DAX-MARKTBERICHT

DAX rutscht ins Minus: Trumps Südamerika-Strafzölle verschrecken Europas Anleger

DAX rutscht ins Minus: Trumps Südamerika-Strafzölle verschrecken Europas Anleger

WKN: A2PVHD ISIN: SA14TG012N13 Aramco (Saudi-Aramco)

02.12.2019 14:15:00

US-Präsident Donald Trump hat Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus zwei südamerikanischen Ländern verhängt und damit Börsianer weltweit verschreckt. Dax und EuroStoxx50 gaben am Montag ihre anfänglichen Gewinne wieder ab und notierten jeweils 0,2 Prozent tiefer bei 13.211 beziehungsweise 3691 Punkten.

"Brasilien und Argentinien haben eine massive Abwertung ihrer Währungen vorgenommen, was für unsere Landwirte nicht gut ist", twitterte Trump. Die Anleger seien beunruhigt über die Bereitschaft Trumps, Zölle einzuführen, sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners. "Sie fragen sich jetzt, ob er tatsächlich bereit ist, die bereits bestehenden Strafzölle gegen China zurückzunehmen."

Allerdings sind die Verhandlungen zwischen den USA und China einem Medienbericht zufolge derzeit ohnehin ins Stocken geraten. "Ein baldiges Teilabkommen zwischen beiden Staaten noch in diesem Jahr scheint erst einmal vom Tisch zu sein", sagte Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG.

Die Kür von Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken zum neuen SPD-Spitzenduo verunsicherte Anleger am Anleihemarkt. Die Kurse gaben nach, die Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe stieg im Gegenzug auf bis zu 0,273 Prozent und damit den höchsten Stand seit knapp drei Wochen. Walter-Borjans und Esken hatten angekündigt, den Koalitionsvertrag mit der Union nachzuverhandeln. Die neue SPD-Spitze dürfte wirtschaftspolitische Forderungen stellen, die die Union nur schwer erfüllen könne, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. "Die Unsicherheit über die künftige Wirtschaftspolitik ist gestiegen."

KUPFER UND ÖL TEURER


Am Rohstoffmarkt spiegelte sich indes steigender Konjunkturoptimismus wider. Das Barometer für die Stimmung der chinesischen Einkaufsmanager aus der Industrie stieg überraschend auf 51,8 Punkte an. Seine Pendants aus Deutschland und der Euro-Zone legten jeweils stärker zu als bei der Erstschätzung errechnet. Das wichtige Industriemetall Kupfer verteuerte sich um 0,8 Prozent auf 5908,50 Dollar je Tonne. Die Rohöl-Sorte Brent kostete mit 62,09 Dollar je Barrel (159 Liter) 2,6 Prozent mehr als am Freitag. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werde die Opec bei dem Treffen mit ihren Verbündeten diese Woche eine Verlängerung der Förderbremse beschließen, prognostizierte Markets.com-Experte Wilson. Offen sei sie Frage, ob sich das Exportkartell zu einer Verschärfung durchringen könne, um dem staatlichen saudi-arabischen Ölkonzern Aramco für sein geplantes Börsendebüt Rückenwind zu geben.

LUFTHANSA IM AUFWIND - TED BAKER AUF TALFAHRT


Am deutschen Aktienmarkt rückte die Lufthansa ins Rampenlicht. Einem Medienbericht zufolge ist Qatar Airways an einem Einstieg interessiert. Die deutsche Airline zeigte dem staatlichen Rivalen aus dem Emirat Katar aber die kalte Schulter. Lufthansa-Aktien legten dennoch zeitweise 2,4 Prozent zu.

In London brachen die Titel von Ted Baker dagegen um bis zu 15 Prozent ein und waren mit 338,8 Pence zeitweise so billig wie zuletzt vor etwa elf Jahren. Der britische Modehändler hat nach eigenen Angaben möglicherweise seinen Warenbestand in der Bilanz für das vergangene Jahr zu hoch angesetzt. Das sei "alles andere als ideal", schrieb Analyst Adam Tomlinson vom Investmentbank Liberum. Er werte die Bekanntmachung als Hinweis auf erste Aufräumarbeiten der neuen Finanzchefin Rachel Osborne.

rtr

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Bildquelle: Julian Mezger für Finanzen Verlag

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