DAX SCHLUSSBERICHT

DAX schließt im Minus - und was Anleger sonst noch wissen müssen

DAX schließt im Minus - und was Anleger sonst noch wissen müssen

WKN: 555060 ISIN: DE0005550602 Draegerwerk AG & Co. KGaA

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22.03.2019 - 16:37
07.03.2019 17:30:20

Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Donnerstag nach der EZB-Sitzung von seiner schwächeren Seite gezeigt. Der DAX schloss 0,6 Prozent im Minus bei 11.517,80 Punkten. Was Anleger vom Handel am Donnerstag sonst noch wissen müssen, die wichtigsten Themen vom Parkett.



Auf die Stimmung der Anleger im DAX haben am Donnerstag die Konjunkturprognosen der Europäischen Zentralbank (EZB) gedrückt: Die Volkswirte der EZB senkten ihre Wachstumsprognosen für die Eurozone deutlich. Die Ökonomen erwarten, dass das Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr um nur noch 1,1 Prozent steigt. Im Dezember hatten die Volkswirte noch 1,7 Prozent erwartet. Für das kommende Jahr rechnen sie mit 1,6 statt 1,7 Prozent. Für 2021 erwarten die Experten weiterhin ein Wachstum um 1,5 Prozent. "Die schwächeren Wirtschaftsdaten weisen auf eine beträchtliche Verlangsamung des wirtschaftlichen Aufschwungs hin", sagte EZB-Präsident Mario Draghi.



Die Notenbank will zudem den Banken neue billige Langfristkredite gewähren, um bereitwilliger Darlehen an Unternehmen zu geben. Profitieren davon dürften insbesondere Geldhäuser in Italien.


Die eingetrübten Aussichten belasteten die Bank-Aktien. Die Deutsche Bank-Aktie gab um bis zu 5,5 Prozent nach. Der Kurs des Euro fiel zeitweise auf den tiefsten Stand seit drei Wochen.

Für kurzzeitig gute Laune an der Börse hatte am frühen Nachmittag die Aussicht auf weitere Null-Zinsen gesorgt. Direkt nach der Zinsentscheidung der Währungshüter um Mario Draghi - der Leitzins in der Eurozone bleibt demnach auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent - hatte der DAX kurzzeitig ins Plus gedreht. "Die EZB hat die Leitzinswende für 2019 heute abgesagt", sagte Chefökonom Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe. "Dadurch verschiebt sich die Zinswende wohl auf den Sankt Nimmerleinstag."

Was am Donnerstag an der Börse sonst noch wichtig war



Vonovia macht kräftigen Gewinn - 'kein Preistreiber bei Mieten'
Mit einem Milliardengewinn im Rücken will Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia den Bau neuer Wohnungen nahezu verdoppeln. Nach 1100 Wohnungen im vergangenen Jahr sollen 2019 mindestens 2000 Einheiten fertiggestellt werden, kündigte Vorstandschef Rolf Buch am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf an. Fehlende Baugenehmigungen bremsten einen noch größeren Neubau. "Es liegt nicht an den Grundstücken und nicht am Geld", sagte Buch. Vonovia vermietet insgesamt rund 400 000 eigene Wohnungen.

Deutsche Post lässt bei 5-Milliarden-Ziel nicht locker - Aktie steigt
Die Deutsche Post will nach einem Gewinneinbruch im Brief- und Paketgeschäft wieder Tritt fassen. Dank der eingeleiteten Sanierungsschritte soll der operative Gewinn (Ebit) im laufenden Jahr mit 3,9 bis 4,3 Milliarden Euro etwa das Niveau erreichen, das Vorstandschef Frank Appel ursprünglich schon für 2018 angepeilt hatte. "Damit nehmen wir wie geplant Kurs auf die Marke von 5,0 Milliarden Euro, die wir für 2020 in Aussicht gestellt haben", sagte der Manager am Donnerstag in Bonn. Die Ziele seien auch bei einer Abschwächung der Konjunktur erreichbar.

ProSiebenSat.1 nach schwachem Jahr vor hartem Umbau
Weniger Umsatz, weniger Gewinn: Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 kämpft mit sinkenden Erlösen im Werbefernsehen und will seine Digitalgeschäfte deshalb schneller ausbauen. Die dafür notwendigen Investitionen dürften das Betriebsergebnis im laufenden Jahr aber noch etwas niedriger ausfallen lassen, sagte Vorstandschef Max Conze am Donnerstag bei Vorlage seiner ersten Jahresbilanz. Erst ab 2020 werde man die Ernte einfahren und nicht nur beim Umsatz, sondern auch unter dem Strich mehr liefern.

Merck will zurück zu Wachstum - Zuversichtlich für Versum-Kauf
Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGaA will nach einem Übergangsjahr 2018 im laufenden Jahr wieder deutlich vorankommen. "Unsere Ziele für 2019 sind anspruchsvoll, aber sie sind machbar, denn unsere Voraussetzungen dafür sind gut", sagte Konzernchef Stefan Oschmann zur Bilanzvorlage 2018 in Darmstadt am Donnerstag. Alle drei Sparten seien nach ihrem Umbau bestens aufgestellt. Unterdessen hofft Merck weiterhin, mit seinem Übernahmeangebot für den US-Halbleiterzulieferer Versum Materials zum Zug zu kommen.

Hugo Boss baut Online-Geschäft weiter aus - Aktie fällt nach Ausblick
Der Modekonzern Hugo Boss erwartet für das laufende Jahr weiteres Wachstum. Umsatz und Gewinn sollen zulegen, das Ergebnis soll dabei stärker steigen als der Umsatz. Beitragen soll dazu der Onlinehandel sowie ein überproportionales Wachstum in der Region Asien/Pazifik. An der Börse kam der Ausblick zunächst nicht gut an. Die Aktie verlor am späten Mittag 2,4 Prozent.

Conti mit mauem Start ins Jahr - Dividende erhöht
Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental sieht angesichts schwacher Märkte in diesem Jahr weiter eine Durststrecke auf sich zukommen. Auch der Start ins neue Jahr sei verhalten ausgefallen, teilte der Dax-Konzern am Donnerstag in Hannover mit. Sorgen macht dem Unternehmen vor allem der Einbruch des chinesischen Automarktes, aber auch die Handelskonflikte belasten die Stimmung. Eine unerwartet gestiegene Dividende soll die Aktionäre heiter stimmen.

Hannover Rück erhöht nach Milliardengewinn Dividende
Der weltweit viertgrößte Rückversicherer Hannover Rück will nach der Rückkehr zu einem Milliardengewinn noch mehr Geld an seine Anteilseigner ausschütten. Inklusive einer Sonderdividende soll die Ausschüttung für 2018 um 25 Cent auf 5,25 Euro je Aktie steigen, wie der scheidende Vorstandschef Ulrich Wallin bei seiner letzten Bilanzvorlage am Donnerstag in Hannover ankündigte. Analysten hatten im Schnitt mit 5,26 Euro je Aktie gerechnet.

Drägerwerk zahlt nach Gewinneinbruch deutlich weniger Dividende
Der Medizin- und Sicherheitstechnikkonzern Drägerwerk streicht nach einem Gewinneinbruch seine kräftig Dividende zusammen. Das Unternehmen werde je Vorzugsaktie 19 (2017: 46) Cent und je Stammaktie 13 Cent (2017: 0,40) an die Aktionäre ausschütten, teilte das im SDax notierte Unternehmen bei der Vorlage der endgültigen Jahreszahlen am Donnerstag in Lübeck mit. Die Aktie gab knapp ein Prozent nach.

Dialog Semiconductor kauft Spezialisten für stromsparende Wifi-Chips
Der Chipentwickler Dialog Semiconductor treibt seine Emanzipierung vom Großkunden Apple mit der Übernahme eines Spezialisten für stromsparende Wifi-Verbindungen voran. Für 45 Millionen US-Dollar (39,8 Mio Euro) in bar soll der Geschäftsbereich für mobile Kommunikation vom Techkonzern Silicon Motion gekauft werden, wie Dialog Semi am Donnerstag in London mitteilte. Mit der Übernahme der Sparte, die 2018 den Angaben zufolge circa 30 Millionen Dollar Umsatz erzielt hat, will der MDax-Aufsteiger sein Geschäft im Bereich des Internet der Dinge erweitern. So ist die Sparte, die nun gekauft wird und ihren Hauptsitz im südkoreanischen Seoul hat, ein Spezialist für verbrauchsarme sogenannte SoC. SoC sind komplexe Chips, die aus mehr Komponenten bestehen als nur einem Prozessor.

rtr/dpa-AFX/fh


Bildquelle: Kai Pfaffenbach/Reuters

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