DAX-SCHLUSSBERICHT

Dax nimmt die 13 000 Punkte

Dax nimmt die 13 000 Punkte

WKN: 940602 ISIN: NL0000009538 Philips N.V.

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03.08.2020 - 17:47
20.07.2020 18:13:41

Der Dax (DAX 30) hat am Montag seine Bestmarke seit der Frühphase der Corona-Krise weiter nach oben geschraubt. Angetrieben von ungebrochener Zuversicht der Anleger übersprang...

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax (DAX 30) hat am Montag seine Bestmarke seit der Frühphase der Corona-Krise weiter nach oben geschraubt. Angetrieben von ungebrochener Zuversicht der Anleger übersprang der deutsche Leitindex erstmals seit Ende Februar wieder die Marke von 13 000 Punkten. Nahe dem Tageshoch brachte er ein Plus von 0,99 Prozent auf 13 046,92 Zähler über die Ziellinie. Der kleinere Indexbruder MDAX legte um 0,67 Prozent auf 27 118,42 Punkte zu.

Ausgehend vom tiefsten Niveau seit 2013, das der Dax im März im Zuge des Corona-Crashs erreichte, hat der Leitindex eine fulminante Erholung um mehr als die Hälfte hingelegt. Auch wenn die Viruskrise weiter schwelt, fehlen ihm zum bisherigen Rekord von 13 795 Punkten nur noch knapp 750 Punkte. Weiter gestützt wurde die Rally von der Hoffnung auf einen Schutz gegen das Virus. Ein britischer Impfstoff scheint einer Studie zufolge sicher zu sein.

Schon länger glauben die Anleger auch an eine rasche konjunkturelle Erholung, mitunter dank Hilfsmaßnahmen von Notenbanken und Regierungen. Zwar erwies sich das Ringen um ein Krisenpaket auf dem andauernden EU-Sondergipfel bislang als zäh. Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht nach dreitägigen Verhandlungen aber die Chance auf einen Durchbruch.

"Anleger suchen aufgrund des niedrigen Zinsniveaus aktuell nach zumindest halbwegs attraktiven Anlagemöglichkeiten", brachte der NordLB-Experte Tobias Basse ein weiteres Argument für den Sprung des Dax über die 13 000 Punkte hervor. Einen Freifahrtschein für weiter steigende Börsen stellte er damit allerdings nicht aus. Basse führt die Rally eher auf die Schwäche anderer Anlageformen zurück als auf nachhaltige eigene Stärke von Aktien.

Unternehmensseitig brachen die Aktien des Zahlungsabwicklers Wirecard, die angesichts der Insolvenz zum Spielball der Spekulanten geworden sind, im Dax als Schlusslicht um 21,6 Prozent ein. Allgemein schwächelten darüber hinaus die Papiere einiger Autobauer: BMW und Daimler quittierten ihre positive Vorwochentendenz nun mit Verlusten von mehr als einem Prozent.

Munich Re (Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft) reihte sich mit Eckdaten ein in die zuletzt positiven Überraschungen internationaler Konzerne. Der Rückversicherer erzielte in dem vom Coronvirus geprägten zweiten Quartal ein Nettoergebnis in Höhe von 600 Millionen Euro, was deutlich über dem ermittelten Analystenkonsens lag. Mit einem Plus von letztlich 1,3 Prozent stiegen die Papiere zu einem der besseren Dax-Werte auf.

Der Spitzenreiter im Leitindex waren die um 2,5 Prozent höheren SAP (SAP SE)-Papiere nach einer positiven Studie der US-Bank Morgan Stanley. Branchendaten bestätigten einen unerwartet starken Trend für das zweite Quartal und zeigten positive mittelfristige Signale, schrieb Analyst Adam Wood. Mit einem auf 148 Euro nach oben geschraubten Kursziel sieht er beim aktuellen Kurs von gut 139 Euro wieder Luft nach oben.

Aktien aus dem Gesundheitssektor gehörten allgemein zu den Favoriten der Anleger. Gestützt auf einen positiven Quartalsbericht des Wettbewerbers Philips fielen im MDax Siemens Healthineers mit 2,8 Prozent Plus positiv auf.

Im SDAX zogen die Aixtron (AIXTRON SE)-Aktien um fast 13 Prozent auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren an. Analysten blicken hier optimistisch auf den Quartalsbericht am Donnerstag. Zudem wird den Papieren von Index-Experten gute Aussichten auf eine Aufnahme in den MDax zugesprochen.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx (EURO STOXX 50) stieg am Montag um 0,7 Prozent auf 3388,34 Punkte - mit Rückendeckung von Gewinnen auch an der Pariser Börse. Der britische FTSE 100 dagegen schloss knapp ein halbes Prozent schwächer. In New York war der Dow Jones Industrial (Dow Jones 30 Industrial) zögerlich gestartet, zuletzt lag er knapp mit 0,1 Prozent im Minus.

Der Euro wurde auf den höchsten Stand seit März getrieben und zuletzt mit 1,1442 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1448 (Freitag: 1,1428) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8735 (0,8750) Euro.

Am Rentenmarkt sind die Kurse deutscher Bundesanleihen gefallen. Der Rentenindex Rex (REX Gesamt Kursindex) gab um 0,06 Prozent auf 145,14 Punkte nach. Die Umlaufrendite stieg im Gegenzug von minus 0,48 Prozent am Freitag auf minus 0,46 Prozent. Der Bund-Future legte um 0,1 Prozent auf 176,35 Punkte zu./tih/he

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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