DAX-SCHLUSSBERICHT

DAX scheitert erneut an 11.000er-Marke - und was am Donnerstag sonst noch wichtig war

DAX scheitert erneut an 11.000er-Marke - und was am Donnerstag sonst noch wichtig war

WKN: 710000 ISIN: DE0007100000 Daimler AG

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22.02.2019 - 11:52
17.01.2019 17:30:00

Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Donnerstag von seiner schwächeren Seite gezeigt. Der DAX schloss 0,1 Prozent im Minus bei 10.918,62 Punkten. Was Anleger vom Handel sonst noch wissen müssen, die wichtigsten Themen vom Parkett.



Auf die Stimmung am deutschen Aktienmarkt hat am Donnerstag die Unsicherheit über den Ausgang der Brexit-Verhandlungen gesorgt. Zwar sieht alles danach aus, dass der Brexit verschoben wird und es keinen ungeordneten Brexit geben wird", sagte Analystin Jane Foley von der Rabobank. "Jedoch gibt es bisher nichts Konkretes und Investoren fehlt noch das Vertrauen, dass es zu keinem chaotischen EU-Ausstieg Großbritanniens kommt." So entfernte sich der DAX weiter von der psychologisch wichtigen Marke bei 11.000 Punkten.



Mit dem Rutsch unter die Unterstützung von 10 900 Punkten habe der Dax den Kampf um die 11 000er Marke erst einmal aufgegeben, somit habe sich die charttechnische Situation wieder verschlechtert, analysierte Experte Jochen Stanzl von CMC Markets die Lage. Neue Hiobsbotschaften aus London zum Brexit oder ausbleibende positive Signale von den Handelsgesprächen zwischen den USA und China könnten in den kommenden Tagen den Abwärtstrend im Dax beschleunigen, fürchtet er.


Auf Unternehmensseite stand erneut die Deutsche Bank im Fokus. Nach dem Kurssprung vom Vortag - ein Plus von mehr als acht Prozent - ging es am Donnerstag um rund vier Prozent nach unten. Belastet hatten schwache Zahlen der US-Großbank Morgan Stanley. Bereits am Vormittag hatte die französische Großbank Société Générale (SocGen) über ein schwaches Kapitalmarktgeschäft im letzten Quartal 2018 berichtet. Zudem stimmte SocGen-Chef Frédéric Oudéa die Anleger auf eine lediglich stabile Dividende für das vergangene Jahr ein. Die SocGen-Aktie hatte in den ersten Handelsminuten rund fünf Prozent verloren und den ganzen Sektor nach unten gezogen.

Auch unter den Automobil-Anlegern war die Stimmung gedrückt. Die USA hatten erneut mit Importzöllen auf Autos gedroht. Für die Aktien von BMW, VW und Daimler ging es um zeitweise mehr als zwei Prozent nach unten.

Stahlwerte hatten am Donnerstag ebenfalls einen schweren Stand. Der österreichische Hersteller Voestalpine senkte die Prognose. Die im DAX notierte Thyssenkrupp-Aktie fiel zeitweise rund 1,5 Prozent.

Was am Donnerstag sonst noch passiert ist



Britisches Parlament soll am 29. 01. über Brexit-Plan-B abstimmen
Nach dem Scheitern des Brexit-Vertrags im Londoner Unterhaus sind die britischen Abgeordneten aufgerufen, am 29. Januar über einen Plan B für den EU-Austritt zu entscheiden. Das kündigte die britische Regierung am Donnerstag an. Premierministerin Theresa May will am kommenden Montag darlegen, wie es nach ihrer krachenden Niederlage im Unterhaus weitergehen soll. Inzwischen werden die Vorbereitungen auf einen ungeregelten Brexit am 29. März auf allen Seiten intensiviert.

Deutsche Industrie rechnet 2019 mit 1,5 Prozent Wirtschaftswachstum
Die deutsche Industrie blickt mit deutlich mehr Skepsis in die Zukunft. "Wirtschaftlich sind die besten Zeiten vorbei", sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, am Donnerstag in Berlin. Der BDI traut der größten Volkswirtschaft Europas 2019 ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent zu. Im abgelaufenen Jahr hatte die deutsche Wirtschaftsleistung nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ebenfalls um 1,5 Prozent zugelegt, nach jeweils 2,2 Prozent in den beiden Vorjahren.

Metro kann im Weihnachtsquartal in Osteuropa und Asien punkten
Der Handelskonzern Metro hat im wichtigen Weihnachtsquartal zugelegt. Negative Währungseffekte insbesondere in Russland und Osteuropa fraßen die Zuwächse jedoch wieder auf. Der Umsatz sank daher im ersten Quartal im Jahresvergleich um 0,6 Prozent auf 8 Milliarden Euro, wie der MDax-Konzern am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte. Flächenbereinigt legten die Erlöse hingegen um 2,3 Prozent zu - den Angaben von Metro zufolge die beste Entwicklung seit sechs Quartalen. Währungsbereinigt betrug das Plus 2,1 Prozent.

Siemens/Alstom-Zugfusion: Keine weiteren Zugeständnisse an Brüssel
Im Ringen um die geplante Fusion der Siemens-Zugsparte mit dem französischen Hersteller Alstom wollen die Konzerne der EU-Kommission nicht noch weiter entgegen kommen. Die Kommission sieht das Vorhaben äußerst kritisch. Man werde nun abwarten, wie Brüssel entscheidet, hieß es am Donnerstag aus Kreisen des Münchner Technologiekonzerns. In den vergangenen Tagen hätten die Verantwortlichen noch einmal mit weiteren Angeboten nachgelegt. Im Umfeld der Unternehmen äußerte man sich skeptisch, die Kommission damit überzeugt zu haben. Mehr Konzessionen werde es aber nicht geben.

Beiersdorf legt in Pflege- und Klebersparte zu - Aktie fällt dennoch
Der Nivea- und Tesa-Hersteller Beiersdorf ist 2018 dank guter Geschäfte in allen Bereichen gewachsen. Der Umsatz legte trotz des starken Euro im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent auf 7,23 Milliarden Euro zu, wie der Dax-Konzern am Donnerstag in Hamburg mitteilte. Bereinigt um die Folgen des starken Euro und die Effekte von Zu- und Verkäufen habe das Wachstum 5,4 Prozent betragen. Damit erfüllte der Konsumgüterhersteller bei dieser Kennzahl die Erwartung der Analysten. Beiersdorf selbst hatte zuletzt ein Wachstum von rund 5 Prozent prognostiziert.

Symrise will Umsatz bis 2025 in etwa verdoppeln
Der Aromen- und Duftstoffhersteller Symrise will seinen Umsatz bis 2025 in etwa verdoppeln. Angetrieben von einem jährlichen Wachstum aus eigener Kraft um 5 bis 7 Prozent sowie Übernahmen soll der Umsatz bis 2025 auf 5,5 bis 6 Milliarden Euro steigen, wie das Unternehmen am Donnerstag im Rahmen eines Kapitalmarkttages in Charleston, South Carolina, mitteilte. Zum Vergleich: Für 2018 peilt der MDax-Konzern aus Holzminden ein Wachstum aus eigener Kraft auf mindestens rund 3,2 Milliarden Euro an.

rtr/dpa-AFX/fh

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Bildquelle: Kai Pfaffenbach/Reuters

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