DAX-CHARTANALYSE

DAX nach der US-Wahl: Die Panik ist historisch unbegründet

DAX nach der US-Wahl: Die Panik ist historisch unbegründet

WKN: 802200 ISIN: DE0008022005 HypoVereinsbank

09.11.2016 09:22:00

Der überraschende Ausgang der US-Wahl bringt die Märkte weltweit unter Druck. Doch die Erfahrung mit der jüngeren Börsengeschichte zeigt, dass dafür absolut kein Anlass besteht.





Donald Trump wird der neue Präsident der USA, und der Deutsche Aktienindex geht zusammen mit anderen Börsenbarometern auf Talfahrt. Vorbörslich war zeitweise bereits ein Minus von rund fünf Prozent festzustellen, doch der Kursverlauf zum Zeitpunkt von vergleichbar einschneidenden Ereignissen zeigt, dass einzelne Begebenheiten keinen anhaltenden Einfluss auf den DAX haben. Jüngstes Beispiel: Der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union (Brexit). Dazu kam es am 23. Juni ebenfalls unerwartet, und auch damals reagierte der Markt am nächsten Handelstag zu Beginn chaotisch mit einem Einbruch von mehr als zehn Prozent. Bereits im Tagesverlauf wurde die Hälfte dieser Verluste wieder aufgeholt, drei Wochen später waren sie komplett kompensiert.



Als weiteres Beispiel kann der 11. September 2001 dienen, als Terroristen Flugzeuge in das New Yorker World Trade Center stürzen liessen. In der Folge brach der DAX ebenfalls um mehr als zehn Prozent ein und verlor in den nächsten sieben Tagen insgesamt fast ein Viertel seines Wertes. Einen Monat später war jedoch wiederum der Einbruch vollständig aufgeholt. Und auch diesmal sollten Anleger an das altbewährte Sprichwort denken, dass politische Börsen kurze Beine haben.


Der Chart des DAX zeigt, dass der Markt sich noch in einem intakten mittelfristigen Aufwärtstrendkanal befindet, in dem nach unten Platz bis rund 9830 Zähler bleibt (grüne Trendgerade). Erst darunter wird es Zeit, die Prognose zu überdenken, doch Verluste dieser Größenordnung müssen zunächst einmal auftreten, bevor dieses Thema akut wird. Schon vorher, im Areal um 10.100, stabilisiert der 200-Tage-Durchschnittskurs den Index als bewährter Wendepunkt. Diese Chartmarken dürften Schnäppchenjäger anlocken, sobald die erste Panikwelle vorbei ist. Die Schwankungsanfälligkeit der Kurse (Volatilität) dürfte kurzzeitig zwar zunehmen, auf lange Sicht ist der Wahlausgang jedoch für den Trend des Index nahezu bedeutungslos. Nach dem ersten Ausverkauf dürften somit vor allem kurzfristig orientierte Trader eine Gelegenheit für einen günstigen Einstieg finden.

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