DAX-MARKTBERICHT

DAX kaum verändert - Sorge vor zweiter Corona-Welle verunsichert Anleger

DAX kaum verändert - Sorge vor zweiter Corona-Welle verunsichert Anleger

WKN: 903869 ISIN: JP3305950002 CORONA CORP

27.07.2020 15:25:00

Aus Angst vor einer zweiten Corona-Welle wagen sich die Anleger an Europas Aktienmärkten zum Wochenstart nicht aus der Deckung. "Es wird immer schwieriger für die Investoren, die steigenden Corona-Zahlen zu ignorieren", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader.

Vor allem die Reisebranche verzeichnete Kursverluste, nachdem Großbritannien kurzfristig für Reise-Rückkehrer aus Spanien eine zweiwöchige Quarantäne-Pflicht einführte. Für positive Impulse sorgten dagegen sich aufhellende Geschäftsaussichten der Unternehmen. Am Nachmittag notierte der Dax kaum verändert bei 12.840 Punkten. Der EuroStoxx50 gab 0,3 Prozent auf 3.302 Zähler nach. Die US-Futures starteten mit leichten Kursgewinnen.

Trotz der Angst vor einer zweiten Corona-Welle steigt die Zuversicht bei Unternehmen. So legte der Ifo-Geschäftsklimaindex im Juli überraschend stark zu und signalisierte eine konjunkturelle Trendwende. Der Fall des Dax unter die psychologisch wichtige Marke von 13.000 Punkten vor dem Wochenende sei zwar enttäuschend gewesen, sagte Cutkovic. "Der Aufwärtstrend aber bleibt trotzdem intakt und der Traum von einem neuen Rekordhoch ist bei weitem noch nicht ausgeträumt."

Für zusätzliche Verunsicherung sorgten allerdings die wachsenden Spannungen zwischen den USA und China. Als Reaktion auf die Schließung des chinesischen Konsulats in Houston gab die Regierung in Peking die Schließung der US-Vertretung in der südwestlichen Stadt Chengdu bekannt. Der Streit heizte die Nachfrage nach Gold weiter an. Der Goldpreis sprang zum Wochenanfang auf das neue Allzeithoch von 1944,73 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). "Solch eine Dynamik haben wir noch selten erlebt, die Telefone bei unseren Händlern klingeln ununterbrochen", sagte Experte Hans-Günter Ritter vom Edelmetallhändler Heraeus. Marktteilnehmern zufolge spielte beim Run auf die Anti-Krisen-Währung neben dem schwachen Dollar auch eine steigende Inflationserwartung eine Rolle.

REISE-RÜCKKEHRER BEREITEN SORGE


Die überraschend eingeführte Quarantäne-Pflicht in Großbritannien für Reise-Rückkehrer aus Spanien setzte vor allem Aktien von Touristik-Unternehmen unter Druck. Der Branchenindex gab zeitweise mehr als drei Prozent nach. Anteilsscheine von in Großbritannien ansässigen Fluggesellschaften und Reiseanbietern wie TUI, Easyjet und die British Airways-Mutter IAG brachen in der Spitze zwischen 10,2 und 15,2 Prozent ein. Die Papiere von Ryanair sanken bis zu 9,1 Prozent.

Auch die Papiere der Lufthansa büßten bis zu 7,9 Prozent ein. Die britische Regierung schloss nicht aus, ihre Quarantäne-Vorschriften auch auf Reisende aus Deutschland und Frankreich auszuweiten. Nach einer Welle von Coronavirus-Fällen in Spanien hatte die britische Regierung am Wochenende eine zweiwöchige Quarantäne für alle Reiserückkehrer aus dem Urlaubsland angeordnet. Auch in anderen Ländern wurden die Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionszahlen wieder verschärft.

Für Aufsehen sorgte der neue SAP-Chef Christian Klein. Weniger als zwei Jahre nach der acht Milliarden Dollar schweren Übernahme bringt der Softwarekonzern seine US-Tochter Qualtrics an die Börse. Am Aktienmarkt kam das Vorhaben gut an. SAP-Anteilsscheine legten bis zu vier Prozent zu und notierten am Nachmittag noch rund zwei Prozent im Plus. Da die Bewertungen der Software-Firmen insgesamt stark gestiegen seien, sei das Timing für den geplanten Börsengang recht gut, sagte Harald Schnitzer, Analyst bei der DZ Bank. Die strategischen Vorteile für SAP seien aber trotz der zu erwartenden Mittelzuflüsse unklar.

rtr


Bildquelle: Lisi Niesner/Reuters

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