DAX-SCHLUSSBERICHT

DAX schließt im Minus: Inflationsrisiken belasten

DAX schließt im Minus: Inflationsrisiken belasten
08.06.2021 17:41:00

DAX hat sich am Dienstag von seiner schwächeren Seite gezeigt. Der Leitindex schloss 0,2 Prozent im Minus bei 15.640,60 Punkten.

Die Anleger haben am Dienstag auf weitere Hinweise zur künftigen Geldpolitik in den USA gewartet. "Die meisten Indizes flirten mit ihren Höchstwerten, und Anleger benötigen weitere positive Katalysatoren, um eine Fortsetzung der Rally zu rechtfertigen", sagte Analyst Pierre Veyret vom Brokerhaus Activtrades.

Im Fokus standen weiterhin die Inflationsrisiken und die Frage, ob der Preisdruck vorrübergehen werde, sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. Am Donnerstag werden die US-Verbraucherpreise veröffentlicht, Experten rechnen mit einem Anstieg auf 3,4 Prozent (April drei Prozent)

Außerdem berät die Europäische Zentralbank (EZB) über ihre weitere Geldpolitik. Analysten der ING sind der Meinung, dass die Währungshüter ihre Wertpapierkäufe in aktuellem Umfang fortsetzen dürften.

Die Turbulenzen im Kryptosektor setzen sich unterdessen fort. Abwärts ging es etwa für Bitcoin. Die Kryptowährung verlor zeitweise 6,5 Prozent auf 32.209 Dollar. Grund hierfür war sowohl die Furcht vor einer strengeren Regulierung, als auch die Sicherstellung von Teilen des Lösegelds, das Hacker vom Pipeline-Betreiber Colonial erpresst hatten.

Bei den Einzelwerten sorgte der Online-Babyausstatter Windeln.de mit einem erneuten Kurssprung für Aufsehen. Die Aktie schoss um bis zu 123 Prozent auf 4,93 Euro nach oben, der höchste Stand seit 14 Monaten. Die Papiere hatten am Wochenanfang bereits 133 Prozent zugelegt. Der Wert sei am Wochenende auf einer Internetseite angepriesen worden, sagten Händler. Das Phänomen der sogenannten "Meme-Aktien" ist in den USA schon seit längerem zu beobachten.

Was am Dienstag an der Börse außerdem wichtig war


Stahlhändler Klöckner & Co rechnet dank Stahlpreisanstieg mit mehr Ergebnis
Dem Duisburger Stahlhändler Klöckner & Co (KlöCo) spielen die steigenden Stahlpreise in die Karten. Weil die Preise in Europa und den USA weiter deutlich gestiegen sind, rechnet das im SDax notierte Unternehmen im laufenden zweiten Quartal mit deutlich mehr operativem Gewinn, wie es am Dienstag in Duisburg mitteilte. So soll das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im zweiten Quartal zwischen 260 und 290 Millionen Euro betragen statt wie bisher veranschlagt zwischen 130 und 160 Millionen. Die Aktie von KlöCo zog auf die Nachricht hin deutlich an. Die Zahlen für das zweite Quartal legt das Unternehmen am 10. August vor.

VW-Truckzukauf Navistar kehrt in schwarze Zahlen zurück
Der vor der Übernahme durch Volkswagen stehende US-Truckhersteller Navistar ist im abgelaufenen Geschäftsquartal in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Unter dem Strich stand in den drei Monaten bis Ende April ein Überschuss von 163 Millionen US-Dollar (134 Mio Euro), nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Nettoverlust von 38 Millionen Dollar angefallen war, wie Navistar am Dienstag in Lisle (US-Bundesstaat Illinois) mitteilte. Auch im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres hatte ein hoher Fehlbetrag zu Buche gestanden.

British American Tobacco erhöht Umsatzprognose - Treiber Zigarettenalternativen
Wegen einer stärkeren Kundennachfrage nach Zigarettenalternativen hat der Tabakkonzern British American Tobacco (BAT) seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr nach oben geschraubt. Der Vorstand sehe mittlerweile mindestens ein Plus von fünf Prozent bei konstanten Wechselkursen, wie das Unternehmen am Dienstag in London mitteilte. Zuvor war BAT von einem Erlösplus zwischen drei bis fünf Prozent ausgegangen.

IPO: Online-Modehändler About You will für Aktien 21 bis 26 Euro haben
Der Online-Modehändler About You hat die Preisspanne für seinen geplanten Börsengang bei 21 bis 26 Euro je Anteilsschein festgelegt. Bei der Privatplatzierung auf dem Frankfurter Parkett sollten voraussichtlich 28,6 Millionen neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung sowie bis zu 8,4 Millionen bereits bestehende Scheine von Alteigentümern platziert werden, teilte das Unternehmen am Dienstag in Hamburg mit. Darin ist eine mögliche Mehrzuteilungsoption enthalten. Sofern diese sogenannte Greenshoe-Option vollständig ausgeübt wird, liege das Angebot insgesamt zwischen 776 und 941 Millionen Euro. Zu den bestehenden Aktionären gehört auch der Hamburger Versandhandelsriese Otto.

Daimler-Chef Källenius zuversichtlich auch für kommendes Jahr
Daimler-Chef Ola Källenius zeigt sich nach dem verheißungsvollen Jahresstart optimistisch bis mindestens ins kommende Jahr. "Ich denke, 2022 könnte sogar noch stärker werden als 2021, aber Voraussagen sind immer schwierig", sagte der Manager dem Branchenmagazin "Automotive News Europe" (Dienstag/online). Während es viele unbekannte externe Faktoren gebe, werde die Fahrzeugnachfrage wahrscheinlich im zweiten Halbjahr dieses Jahres anziehen. Dieser Trend dürfte sich ins kommende Jahr hinein fortsetzen. Källenius verwies auf den erhofften Schwung für den Autobauer durch neue Pkw-Modelle.

US-Behörde lässt umstrittenes Biogen-Alzheimer-Medikament zu
Trotz umstrittener Wirksamkeit hat die US-Arzneimittelbehörde FDA ein neues Alzheimer-Medikament zugelassen. Der Wirkstoff Aducanumab sei die erste neuartige Behandlungsmethode gegen die neurodegenerative Erkrankung, die seit 2003 zugelassen worden sei, teilte die FDA am Montag mit. Das vom US-Pharmakonzern Biogen entwickelte Medikament soll Patienten mit Alzheimer im Frühstadium als monatliche Infusion gegeben werden und den Abbau der Geisteskraft stoppen. Es ist damit auch der erste in den USA zugelassene Wirkstoff, der dem Fortschritt der Krankheit und nicht nur Symptomen entgegenwirken soll.

rtr/dpa-AFX/lb

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Daimler AG 77,46 -2,42% Daimler AG
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