Nach Einschätzung seines Kollegen Neil Wilson vom Online-Broker Markets.com käme dies aber eine Straffung der Geldpolitik gleich und würde den Effekt vorangegangener Zinssenkungen zunichte machen.

Die US-Zinsspekulationen verteuerten Gold um bis zu 0,5 Prozent auf 1494,60 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Die "Antikrisen-Währung" werde auf absehbare Zeit gefragt bleiben, da das geplante Teil-Abkommen im Zollstreit zwischen den USA und China bestehende gegenseitige Strafzölle nicht aufhebe, sondern lediglich einfriere, sagte Analyst Han Tan vom Online-Broker FXTM. Darüber hinaus ist die Einigung womöglich nicht so rasch unterschriftsreif wie zunächst gedacht.

PEUGEOT UND FIAT WOLLEN FUSIONIEREN - DT. BANK ENTTÄUSCHT


Bei den Unternehmen war die mögliche 50 Milliarden Euro schwere Fusion von Fiat Chrysler und Peugeot das Hauptgesprächsthema. Einem Insider zufolge könnte eine Einigung schon am Donnerstag verkündet werden. Die beiden Autobauer ergänzten sich gut, da Fiat Chrysler in Nordamerika stark sei und Peugeot in Asien und dem Rest der Welt, sagte Analyst Martino De Ambroggi von der Investmentbank Equita. Fiat-Aktien stiegen in Mailand um bis zu 10,6 Prozent auf 12,99 Euro und steuerten auf den größten Tagesgewinn seit 2014 zu. In Paris waren Peugeot-Papiere mit 27,06 Euro so teuer wie zuletzt vor elfeinhalb Jahren. Die Titel des Rivalen Renault, der zeitweise selbst mit einer Partnerschaft mit Fiat geliebäugelt hatte, fielen dagegen um 4,7 Prozent.

Angesichts eines erneuten Milliardenverlustes geriet auch die Deutsche Bank unter Verkaufsdruck. Den Aktien des Geldhauses drohte mit einem Minus von bis zu 7,1 Prozent der größte Tagesverlust seit eineinhalb Jahren. "Die Restrukturierung wird wohl teurer als gedacht", sagte Markets.com-Experte Wilson. Bedenklich sei zudem der Rückgang der Einnahmen.

rtr

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Bildquelle: Julian Mezger für Finanzen Verlag

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Deutsche Bank AG 6,61 1,55% Deutsche Bank AG
Fiat Chrysler (FCA) 14,54 1,20% Fiat Chrysler (FCA)
Mitsubishi Corp. 23,80 1,71% Mitsubishi Corp.
Peugeot S.A. (PSA Peugeot Citroën) 23,76 -0,17% Peugeot S.A. (PSA Peugeot Citroën)
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