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DAX-MARKTBERICHT

DAX leicht im Minus: Überlegungen zu US-Zinswende schon 2023 macht Börsen zu schaffen

DAX leicht im Minus: Überlegungen zu US-Zinswende schon 2023 macht Börsen zu schaffen
17.06.2021 14:51:00

Die Aussicht auf eine vorzeitige Abkehr von der ultra-lockeren US-Geldpolitik trübt die Laune der europäischen Anleger. "Die Tatsache, dass die Notenbank Fed hierfür die Grundlagen legt, mag zwar für die Märkte beunruhigend sein", sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. "Im Hier und Jetzt hat sich an der Geldpolitik aber nicht viel geändert."

Daher hielten sich am Donnerstag die Kursverluste in Grenzen. Dax und EuroStoxx50 notierten am frühen Nachmittag jeweils knapp im Minus bei 15.700 beziehungsweise 4143 Punkten. Deutlicher fiel der Verkaufsdruck am Anleihemarkt aus. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Bundestitel zeitweise auf ein Dreieinhalb-Wochen-Hoch von 0,149 Prozent.

Die Fed-Führung prognostizierte mit ihren Projektionen, den sogenannten Dot Plots, für 2023 zwei Zinserhöhungen. Ursprünglich sollte es damit erst 2024 losgehen. Am Volumen ihrer Wertpapierkäufe will die Notenbank allerdings bis auf Weiteres festhalten. "Die Fed hat ihre Einschätzungen recht gut kommuniziert", kommentierte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. "Sie signalisiert ihre Absicht, die Geldpolitik zu straffen, ohne wirklich etwas zu tun."

DOLLAR IM AUFWIND - ROHSTOFFE UNTER DRUCK


Der US-Währung gab der Fed-Entscheid Auftrieb. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, stieg zeitweise auf ein Zwei-Monats-Hoch von 91,848 Punkten. Dies macht Rohstoffe für Investoren außerhalb der USA unattraktiver. Daher rutschte der Preis für Kupfer um 2,7 Prozent auf 9403 Dollar je Tonne ab. Die brockte dem Index für die europäischen Bergbau-Titel ein Minus von 1,6 Prozent ein.

Gold warfen Investoren ebenfalls aus den Depots. Das Edelmetall verbilligte sich um 1,6 Prozent auf 1783 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Sollte die Inflation aber weiter steigen, rücke Gold wieder ganz oben auf die Einkaufsliste der Anleger, sagte Rohstoff-Experte Alexander Zumpfe vom Edelmetallhändler Heraeus. "Das gilt umso mehr, so lange die Realzinsen - also der Nominalzins bereinigt um die Inflation - negativ ist."

Bei Rohöl fielen die Kursverluste geringer aus. Schließlich werde die Nachfrage in den kommenden Monaten bei einem knappen Angebot weiter steigen, prognostizierte Analyst Edward Moya vom Brokerhaus Oanda. Die Ölsorte Brent aus der Nordsee büßte 0,7 Prozent auf 73,91 Dollar je Barrel (159 Liter) ein.

RÜCKSCHLAG FÜR CORONA-IMPFSTOFF VON CUREVAC


Bei den Aktienwerten rückte CureVac ins Rampenlicht, nachdem der Coronavirus-Impfstoff der Biotech-Firma bei einer wichtigen Wirksamkeitsstudie gefloppt war. Die Hoffnung auf eine Zulassung sei aber noch nicht verloren, kommentierte Analyst Zhiqiang Shu von der Berenberg Bank. Wegen der starken Nachfrage nach Vakzinen könnte die EU-Gesundheitsbehörde nachsichtig sein. Aber selbst dann sei der Verkaufserfolg wegen der im Vergleich zur Konkurrenz geringeren Effektivität fraglich. CureVac-Titel brachen zeitweise um gut 52 Prozent auf 39,10 Euro ein. Das ist der größte Kurssturz seit dem Börsengang im Sommer 2020. Wacker Chemie geriet als Produktionspartner für den Curevac-Impfstoffkandidaten ebenfalls unter die Räder. Die Aktien verloren fünf Prozent.

Gefragt waren Finanzwerte, deren Branchenindex mit einem Plus von zeitweise 2,6 Prozent den größten Anstieg seit zweieinhalb Monaten verbuchte. Bei steigenden Zinsen winken Banken höhere Gewinne aus dem klassischen Kreditgeschäft.

In London griffen Investoren bei Fluggesellschaften zu. Die Aktien der British Airways-Mutter IAG sowie der Billig-Flieger EasyJet und Wizz stiegen um bis zu vier Prozent. Die britische Regierung erwägt die Lockerung von Reise-Beschränkungen für vollständig Geimpfte.

rtr

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