DAX-MARKTBERICHT

DAX im Minus: Europas Anleger bleiben vor Handelsdeal USA/China skeptisch

DAX im Minus: Europas Anleger bleiben vor Handelsdeal USA/China skeptisch

WKN: 514000 ISIN: DE0005140008 Deutsche Bank AG

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17.01.2020 - 19:33
15.01.2020 15:12:00

Der Handelsstreit USA/China macht Anlegern weiter Sorgen. Vor der Unterzeichnung des ersten Teilabkommens am Mittwoch fielen Dax und EuroStoxx50 am Nachmittag jeweils um 0,4 Prozent auf 13.399 beziehungsweise 3758 Punkte.

Strategen rechnen lediglich mit einer Art Waffenstillstand zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften. An der Wall Street sorgten durchwachsene Bilanzen großer Geldhäuser für lange Gesichter: so enttäuschte Goldman Sachs im Quartal mit einem Gewinnrückgang von 26 Prozent, während die Bank of America und der Vermögensverwalter Blackrock besser abschnitten als erwartet.

Nach monatelangen, zähen Verhandlungen wollen US-Präsident Donald Trump und der chinesische Vize-Premierminister Liu He am Mittwoch in Washington das Handels-Teilabkommen unterzeichnen. China soll dann wieder mehr US-Produkte abnehmen. Strittige Punkte wie der Diebstahl geistigen Eigentums, ein erzwungener Technologietransfer zwischen Unternehmen und Subventionen sollen aber wohl erst in einer zweiten Phase geklärt werden. Deswegen warteten Anleger auf weitere Details. "Wenn man bedenkt, wie viele positive Nachrichten an der Börse bereits in den Kursen berücksichtigt sind, müsste der Deal phänomenal sein, um eine nächste Runde von Käufen auszulösen", sagte Analyst David Madden vom Handelshaus CMC Markets.

Einen Dämpfer versetzte den Märkten zudem Aussagen von US-Finanzminister Steven Mnuchin, dass die milliardenschweren Sonderzölle auf chinesische Importe bis zum Abschluss eines zweiten Abkommens beibehalten werden sollen. "Eine solche Rhetorik klingt vertraut und spiegelt die Taktik wider, China zu weiteren Zugeständnissen zu zwingen", erklärten Experten der Commerzbank. Zweifel an einem Wachstumsschub für die Weltwirtschaft durch das Handelsabkommen trieb Anleger wieder verstärkt in das in Krisenzeiten begehrte Gold. Das Edelmetall verteuerte sich um 0,3 Prozent auf 1550 Dollar je Feinunze. Die Ölpreise gaben hingegen leicht nach.

GOLDMAN-GEWINN BRICHT EIN


Finanzwerte zählten weltweit zu den größten Verlierern. Die Aktien der US-Investmentbank Goldman Sachs fielen vorbörslich in New York um 1,6 Prozent. In Frankfurt verloren Deutsche Bank 1,7 Prozent und die Commerzbank 3,5 Prozent.

Europaweit gerieten zudem Autowerte unter die Räder. Der Branchenindex gab um 1,3 Prozent nach. Ein Umsatz- und Gewinnrückgang setzte dem Zulieferer Hella zu: die Aktien des Scheinwerferspezialisten gaben 1,6 Prozent nach.

Zu den größten Verlierern am deutschen Aktienmarkt gehörte Fraport. Die Aktien des Flughafenbetreibers gaben mehr als zwei Prozent nach, nachdem die Passagierzahlen zum Jahresende erstmals sei drei Jahren rückläufig waren.

rtr


Bildquelle: Julian Mezger für Finanzen Verlag

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