DAX pendelt um 15.000-Punkte-Marke: Europa-Anleger sind vorsichtig - Biden-Plan und Opec im Blick - 31.03.21 - BÖRSE ONLINE
DAX-MARKTBERICHT

DAX pendelt um 15.000-Punkte-Marke: Europa-Anleger sind vorsichtig - Biden-Plan und Opec im Blick

DAX pendelt um 15.000-Punkte-Marke: Europa-Anleger sind vorsichtig - Biden-Plan und Opec im Blick
31.03.2021 14:54:00

Nach dem jüngsten Höhenflug der europäischen Börsen schalten die Investoren am Mittwoch einen Gang zurück. "Die Anleger warten auf die Details des zwei Billionen Dollar schweren Konjunkturpakets, das US-Präsident Joe Biden im Tagesverlauf vorstellen will", sagte Analyst Pierre Veyret vom Brokerhaus ActivTrades.

Die Beratungen der Opec+ zu den Rohöl-Fördermengen am Donnerstag sorgten ebenfalls für Zurückhaltung.

Der Dax, der am Dienstag erstmals die psychologisch wichtige 15.000er Marke übersprungen hatte, notierte am frühen Nachmittag kaum verändert bei 14.995 Punkten. Der EuroStoxx50 stagnierte ebenfalls und lag bei 3921 Zählern.

Die Diskussion um die Sicherheit des Coronavirus-Vakzins von AstraZeneca und die teilweise Aussetzung der Impfungen mit diesem Serum spielten nur eine untergeordnete Rolle, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. "Die Börsianer beschäftigen sich ohnehin weniger mit der Pandemie, sondern viel mehr mit der Zeit nach der Pandemie."

BIDEN WILL INFRASTRUKTURPLÄNE VORSTELLEN


Am Devisenmarkt hievt die Erwartung eines zusätzlichen US-Wachstumsschub durch Bidens Investitionspläne den Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, zeitweise auf ein Fünf-Monats-Hoch von 93,437 Punkte. "Im Gegensatz zu den jüngst beschlossenen Finanzhilfen, die hauptsächlich zur Linderung der Folgen der Coronakrise dienten, will der US-Präsident mit den neuen Maßnahmen Punkte seiner längerfristigen Agenda angehen", sagte Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. "Darunter fallen Investitionen in die Infrastruktur mit Fokus auf den Klimaschutz als auch in Bildung und Soziales."

Allerdings schürten zusätzliche Staatsausgaben Spekulationen auf eine anziehende Inflation, warnte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus Axi. "Die Sorgen nehmen zu, dass eine zu lang untätige Federal Reserve die US-Wirtschaft heiß laufen lassen könnte. Trotz der Versuche der Notenbank, die Märkte zu beruhigen, ist fraglich, ob die Zinsen wirklich bis 2023 auf einem tiefen Niveau bleiben können und werden." Vor diesem Hintergrund blieb die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen mit 1,726 Prozent in Schlagdistanz zu ihrem 14-Monats-Hoch vom Dienstag.

ADP-ZAHLEN UNTER ERWARTUNGEN - OPEC SENKT BEDARFSPROGNOSE


Die etwas schlechter als erwartet ausgefallenen Beschäftigtendaten der privaten US-Arbeitsagentur ADP dämpften die Inflationssorgen etwas. Die dortige Privatwirtschaft schaffte im März statt der vorhergesagten 550.000 nur 517.000 neue Jobs.

Unterdessen verbilligte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,2 Prozent auf 64,01 Dollar je Barrel (159 Liter). Zuvor hatte ein Expertengremium der Opec+ die Prognosen für den Nachfrage-Anstieg 2021 um 300.000 auf 5,6 Millionen Barrel pro Tag gesenkt. Vor diesem Hintergrund sei es wahrscheinlich, dass das Exportkartell seine aktuellen Förderbegrenzungen ebenso verlängert wie Saudi-Arabien seine zusätzlichen freiwilligen Kürzungen, prognostizierte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com.

DELIVEROO VERPATZT BÖRSENDEBÜT


Bei den Aktienwerten stand das enttäuschende Börsendebüt von Deliveroo im Mittelpunkt. Die Aktien des Essenslieferanten starteten in London deutlich unter dem Ausgabepreis von 390 Pence und brachen zeitweise um gut 30 Prozent auf 271 Pence ein. Neben den Arbeitsbedingungen für die Zusteller schrecke die Beschneidung von Stimmrechten, mit denen sich Firmenchef Will Shu die Kontrolle sichern wolle, potenzielle Investoren ab, sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. Außerdem zweifelten sie daran, dass Deliveroo im heiß umkämpften Markt für Essenslieferungen in absehbarer Zeit schwarze Zahlen schreiben werde.

Unter erneutem Verkaufsdruck standen Credit Suisse und Nomura. Den beiden Geldhäusern aus der Schweiz und Japan drohen Milliardenverluste im Zusammenhang mit der Schieflage des Hedgefonds Archegos. Ihre Aktien verloren vier beziehungsweise drei Prozent.

rtr

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