DAX-MARKTBERICHT

DAX im Minus: Massive Fed-Hilfen begrenzen Verluste an Europas Börsen

DAX im Minus: Massive Fed-Hilfen begrenzen Verluste an Europas Börsen

WKN: A0F55S ISIN: US03076C1062 Ameriprise Financial Inc

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08.04.2020 - 08:37
23.03.2020 15:04:00

Die Ankündigung weiterer massiver Hilfen der US-Notenbank (Fed) hat Anleger zum Wochenanfang in der Corona-Krise wieder etwas beruhigt. Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie brachte die Fed eine Reihe neuer Maßnahmen auf den Weg und half damit, die Verluste an den europäischen Aktienmärkten einzugrenzen.

Zunächst hatten das Fehlen eines Rettungsplans für die US-Wirtschaft und die massiven staatlichen Einschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus Europas Anleger verschreckt.

Der Dax notierte am Montagnachmittag 1,4 Prozent tiefer bei 8805 Punkten, der EuroStoxx50 lag 1,3 Prozent niedriger bei 2516 Zählern. Damit machten die gebeutelten Börsen einen Teil ihrer anfänglichen Verluste wieder wett. Zunächst hatten die Indizes rund fünf Prozent nachgegeben. In den USA lag der Dow-Jones-Index im frühen Handel 1,4 Prozent im Minus.

"Die Fed fährt damit die ganz großen Geschütze auf, um der durch das Coronavirus in Mitleidenschaft gezogenen Wirtschaft unter die Arme zu greifen", sagte Timo Emden, Analyst bei Emden Research. Die Fed will Haushalte, kleine Unternehmen und große Arbeitgeber mit einer noch nie dagewesene Bandbreite an Krediten als Sicherheit für die Geldvergabe unterstützen. "Das ist ihr Bazooka-Moment", sagte Russell Price, Chefökonom bei Ameriprise Financial Services in Troy, Michigan. Damit wolle sie Finanzmärkten und Investoren zeigen, dass die Fed jede notwendige Liquidität zur Verfügung stellen wird, um die Wirtschaft in dieser Zeit zu unterstützen.

US-KONJUNKTURPAKET IM BLICK


Anleger warteten nun auf die erneute Abstimmung im US-Senat über ein billionenschweres Konjunkturpaket. Am Sonntag gab es keine Einigung auf das breit angelegte Hilfspaket, das unter anderem die Unterstützung von besonders hart getroffene Branchen wie der Luftfahrtindustrie vorsieht. Der Chef der Fed von St. Louis, James Bullard, warnte davor, dass die Arbeitslosigkeit auf 30 Prozent steigen könnte, falls nicht noch mehr steuerliche Maßnahmen ergriffen würden. Goldman Sachs geht mittlerweile für das zweite Quartal von einem Einbruch des realen US-Bruttoinlandsprodukts um knapp ein Viertel aus.

Die Lage werde sich wohl trotz der koordinierten Bemühungen von Regierungen und Zentralbanken auf der ganzen Welt auch in nächster Zeit nicht entspannen, sagte George Kanaan, Vertriebsleiter der UBS in Australien. "Ich bin seit 27 Jahren im Finanzsektor tätig und habe so etwas noch nie gesehen." "Steigende Infektionsraten, strengere Restriktionen und die Rede von der Abschottung treffen die Aktien", sagte David Madden, Analyst bei CMC Markets. Um die wirtschaftlichen Folgen der Virus-Krise einzugrenzen, beschloss die Bundesregierung am Montag ein riesiges Paket an Wirtschaftshilfen. In Deutschland hatten sich Bund und Länder am Sonntag wegen der Coronavirus-Pandemie auf neue massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens geeinigt. Zudem kündigte Griechenland wie bereits Frankreich und Spanien eine landesweite Sperre an. Italien verbot Inlandsreisen. Bundeskanzlerin Angela Merkel befindet sich in Quarantäne, weil sie mit einem infizierten Arzt in Kontakt gekommen war.

AIRBUS MACHT SICH WETTERFEST


Unterdessen strich auch Europas größter Flugzeugbauer Airbus seine Prognose und stockte seinen Kreditrahmen um 15 Milliarden Euro auf, um sich für den Einbruch der Luftfahrt wetterfest zu machen. Die in Deutschland notierten Aktien von Airbus brachen zum Auftakt rund 13 Prozent ein und lagen im Handelsverlauf noch 7,5 Prozent tiefer. Die Aktien des Münchner Triebwerksbauers MTU lagen wegen eines geplanten Produktionsstopps mehr als zwölf Prozent im Minus.

Die US-Zulassung eines Coronavirus-Tests bescherte dagegen Novacyt einen der größten Kurssprünge der Firmengeschichte. Die Aktien der Biotech-Firma steigen in Paris um 60 Prozent auf 2,08 Euro.

rtr

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Bildquelle: Lisi Niesner/Reuters

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