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DAX-SCHLUSSBERICHT

DAX schließt 3,8 Prozent schwächer

DAX schließt 3,8 Prozent schwächer
24.01.2022 17:50:12

Die steile Talfahrt am deutschen Aktienmarkt hat sich zum Wochenstart mit Tempo fortgesetzt. Die Anleger sind im bereits stark angeschlagenen Börsenumfeld zunehmend nervöser, denn in den USA könnte die Notenbank (Fed) am Mittwoch Aussagen zum Ausmaß und Tempo bevorstehender Leitzinsanhebungen machen.

Zudem spitzt sich aktuell der Ukraine-Konflikt gefährlich zu, in dem auch die USA und die Europäische Union Position bezogen haben und eine wichtige Rolle spielen. Das sorgte am Montagnachmittag auch an der Wall Street für deutliche Verluste und zog den Dax erstmals wieder seit Anfang Oktober 2021 kurzzeitig unter 15 000 Punkte.

Der deutsche Leitindex ging schließlich 3,8 Prozent tiefer bei 15 011,13 Punkten aus dem Tag. Einen solch heftigen Tagesverlust hatte der Dax seit Ende November nicht mehr erlitten. Seit Jahresbeginn summiert sich sein Minus nun auf 5,5 Prozent. Der MDax verlor am Montag 4,17 Prozent auf 32 239,83 Zähler und auch europaweit und in den USA waren die Verluste herb.

"Die Bären haben jetzt endgültig die Macht auf dem Parkett übernommen", ist Marktanalyst Konstantin Oldenburger von CMC Markets überzeugt. Ein wesentlicher Grund dafür sei, dass das Geld aus staatlichen Konjunkturprogrammen und "die überbordende und in den Markt gepumpte Liquidität der Notenbanken" bald der Vergangenheit angehören dürften.

Zudem bereiten die massiven Spannungen zwischen Russland und der Ukraine zunehmend Sorgen, denn eine Eskalation ist ein "ernst zu nehmender Risikofaktor" für die Börsen, wie Marktexperte Timo Emden warnt.

Was am Montag an der Börse außerdem wichtig war


FT: Hedgefonds Trian Partners will mit Unilever-Beteiligung Druck machen
Der Druck auf das Management von Unilever wächst nach dem Scheitern eines Übernahmeangebots für die Konsumgütersparte von GlaxoSmithKline (GSK) offenbar. So hat der aktivistische Hedgefonds Trian Partners eine Beteiligung an Unilever aufgebaut, wie "Financial Times" am Sonntag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtete. Allerdings habe es keine Angaben zum Umfang oder zum Zeitpunkt des Einstieges gegeben. Am Montag reagierten Anleger positiv.

Polnische Kredite belasten Commerzbank - Trotzdem Gewinn erwartet
Die Commerzbank stellt sich wegen der Unsicherheit rund um Fremdwährungskredite in Polen auf eine weitere Belastung ein. Die polnische Konzerntochter mBank habe Ende 2021 zusätzliche Rückstellungen in Höhe von umgerechnet rund 436 Millionen Euro vorgenommen, teilte das Frankfurter Geldhaus am Freitagabend mit. In dieser Höhe werde auch das operative Ergebnis der Commerzbank im vierten Quartal belastet. Dennoch rechnet das Management um Vorstandschef Manfred Knof für das Gesamtjahr 2021 unter dem Strich weiterhin mit schwarzen Zahlen.

Gorillas will französischen Essenslieferdienst Frichti übernehmen
Der Lieferdienst Gorillas will den französischen Konkurrenten Frichti kaufen. Entsprechende Gespräche seien aufgenommen worden, teilte die deutsche Delivery-Hero-Beteiligung am Montag in Berlin mit. Ein konkretes Zeitfenster für den Abschluss der Transaktion gebe es aber nicht, sagte ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg über entsprechende Verhandlungen berichtet.

Philips will nach schwachem Jahr 2022 wieder wachsen
Der Medizintechnikkonzern Philips will nach der Umsatz- und Gewinndelle im vergangenen Jahr 2022 wieder wachsen. So geht das Management um Konzernchef Frans van Houten von einem Umsatzplus aus eigener Kraft von drei bis fünf Prozent aus, wie der niederländische Konkurrent von Siemens Healthineers am Montag in Amsterdam mitteilte. Die bereinigte operative Marge (Ebita) soll sich um 0,4 bis 0,9 Prozentpunkte verbessern. Dabei erwartet das Unternehmen einen sinkenden Umsatz im ersten Quartal und eine starke zweite Jahreshälfte. Für die Aktionäre kündigte Philips eine Dividende auf dem Vorjahresniveau von 0,85 Euro je Aktie an, zahlbar in bar oder Aktien.

Ölkonzern Eni: Norwegische Tochter soll an die Börse
Der italienische Ölkonzern Eni plant, das Gemeinschaftsunternehmen Var Energi in Oslo an die Börse zu bringen. Der Schritt ermögliche dem Öl- und Gasförderer Var Zugang zum internationalen Kapitalmarkt, teilte Eni am Montag mit. Momentan hält Eni nach eigenen Angaben 69,85 Prozent an Var Energi, die übrigen gut 30 Prozent hält die norwegische Beteiligungsgesellschaft Point HitecVision. Nach Insider-Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg wird eine Unternehmensbewertung für Var Energi von 10 Milliarden US-Dollar (8,8 Milliarden Euro) angestrebt.

VW: CO2-Vorgaben der EU in Konzern und Kernmarke 2021 eingehalten
Volkswagen hat mit seinen verkauften Neuwagen 2021 die angepassten CO2-Flottenziele der EU nach eigenen Angaben sowohl im Gesamtkonzern als auch in der Kernmarke eingehalten. Dies zeigten vorläufige Daten, teilten die Wolfsburger am Montag mit. 2020 hatte die Gruppe in der Summe die Vorgaben noch knapp verfehlt, während die Hauptsparte VW Pkw sie schon erfüllte.

Lufthansa und Air France machen Front gegen EU-Luftfahrtpläne
Die Klimapläne der EU-Kommission zur Luftfahrt stoßen weiter auf Widerstand in der Branche. Ein neues Bündnis aus Fluggesellschaften und Flughäfen verlangte am Montag Änderungen beim Klimapaket "Fit for 55", das die EU-Kommission im vergangenen Jahr vorschlug. Diese seien notwendig, um höhere auswärtige CO2-Emissionen zu verhindern und die Anbindung Europas zu erhalten.

Boeing steckt 450 Millionen Dollar in Flugtaxi-Firma
Boeing wettet groß auf den zukünftigen Markt für kleine Flugtaxis. Der US-Flugzeugbauer investiert 450 Millionen Dollar (398 Mio Euro) in die Entwicklerfirma Wisk Aero. Das Geld soll unter anderem in die Vorbereitung der Produktion gesteckt werden, wie die Unternehmen am Montag mitteilten.

Großauftrag für Wingcopter - US-Flugdienst bestellt Lieferdrohnen
Der Drohnenhersteller Wingcopter hat einen ersten Großauftrag aus den USA erhalten. Für mehr als 16 Millionen Dollar (14,1 Mio Euro) soll das südhessische Start-Up eine nicht genannte Zahl Lieferdrohnen für das Unternehmen Spright bauen, das Medikamente, Laborproben, Impfstoffe und weitere medizinische Produkte in entlegene Gegenden der USA fliegen will. Das teilten beide Unternehmen am Montag in Weiterstadt bei Darmstadt mit.

rtr/dpa-AFX

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