DAX-MARKTBERICHT

DAX leicht im Plus: Handelsstreit bremst Kauflaune an Europas Börsen

DAX leicht im Plus: Handelsstreit bremst Kauflaune an Europas Börsen

WKN: A0RFZL ISIN: US26884L1098 EQT Corp

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23.10.2019 - 11:54
30.09.2019 16:01:00

Die Anleger in Europa haben sich zum Wochenauftakt bedeckt gehalten. Dax und EuroStoxx50 lagen am Montag mit 12.395 beziehungsweise 3554 Zählern leicht im Plus.

Kursgewinne bei Technologieaktien haben den US-Börsen zum Wochenauftakt zu einem Plus verholfen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnete am Montag 0,3 Prozent fester bei 26.880 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 0,3 Prozent auf 2970 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte ebenfalls 0,3 Prozent höher bei 7962 Punkten. Dennoch steuern die Börsenbarometer auf das schwächste Quartal in diesem Jahr zu.

Dabei spielen vor allem die Entwicklungen im Handelsstreit zwischen den USA und China eine Rolle. Für Verunsicherung sorgten zuletzt Berichte, wonach die USA den Zugang chinesischer Firmen zum US-Kapitalmarkt begrenzen könnten. Das US-Finanzministerium dementierte derartige Pläne. "Falls die USA diesen Weg beschreiten, könnte das ein ernsthaftes Nachspiel haben", sagte Robert Pavlik, Chefstratege bei der Vermögensverwaltung SlateStone Wealth. "Es könnte möglicherweise dazu führen, dass die Chinesen US-Staatsanleihen verkaufen und den Anleihemarkt unter Druck setzen." China ist nach Japan der zweitgrößte Investor am US-Staatsanleihemarkt. Die zehnjährigen Papiere gaben 0,4 Prozent nach, die Rendite stieg im Gegenzug auf 1,713 Prozent.

Zu den größten Gewinnern gehörten die Apple-Aktien mit einem Plus von 1,3 Prozent. Die Experten von JPMorgan haben ihre Prognose für den Verkauf der iPhones angehoben.

Gold verbilligte sich, eine Feinunze (31 Gramm) kostete mit 1482,85 Dollar ein Prozent weniger als am Freitag und so wenig wie seit Mitte August nicht. Der Goldpreis sei ein Getriebener des Handelskonflikts, sagte Alexander Zumpfe, Experte beim Goldhändler Heraeus. Das Edelmetall reagiere mit Verlusten darauf, dass die Einstellung der Börsennotierung chinesischer Firmen in den USA zunächst vom Tisch sei. "Ob es jetzt aber weiter abwärts geht, ist fraglich - an der grundsätzlichen Unsicherheit hat sich nichts geändert."

Unter Druck gerieten Anleihen, im Gegenzug legten die Renditen zu. Die zehnjährigen deutschen Papiere rentierten mit minus 0,542 Prozent, das sind 0,03 Prozentpunkte mehr als am Freitag. Sie reagierten auf ein am Montag veröffentlichtes Interview von Mario Draghi in der "Financial Times", in dem der scheidenden EZB-Chef sich für staatliche Konjunkturstützen ausgesprochen hatte. Diese seien wichtiger als früher, betonte er. Nach der jüngsten Zinssenkung waren Sorgen laut geworden, die Notenbank könnte die Grenzen dessen erreichen, was sie zur Konjunkturbelebung tun könne. "Es ist sehr klar, dass die EZB keine Macht über die Haushaltspolitik hat", sagte Peter Chatwell, Zinsexperte bei der Bank Mizuho.

Der Euro gab nach einem Reuters-Bericht nach, wonach die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Wachstumsprognosen für Deutschland gesenkt haben. Die Gemeinschaftswährung sackte um 0,3 Prozent auf 1,0904 Dollar ab. Die Wirtschaftsleistung werde in diesem Jahr um 0,5 Prozent und 2020 um 1,1 Prozent wachsen, sagten mit den Zahlen vertraute Personen. Im Frühjahr war noch von 0,8 Prozent und 1,8 Prozent Wachstum die Rede.

TECHNOLOGIEWERTE GEBEN NACH


Unter Druck standen die Technologiewerte, die besonders stark unter den Spannungen im Welthandel und dem Streit zwischen den USA und China leiden. Das entsprechende Barometer notierte 0,4 Prozent schwächer. Mit zeitweise minus 2,4 Prozent gehörte Infineon zu den größten Verlierern im Dax, die Papiere von STMicroelectronics gaben 1,7 Prozent nach.

Die Osram-Titel verloren 1,5 Prozent. Am Dienstag läuft das Angebot des österreichischen Chipherstellers AMS für den Münchner Lichtkonzern aus. Je Aktie bietet AMS 41 Euro. Es müsse abgewartet werden, ob die Finanzinvestoren Bain und Advent ihr Angebot erhöhten, schrieben die Experten von Liberum. Allerdings sei es ein riskantes Geschäft für AMS: "Wir sehen keine ausreichenden Synergien und glauben auch nicht, dass das Osram-Geschäft überzeugend genug ist, um das Risiko zu rechtfertigen." Die AMS-Titel notierten zeitweise 2,6 Prozent fester, gaben dann aber einen Großteil ihrer Gewinne wieder ab.

Nach dem Verkauf des Glasfasernetzbetreibers Inexio an den schwedischen Investor EQT legten die Aktien der Deutschen Beteiligungs-AG mehr als zehn Prozent zu und kosteten so viel wie seit Mitte Juli nicht mehr. Einer mit der Transaktion vertrauten Person zufolge liegt der Wert des Geschäfts bei einer Milliarde Euro. Es soll im vierten Quartal abgeschlossen werden.

rtr

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Bildquelle: Julian Mezger für Finanzen Verlag

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