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DAX-SCHLUSSBERICHT

DAX schließt am Donnerstag wieder über 15.000 Punkten

DAX schließt am Donnerstag wieder über 15.000 Punkten
07.10.2021 17:38:43

Anleger haben sich am Donnerstag wieder aus der Deckung gewagt. Der DAX notierte zum Handelsschluss 1,9 Prozent höher bei 15.250,86 Punkten.

Nachlassende Inflationssorgen und ein Kompromissvorschlag im US-Schuldenstreit stimmten Anleger am Donnerstag optimistisch. Mit diesem Auftrieb hat der Deutsche Aktienleitindex einen erneuten Erholungsversuch gewagt. Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich für die Prüfung einer möglichen Erhöhung des Gas-Angebots für die Europäische Union ausgesprochen. Daraufhin hatte sich die Lage an den Öl- und Gasmärkten entspannt. Diese Entwicklung deute Entspannung an der Inflationsfront an, so Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect. Ein Angebot der Republikaner, die Verlängerung der Schuldenobergrenze bis Dezember nicht blockieren zu wollen, sorgte auch in den USA für Unterstützung an den Aktienmärkten.

Außerdem gab es erste Anzeichen auf eine Annäherung zwischen den USA und China. US-Präsident Joe Biden und der chinesische Staatschef Xi Jinping wollen sich demnächst bei einem virtuellen Treffen austauschen. Grund dafür sind die wachsenden Spannungen zwischen den beiden Staaten. Laut Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade sei das ein gutes Zeichen. Wenn die beiden weltgrößten Wirtschaftsmächte Themen nicht von Angesicht zu Angesicht diskutierten, sorge dies für Unruhe unter Investoren.

Unter den Einzelwerten rückte die Aktie von Teamviewer in den Fokus der Investoren. Das Papier aus dem MDax rutschte am Donnerstag zweitweise um gut zehn Prozent ab. Tags zuvor hatte der Anbieter von Software für Fernwartungs- und Videokonferenzen eine Gewinnwarnung herausgegeben woraufhin die Aktie um 25 Prozent abgestürzt war. An diesem Donnerstag folgten einige Kurszielsenkungen von Analysten. Lesen Sie hier unsere Einschätzung zur Teamviewer-Aktie.

Der DAX wurde zum Handelsschluss von der Aktie der Deutschen Bank angeführt. Das Bankhaus wurde von Continental und Daimler gefolgt. Am Index-Ende stand Sartorius.

Was am Donnerstag an der Börse außerdem wichtig war


Halbleitermangel: BMW verkauft 12 Prozent weniger Autos
BMW hat die Engpässe bei Halbleitern im dritten Quartal besser abfedern können als der Konkurrent Mercedes-Benz. Die Münchner Autobauer verkauften von Juli bis Ende September 593 000 Fahrzeuge aller drei Konzernmarken und damit 12 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Mercedes-Benz lag im drittel Quartal 30 Prozent unter Vorjahr. Die Versorgungslage dürfte angespannt bleiben, daher seien "Effekte auf den Absatz in den kommenden Monaten nicht auszuschließen", teilte BMW am Donnerstag mit.

Vonovia hält nun über 60 Prozent an Deutsche Wohnen
Der Immobilienkonzern Vonovia baut seine Beteiligung am Konkurrenten Deutsche Wohnen weiter aus. Bis zum Ende der Annahmefrist konnte sich Vonovia eine Mehrheit von 60,3 Prozent an der Nummer zwei auf dem Wohnungsmarkt sichern, wie der Bochumer Dax-Konzern am Donnerstag mitteilte. Damit entsteht ein europäischer Immobilienriese mit mehr als 550 000 Wohnungen, ganz überwiegend in Deutschland.

Erster elektrischer Serien-Lkw von Mercedes läuft vom Band
Mercedes-Benz Trucks hat mit der Fertigung seines ersten elektrischen Serien-Lkw begonnen. Der eActros lief im rheinland-pfälzischen Wörth vom Band, wie der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck am Donnerstag mitteilte. Das Fahrzeug hat je nach Ausführung drei oder vier Batteriepakete und eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern. "Der heutige Start der Serienproduktion des eActros ist ein handfester Beweis dafür, dass wir es mit dem emissionsfreien Transport ernst meinen", sagte das Vorstandsmitglied von Daimler Truck, Karin Rådström.

Kreise: Finanzinvestoren erwägen Übernahme der Aareal Bank

Die Aareal Bank ist laut Insidern in den Fokus von Finanzinvestoren geraten. Ein Konsortium um die Beteiligungsgesellschaften Advent International und Centerbridge Partners denke über eine Übernahme des Immobilienfinanzierers nach, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Dabei werde erwogen, das im SDax notierte Unternehmen von der Börse zu nehmen. Ob es zu einer Transaktion komme, sei aber nicht gewiss. An der Börse brachte es die Aareal Bank vor der Nachricht auf eine Marktkapitalisierung von gut 1,4 Milliarden Euro. Die Aktien zogen zuletzt auf ein Plus von mehr als zwei Prozent an.

Umfangreicher Datendiebstahl bei Streaming-Plattform Twitch
Die Streaming-Plattform Twitch ist Opfer eines großen Datendiebstahls geworden. Ein Unbekannter veröffentlichte im Netz ein Datenpaket, das nach seinen Angaben auch den gesamten Programmiercode des Dienstes enthält. Die Amazon-Tochterfirma räumte ein, dass sie den Abgriff selbst verschuldet habe: Daten seien durch einen Fehler in der Server-Konfiguration ungeschützt aus dem Internet erreichbar gewesen.

Streikgefahr bei der Bahn gebannt - Tarifrunde beendet
Fahrgäste der Deutschen Bahn müssen vorerst keine Streiks mehr fürchten. Das Unternehmen und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) haben eine Tarifeinigung erzielt, wie beide Seiten am Donnerstag mitteilten. Drei Wochen nach dem Abschluss mit der Lokführergewerkschaft GDL ist diese Tarifrunde damit endgültig beendet. Regulär beginnt die nächste Tarifrunde mit der EVG im Frühjahr 2023.

Kreise: Französische Bank BNP Paribas erwägt höhere Ausschüttungsquote
Die französische Großbank BNP Paribas erwägt Kreisen zufolge, ihre Ausschüttungsquote zu erhöhen. So soll die Quote im kommenden Jahr bei 60 Prozent des Jahresgewinns und damit zehn Prozentpunkte höher als derzeit liegen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Allerdings könnte BNP Paribas die Quote sogar noch weiter nach oben heben, zitierte Bloomberg eine weiterePerson. Eine Entscheidung sei noch nicht getroffen. Die Aktien der BNP Paribas reagierten nur kurz positiv auf die Nachricht. Zuletzt bewegten sie sich mit plus 1,3 Prozent wieder in etwa auf ihrem vorherigen Niveau.

Corona bringt Wohnmobilhersteller Hymer Group Rekorde und Probleme
Rekordumsatz, so viele Fahrzeuge wie nie und mehr Mitarbeiter denn je: Das geänderte Reiseverhalten vieler Deutscher in der Corona-Pandemie hat dem Wohnmobilhersteller Hymer Group ein Rekordjahr beschert. Der Umsatz sei im Finanzjahr 2020/21 um 23 Prozent auf einen Rekordwert von 2,7 Milliarden Euro gestiegen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Erwin Hymer Group (EHG), Martin Brandt, am Donnerstag in Bad Waldsee (Landkreis Ravensburg). 65 000 ausgelieferte Fahrzeuge zwischen 1. August 2020 und 31. Juli 2021 seien ebenfalls eine neue Bestmarke, im Vorjahreszeitraum waren es rund 10 000 weniger.

Moderna will mRNA-Impfstoffe in Afrika herstellen
Der Impfstoffhersteller Moderna will mRNA-Impfstoffe in Afrika herstellen. Man wolle eine Anlage zur Produktion von Arzneimitteln bauen, in der jährlich bis zu 500 Millionen Impfstoffdosen hergestellt, abgefüllt und verpackt werden können, teilte Moderna am Donnerstag mit. Die US-amerikanische Firma wolle 500 Millionen Dollar (432 Mio Euro) in die Anlage investieren. Der Standort sei noch nicht ausgewählt.

rtr/dpa-AFX/iw

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