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DAX-SCHLUSSBERICHT

DAX schließt erneut im Minus - Koalitionsvertrag beschlossen

DAX schließt erneut im Minus - Koalitionsvertrag beschlossen
24.11.2021 17:40:25

Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Mittwoch weiter schwach präsentiert - die Konjunktursorgen belasten zusehends. Der deutsche Leitindex DAX schloss 0,4 Prozent im Minus bei 15.878,39 Punkten.

Eine erneut verschlechterte Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat dem DAX am Mittwoch weiter zugesetzt. Nach dem Fall unter die 16.000 Punkte am Dienstag setzte der deutsche Leitindex seine von Corona- und Inflationsbedenken ausgelöst Korrektur fort und notiert weiter unter der psychologisch wichtigen Marke.

Ursachen dürfte am Mittwoch vor allem der Ifo-Geschäftsklimaindex gewesen sein. Dieser verschlechterte sich im November schon zum fünften Mal in Folge. Laut der Commerzbank geht dies hauptsächlich auf das Konto der vierten Corona-Welle, die derzeit über Deutschland einbricht. Diese gilt unter Börsianern seit einigen Tagen schon als Kernargument gefallener Aktienkurse, ergänzt durch erneute Inflations- und Zinsbedenken.

"Insbesondere vor dem morgigen US-Feiertag und dem nahenden Wochenende bleiben die Marktteilnehmer vorsichtig", sagte der Marktbeobachter Andreas Lipkow von der Comdirect. "Thanksgiving" wird von vielen Amerikanern für ein verlängertes Wochenende genutzt.

Auf Unternehmensseite stach im DAX erneut die Deutsche Bank-Aktie mit einem Plus von mehr als 2,3 Prozent hervor. Sie war damit Gewinner im deutschen Leitindex.

Schlusslicht war die VW-Aktie mit einem Minus von rund drei Prozent. Hier belastet vor allem die Streitigkeiten um den Konzernlenker Herbert Diess. Diess lag in den vergangenen eineinhalb Jahren mehrfach im Streit mit dem Aufsichtsrat und hatte kurz vor der Entlassung gestanden. Er eckt mit seinem von den Arbeitnehmern als provokativ empfundenen Führungsstil immer wieder an. Der Ausgang des Machtkampfs um Volkswagen-Chef Herbert Diess ist offenbar auch nach mehrstündigen Beratungen im Präsidium des Aufsichtsrats weiter offen.

Daneben wurde der Koalitionsvertrag zwischen SPD, FDP und Grünen beschlossen. Alle weiteren Informationen, finden Sie hier dazu.

Was am Mittwoch an der Börse außerdem wichtig war


Drägerwerk schockt mit konkreter 2022er-Prognose - Aktie stürzt ab
Beim Medizin- und Sicherheitstechnik-Anbieter Drägerwerk fällt der erwartete Rückfall vom Corona-Boom im vergangenen Jahr wohl noch stärker aus als befürchtet. Der Erlös werde 2022 voraussichtlich bei 3 bis 3,1 Milliarden Euro liegen, teilte das im SDax gelistete Unternehmen überraschend am Dienstagabend in Lübeck mit. Analysten hatten bisher einen Umsatz von 3,13 Milliarden Euro auf dem Zettel. Im Geschäftsjahr 2020 hatte Drägerwerk noch 3,4 Milliarden Euro erlöst. Anlegern gefiel der Ausblick überhaupt nicht, die Vorzugsaktie sackte am Mittwoch um bis zu 15 Prozent ab.

Starke PC-Nachfrage beschert Dell und HP kräftige Gewinnsprünge
Die Computer-Konzerne Dell und HP Inc verdienen dank einer starken PC-Nachfrage glänzend. Beide Unternehmen verkündeten am Dienstag nach US-Börsenschluss kräftige Gewinnsprünge im jüngsten Quartal. Dell und HP profitieren in der Corona-Pandemie weiter vom Trend zum Homeoffice und einem erhöhten IT-Bedarf.

Betriebsratschef sieht Chancen bei Daimler-Aufspaltung
Mit der Aufspaltung von Daimler in einen Auto- und einen Lkw-Hersteller sieht Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht Chancen, den tiefgreifenden Wandel in der Branche zu meistern. Er sei mit Aufstellung und Rahmenbedingungen zufrieden, sagte Brecht im badischen Gaggenau. "Jetzt kommt es darauf an, dass wir das umsetzen, um richtig Vollgas in Richtung der neuen Technologien zu geben - auch im Nutzfahrzeugbereich", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Um Klimavorgaben der EU zu erfüllen, muss die Automobilindustrie einen raschen Übergang vom Benzin- und Dieselauto zum Elektroauto schaffen.

Aroundtown ringt weiter mit Corona-Pandemie - Aktie fällt
Die Folgen der Corona-Pandemie belasten den Gewerbeimmobilien-Spezialist Aroundtown weiter. Allerdings fielen die Mietausfälle bei Hotel-Immobilien zwischen Juli und September geringer aus als noch in den Monaten davor - dementsprechend ging der operative Gewinn in den ersten neun Monaten nicht mehr so stark zurück wie noch im ersten Halbjahr. Außerdem bestätigte der im MDax gelistete Konzern die Prognose für das laufende Jahr. Die ohnehin unter Druck stehende Aktie rutschte nach einem freundlichen Start ins Minus.

Walmart, CVS und Walgreens wegen Mitschuld an Opioid-Krise verurteilt
In den USA sind in einem richtungsweisenden Verfahren drei große Apothekenketten schuldig gesprochen worden, durch zu laxe Vergabe von süchtig machenden Arzneimitteln zur verheerenden Opioid-Krise beigetragen zu haben. Die Jury eines Bundesgerichts in Cleveland kam am Dienstag (Ortszeit) zu dem Schluss, dass die US-Einzelhändler Walmart , CVS und Walgreens den Verkauf von Schmerzmitteln im Bundesstaat Ohio nicht ausreichend kontrollierten haben. Die Unternehmen kündigten Berufung an.

Kreise: KKR erwägt höheres Gebot für Tim wegen Vivendi-Widerstand
KKR könnte Kreisen zufolge dem Widerstand des Tim- Großaktionärs Vivendi gegen sein Übernahmeangebot mit einem höheren Preis begegnen. Der US-Finanzinvestor befinde sich in frühen Diskussionen mit seinen Beratern, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Dabei gehe es darum, wie deutlich das Gebot erhöht werden müsste, um die Zurückhaltung von Investoren zu überwinden.

Großaktionär will Deutz-Vorstand das Vertrauen entziehen lassen
Der Motorenhersteller Deutz bekommt Druck von einem aktivistischen Großaktionär. Der niederländische Finanzinvestor Ardan Livvey will dem Deutz-Vorstand auf einer außerordentlichen Hauptversammlung das Vertrauen entziehen lassen. "Wir fordern das Management auf, sich unverzüglich mit den vorhandenen Problemen zu beschäftigen und konsequent Mehrwert im Sinne der Aktionäre zu schaffen", sagte Aran-Livvey-Analyst Andre Cabal laut einer Mitteilung vom Dienstagabend. Am Montag hatte der Investor einen Stimmenanteil von fünf Prozent offengelegt.

Reisekonzerne hoffen trotz Corona auf starken Sommer - Kunden zögern
Trotz steigender Corona-Zahlen, Lockdowns in Österreich und zuletzt schwächelnder Nachfrage ist die Zuversicht deutscher Reiseveranstalter nach zwei Krisen-Jahren ungebrochen. "Wir erwarten einen nachfragestarken Sommer 2022", sagte Ingo Burmester, DER Touristik-Zentraleuropachef am Mittwoch. Auch Branchenprimus Tui geht von einem starken Sommer-Geschäft aus und sieht das Vorkrisenniveau in Sicht. Zuversichtlich zeigen sich auch Spezialreiseanbieter.

US-Modekonzern Gap mit Umsatzwarnung - Aktie stürzt nachbörslich ab
Die US-Modekette Gap rechnet wegen weltweiter Probleme in der Lieferkette mit starken Umsatzeinbußen. Das Unternehmen warnte am Dienstag nach US-Börsenschluss, dass ihm wegen der anhaltenden Schwierigkeiten ein schwächeres Weihnachtsgeschäft bevorstehe und im laufenden Jahr insgesamt bis zu 650 Millionen Dollar (578 Mio Euro) an Erlösen entgehen könnten. Zudem sei mit deutlich höheren Frachtkosten zu rechnen. Der Konzern, zu dem Marken wie Old Navy, Banana Republic und Athleta gehören, strich seine Jahresziele deutlich zusammen. Das kam bei Anlegern nicht gut an - die Aktie reagierte nachbörslich mit einem Kursrutsch von 16 Prozent.

Finanzmarktaufsicht genehmigt Rückkauf von Europcar durch Volkswagen
Die französische Finanzmarktaufsicht (AMF) hat die geplante Übernahme des französischen Autovermieters Europcar durch Volkswagen genehmigt. Das Übernahmeangebot eines Konsortiums um den Autobauer VW für die Europcar-Aktien sei freigegeben worden, teilte die Behörde nach einer Sitzung in Paris am Dienstag mit. Europcar hatte das Angebot bereits Ende Juli angenommen. Der Autovermieter war in der Corona-Pandemie wie auch Konkurrenten in schwere Bedrängnis geraten. Volkswagen hatte Europcar im Jahr 2006 verkauft.

Samsung baut weitere Chipfabrik in den USA
Der Elektronik-Riese Samsung baut für geschätzte 17 Milliarden Dollar (etwa 15,1 Mrd Euro) eine weitere Chipfabrik in den USA. Das südkoreanische Unternehmen wählte als Standort Taylor im US-Bundesstaat Texas. Die Fabrik wird damit in Nähe der ersten Halbleiteranlage in den USA von Samsung in Austin sein, die dort seit Ende der 1990er Jahre steht. Der Baubeginn sei für die erste Hälfte 2022 geplant mit dem Ziel, die neue Anlage in der zweiten Hälfte 2024 betriebsbereit zu haben, teilte der weltweit größte Hersteller von Speicherchips, Smartphones und Fernsehern am Mittwoch mit. US-Handelsministerin Gina Raimondo äußerte sich "begeistert" über das Projekt in einer der wichtigsten Schlüsselindustrien des Landes.

rtr/dpa-AFX/ak

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