DAX 15.587 0,8%  MDAX 34.358 0,6%  Dow 35.295 1,1%  Nasdaq 15.147 0,6%  Gold 1.768 -1,6%  TecDAX 3.726 0,4%  EStoxx50 4.183 0,8%  Nikkei 29.069 1,8%  Dollar 1,1601 0,0%  Öl 84,9 1,0% 
DAX-SCHLUSSBERICHT

DAX schließt im Minus: US-Jobdaten bremsen

DAX schließt im Minus: US-Jobdaten bremsen
08.10.2021 17:39:00

Der deutsche Aktienmarkt hat sich zum Wochenende etwas schwächer entwickelt. Der deutsche Leitindex DAX schloss 0,3 Prozent im Minus bei 15.206,13 Punkten

Die September-Daten vom US-Jobmarkt haben die Investoren im DAX verunsichert. Der Stellenzuwachs war unerwartet gering. Jedoch sank die Arbeitslosenquote deutlich. Dies sei etwas widersprüchlich, kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Sowohl eine Arbeitslosenquote als auch geschaffene Stellen auf Jahrestief würden nicht ganz zusammenpassen.

Eine Erholung am Arbeitsmarkt ist eine Voraussetzung für die Drosselung der Konjunkturspritzen der US-Notenbank Fed. Sie dürfte ihre geplante Senkung des Anleihekaufprogramms weiterverfolgen, erklärte LBBW-Ökonom Dirk Chlench. Die gesunkene Arbeitslosenquote sowie der Lohnanstieg dürften dies unterstützen.

Der Ölmarkt befand sich im Auftrieb. Die stark ansteigenden Energiekosten sorgten für Unruhe an den Märkten. Der Preis für die Ölsorte Brent aus der Nordsee stieg um rund ein Prozent auf 82,75 US-Dollar je Fass. Auch das US-Öl WTI verteuerte sich um 1,2 Prozent auf 79,22 Dollar je Barrel. Commerzbank-Analystin Babara Lambrecht gab zu bedenken, dass das Ölangebot knapp bleibe. Dies liege an den Produktionsausfällen und an der OPEC+ Entscheidung diese nicht abzufedern. Zu der OPEC+ gehöhren neben den Mitgliedern des Exportkartells auch große Förderländer, wie etwa Russland.

Auf Unternehmensseite stand das Immobilienunternehmen Adler Group im Vordergrund. Der Wohnungsvermieter Vonovia sicherte sich eine Kaufoption für 13,3 Prozent der Adler Group. Die Aktie des Immobilienkonzerns gewann rund zwei Prozent.

Continental und Daimler gingen als DAX-Gewinner aus dem Handel. Die Schlusslichter waren am Freitag RWE und HelloFresh.

Was am Freitag an der Börse außerdem wichtig war


Der Immobilienriese Vonovia prüft einen Einstieg bei dem in schweres Fahrwasser geratenen Branchenrivalen Adler Group . Die Bochumer haben sich in einer Vereinbarung mit dem Adler-Großaktionär Aggregate Holdings das Recht gesichert, einen Anteil von 13,3 Prozent an Adler zu erwerben, wie es vom Luxemburger Immobilieninvestor am späten Donnerstagabend hieß. Zieht Vonovia die Kaufoption, würde sich der Anteil von Aggregate an Adler damit halbieren. Zudem will Adler nun externe Prüfer einschalten, um die Vorwürfe eines Leerverkäufers mit Blick auf die Bilanz prüfen zu lassen. Die Aktie der Adler Group zog nach ihrem Absturz vom Mittwoch etwas weiter an.

Airbus mit September-Auslieferungen in Reichweite zum Jahresziel
Der Flugzeugbauer Airbus ist Kreisen zufolge auf gutem Weg zu seinem Jahres-Auslieferungsziel. So hat der Dax -Konzern im September etwa 40 Maschinen ausgeliefert, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag unter Berufung auf informierte Personen berichtete. Das reicht im dritten Quartal zu insgesamt etwa 127 Auslieferungen, im Juli hatten Airbus-Kunden 47 Jets in Empfang genommen, im August weitere 40. Insgesamt käme das Unternehmen damit nach neun Monaten auf 424 Auslieferungen. Für das Gesamtjahr peilt Konzernchef Guillaume Faury rund 600 Stück an - im vierten Quartal wären also noch 176 Maschinen an die Kunden zu übergeben. Offizielle Auslieferungsdaten werde Airbus am Montag vorlegen, hieß es weiter.

RWE-Chef Krebber will mehr Gaskraftwerke - Anlagen unter Preisdruck
Der Chef des Energiekonzerns RWE , Markus Krebber, fordert den Bau neuer Gaskraftwerke zur Sicherung der Stromversorgung in Deutschland. "Wir brauchen in Deutschland ungefähr 20 bis 30 Gigawatt neue Gaskraftwerke", sagte Krebber in einem am Freitag veröffentlichten Podcast der "Wirtschaftswoche". Das würde bis zu einer Verdopplung der bisherigen Kapazitäten entsprechen. Die installierte Leistung von Gaskraftwerken in Deutschland betrug 2019 rund 30 Gigawatt.

Tesla-Zentrale zieht nach Texas um
Tesla verlegt den Firmensitz offiziell aus dem Silicon Valley nach Texas. Konzernchef Elon Musk gab den Umzug in der Nacht zum Freitag bei der Hauptversammlung des Elektroauto-Herstellers bekannt. Sie wurde bereits am neuen Sitz in der Stadt Austin abgehalten, wo Tesla ein großes Werk baut.

Digitalisierungsängste abbauen - Mobilität bleibt Kern
Den tiefgreifenden Umbau in Richtung Software und Elektronik bei Continental will die Konzernführung auch als Ansporn verstanden wissen, Berührungsängste gegenüber digitalen Arbeitsformen zu mildern. "Für die gesamte Gesellschaft gilt: Man muss die Menschen begleiten", sagte Personalvorständin Ariane Reinhart zum 150-jährigen Bestehen, das der Autozulieferer am Freitag feiert. Transformation bedeute stets große Veränderungen des Vertrauten und bringe Risiken für alte Jobs - aber sie müsse häufiger als Aufbruch gesehen werden.

Samsung rechnet mit deutlichem Gewinnanstieg für das dritte Quartal
Der Elektronik-Riese Samsung hat auch im dritten Quartal 2021 von den steigenden Chip-Preisen durch bestehende Lieferengpässe profitiert. Das Flaggschiff-Unternehmen des südkoreanischen Mischkonzerns Samsung teilte am Freitag in seinem Ergebnisausblick mit, dass es für die Monate Juli bis September mit einem operativen Gewinn von 15,8 Billionen Won (etwa 11,5 Milliarden Euro) rechne. Das entspräche im Jahresvergleich einem Anstieg des Gewinns aus den Kerngeschäften um 28 Prozent. Das Unternehmen ist marktführend bei Speicherchips, Smartphones und Fernsehern.

rtr/dpa-AFX/lb

pagehit