DAX-SCHLUSSBERICHT

DAX schließt deutlich im Plus. Die Aussicht auf Geldspritzen der EZB locken die Anleger.

DAX schließt deutlich im Plus. Die Aussicht auf Geldspritzen der EZB locken die Anleger.
11.06.2021 17:41:01

Der DAX hat sich am Freitag von seiner starken Seite gezeigt. Der Leitindex schloss 0,8 Prozent im Plus bei 15.693,27 Punkten.

Die Aussicht auf weitere Geldspritzen der Europäischen Zentralbank (EZB) hat den DAX am Freitag beflügelt. "Die Tatsache, dass der EZB-Rat noch nicht einmal über das Thema Ausstieg aus dem Notfallkaufprogramm diskutiert hat, trotz der sich deutlich aufhellenden Pandemie-Lage, spricht Bände", sagte Commerzbank-Analystin You-Na Park-Heger. Experten erwarten ein ähnliches Ergebnis von der US-Notenbank Fed, diese berät in der kommenden Woche über ihr weiteres Vorgehen.

Am Rohstoffmarkt stieg der Preis für die Ölsorte Brent aus der Nordsee auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 72,95 US-Dollar. Der Kurs für Zinn stieg um 1,4 Prozent auf 31.620 US-Dollar - der höchste Stand seit zehn Jahren. "Lockdowns in Asien beeinträchtigen den Nachschub, während die Nachfrage weiter steigt", sagte ein Rohstoffhändler.

Auf der Unternehmensseite stand die Deutsche Bank im Fokus. Insidern zufolge machte die EZB dem Geldhaus bei der Suche nach einem neuen Aufsichtsratschef Druck. Die Aktie verlor rund zwei Prozent. Die Papiere des Impfstoffherstellers CureVac fielen zweitweise um beinahe 14 Prozent. Die Biotechfirma leide weiter unter den Verzögerungen bei der EU-Zulassung ihres Coronavirus-Impfstoffs sagten Börsianer. Bei der Aktie des Online-Babyausstatter Windeln.de setzte sich die Achterbahnfahrt fort. Der Kurs schwankte in einer Spanne von minus 19 bis plus 36 Prozent.

Was am Freitag an der Börse außerdem wichtig war


VW steigert Absatz weiter deutlich nach Corona-Einbruch - China schwächelt
Die wieder stabilere Nachfrage nach Neuwagen in vielen Ländern ist im Mai auch dem VW -Konzern zugutegekommen. Nach Angaben vom Freitag lieferten alle Marken der weltweit zweitgrößten Autogruppe mit rund 860 000 Einheiten insgesamt 41 Prozent mehr Fahrzeuge aus als im Vorjahresmonat. Das ist zwar weniger als das 75-Prozent-Plus, das für den April verbucht worden war - die Zuwächse sind zudem zum schwachen Niveau im coronabelasteten Frühling 2020 in Bezug zu setzen. Unterm Strich hält die Erholung damit jedoch an.

Hedgefonds Elliott bei Deutsche Wohnen eingestiegen - Forderung an Vonovia?
Der umtriebige Milliardär Paul Singer mischt mit seinem Hedgefonds Elliott nun auch bei der geplanten Übernahme der Deutsche Wohnen durch Vonovia mit. Laut einer Stimmrechtsmitteilung vom späten Donnerstagnachmittag kurz vor Xetra-Schluss kontrolliert Singer gut drei Prozent der Anteile der Deutsche Wohnen. Singer ist dafür bekannt, sich bei Unternehmen einkaufen, die übernommen werden sollen, um dann einen höheren Preis zu fordern.

Rückkehr der Kondensstreifen: Reisebranche bietet mehr Flüge an
Am blauen Sommerhimmel dürften in den kommenden Monaten wieder häufiger Kondensstreifen von Urlaubsfliegern zu sehen sein: Der zweite Corona-Sommer verspricht deutlich mehr Reisemöglichkeiten innerhalb Europas. Ab Juli sollen von Deutschland aus wieder 217 Orte in 38 Ländern angeflogen werden, wie der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) am Freitag mitteilte. Das sind demnach fast so viele Ziele wie vor der Pandemie im Jahr 2019. Damals standen von Deutschland aus 226 Destinationen auf dem Flugplan.

IPO: Online-Sporthändler Signa Sports United will über Umweg an die Börse
Der Online-Sporthändler Signa Sports United will mit einem Spac fusionieren und über diesen Umweg an die New Yorker Börse gehen. Durch das Zusammengehen mit Yucaipa Acquisition Corporation werde das neue Unternehmen mit rund 3,2 Milliarden US-Dollar (2,6 Mrd Euro) bewertet, teilte Signa Sports United am Freitag in Berlin mit. Die bisherigen Aktionäre des Sporthändlers bringen alle ihre Anteile in die neue börsennotierte Aktiengesellschaft ein. Zu Signa Sports, das dem österreichischen Investor und Karstadt-Eigentümers Rene Benko gehört, zählen Portale wie Fahrrad.de, Tennis Point und Outfitter.

Zwei Jahre nach 5G-Auktion: Firmen erwarten starken Nachfrageanstieg
Zwei Jahre nach einer milliardenschweren Auktion von Mobilfunkfrequenzen rechnen die Netzbetreiber mit einem Nachfragesprung beim Funkstandard 5G. "Wir erwarten, dass das Datenvolumen in unserem 5G-Netz weiter stark ansteigt", sagt der Technikchef von Vodafone Deutschland, Gerhard Mack. "Es gibt immer mehr 5G-Stationen, immer mehr 5G-Anwendungen und immer mehr 5G-Smartphones." Das Kürzel steht für 5. Mobilfunkgeneration, welche die Weiterentwicklung von 4G (LTE) ist.

IPO: Chinesischer Uber-Rivale Didi beantragt Börsengang in USA
Der chinesische Fahrdienst-Vermittler Didi Chuxing bereitet einen Börsengang in den USA vor. Das Unternehmen reichte am Donnerstag einen entsprechenden Antrag bei der Börsenaufsicht SEC ein. Aus den Unterlagen geht noch nicht der konkrete Zeitplan und der angestrebte Emissionserlös hervor. Der Uber-Rivale ließ bislang auch noch offen, an welche US-Börse er strebt. Infrage kommen die New York Stock Exchange und die Nasdaq. Fest steht bereits, dass die Aktien unter dem Tickerkürzel "DIDI" gelistet werden sollen.

Apple holt sich ehemaligen BMW-Topmanager
Apple untermauert seine Ambitionen im Autobereich mit der Verpflichtung eines ehemaligen BMW-Managers , der zuletzt ein Elektrofahrzeug-Startup führte. Ulrich Kranz arbeite jetzt für Apple, bestätigte der iPhone-Konzern in der Nacht zum Freitag den Tech-Blogs "The Verge" und "TechCrunch", ohne weitere Details zu nennen. Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg wird Kranz bei Apple im Team des ehemaligen Tesla -Managers Doug Field arbeiten, der ein Autoprojekt leitet.

Netflix erschließt mit Online-Shop für Fanartikel neue Umsatzquelle
Der Streaming-Marktführer Netflix stellt mit einem Online-Shop für Fanartikel die Weichen für einen größeren Einstieg ins Merchandising-Geschäft. Während der große Rivale Walt Disney seit Jahrzehnten schon viel Geld mit dem Verkauf und der Vermarktung von Produkten für Anhänger seiner Comics, Filme und Serien verdient, verzichtete Netflix auf diese Erlösquelle bislang weitgehend. Am Donnerstag ging nun ein eigener Internetshop an den Start.

rtr/dpa-AFX/lb

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