DAX-SCHLUSSBERICHT

DAX schließt leicht im Minus - und was Anleger außerdem wissen sollten

DAX schließt leicht im Minus - und was Anleger außerdem wissen sollten

WKN: 750000 ISIN: DE0007500001 thyssenkrupp AG

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13.12.2019 - 17:05
21.11.2019 17:37:00

Nach einem volatilen Tag an den Börsen schloss der DAX am Donnerstag mit 0,2 Prozent Minus bei 13.137,70 Punkten. Was Anleger beschäftigte und was außerdem wichtig war.

Am Donnerstag schwankte der Aktienmarkt angesichts der unsicheren Lage der Zollgespräche. Noch vor zwei Tagen war der DAX in der Hoffnung auf eine baldige Einigung in die Höhe geklettert. Insidern zufolge könnte der erste Teil des Handelsabkommens womöglich erst 2020 abgeschlossen werden. "Die relative Dax-Stärke ist beachtlich angesichts des Zollkonflikts und auch der Bedenken über die wirtschaftliche Entwicklung in Europa", sagte Marktbeobachter Andreas Lipkow. Da von Euphorie keine Rede sein könne, sieht er für den Leitindex daher "Anlass zur Hoffnung" für weitere Gewinne. An den Devisenmärkten gewann das britische Pfund 0,3 Prozent auf 1,2960 Dollar. Der Euro erholte sich leicht auf 1,1088 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,1059 Dollar festgesetzt.

Auf Unternehmensseite waren die Blicke der Anleger am Donnerstag auf Thyssenkrupp gerichtet. Der Mischkonzern legte seine Bilanz für 2018/2019 vor und strich nach einem weiteren Verlustjahr die Dividende. Die Anleger zogen sich darauf hin zurück und Aktie brach um bis zu zwölf Prozent ein. Das Augenmerk liege nun auf der strategischen Neuausrichtung des Konzerns, die unter anderem den Verkauf von nicht wettbewerbsfähigem Geschäft, die Zukunft der Aufzugsparte und Sparmaßnahmen vorsehe, sagte Michael Punzet, Analyst bei der DZBank.

Gefragt waren hingegen Automobilwerte, der Sektorindex schaffte es als einziger in den grünen Bereich. Größter Dax-Gewinner waren Daimler mit einem Plus von mehr als zwei Prozent. Damit ging der Automobilkonzern als DAX-Anführer aus dem Handelstag, gefolgt von der Deutschen Bank und Volkswagen. Die Schlusslichter waren Infineon und MTU.

Was am Donnerstag an der Börse außerdem wichtig war


Merz zieht die Zügel an - Sanierung bei Thyssenkrupp trifft alle
Hohe Verluste, keine Dividende und möglicherweise ein stärkerer Personalabbau als geplant: Bei Thyssenkrupp wird es unter der neuen Vorstandsvorsitzenden Martina Merz ungemütlich. "So wie bisher kann es nicht weitergehen", kündigte Merz am Donnerstag bei der Vorlage der Bilanz des angeschlagenen Stahl- und Industriekonzerns an. Thyssenkrupp habe sich in der Vergangenheit "durchgewurschtelt", statt die Probleme "konsequent und ernsthaft anzugehen". Treffen wird der neue Kurs alle: Mitarbeiter, Manager, Aktionäre.

BMW weitet Rückruf wegen Brandgefahr aus
BMW ruft wegen Brandgefahr 232 000 Fahrzeuge zurück. Der Konzern weite damit einen bereits vergangenes Jahr begonnenen Rückruf aus, teilte der Autohersteller am Donnerstag mit. Zuvor hatte die Branchenzeitung "kfz-betrieb" darüber berichtet.

'MM': Telekom prüft Verkauf von niederländischer T-Mobile
Die Deutsche Telekom denkt laut einem Bericht über einen Verkauf ihrer niederländischen Mobilfunktochter T-Mobile Niederlande nach. Die Gesellschaft sei aus strategischer und wirtschaftlicher Sicht der aussichtsreichste Kandidat für einen Verkauf, berichtete das "Manager Magazin" am Donnerstag und berief sich auf Insider. Neben einem Verkauf werde auch ein Börsengang in Betracht gezogen. Ein Telekom-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern.

Verkauf der Supermarktkette: Zweiter Bieter legt bei Metro-Tochter Real nach
In die zähen Verkaufsverhandlungen um die Metro-Tochter Real kommt wieder etwas Bewegung. Der zweite Interessent X+Bricks habe sich erneut bei Metro gemeldet und signalisiert, "mit einem deutlich nachgebesserten Angebot" auf die Anforderungen des Verkäufers einzugehen, erklärte eine Metro-Sprecherin am Donnerstag. Ein Sprecher des Investors X+Bricks bestätigte den Schritt. Zuvor hatte das "Manager Magazin" darüber berichtet.

Millionenbußen gegen Autohersteller wegen Stahlpreis-Absprache
Das Bundeskartellamt hat wegen Preisabsprachen bei Stahl rund 100 Millionen Euro an Bußgeldern gegen Volkswagen, Daimler und BMW verhängt. Die Unternehmen hätten sich von 2004 an beim Einkauf von Langstahl abgesprochen, teilte das Bundeskartellamt am Donnerstag mit. Sie haben nach Angaben der Bonner Wettbewerbshüter den Sachverhalt anerkannt und einer einvernehmlichen Beendigung des Verfahrens zugestimmt. Den beteiligten Stahlproduzenten, von denen die illegale Praxis ausging, hatte das Kartellamt bereits im vergangenen Jahr 205 Millionen Euro Strafzahlungen auferlegt.

VW-Software-Einheit startet im Januar - Ziel: Über 10 000 Experten
Die neue Software-Einheit von Volkswagen soll vom Jahreswechsel an die Kompetenzen in der Fahrzeug-IT zusammenführen und mittelfristig noch einmal deutlich aufgestockt werden. Zunächst will das Unternehmen dabei rund 3000 eigene Experten zum Großteil aus Beteiligungen der VW-Gruppe einsetzen - bis 2025 sollen es inklusive externer Einstellungen, Firmenübernahmen und Fachleuten aus den Konzernmarken selbst mehr als 10 000 werden. Zunächst waren für die Einheit namens Car.Software innerhalb der nächsten fünf Jahre 5000 Digitalfachkräfte vorgesehen. Sie sollen die Zuständigkeiten für Fahrzeug-Software bündeln, am Ende auch in einer eigenen Marke.

Aus für Thomas Cook in Deutschland
Bei der insolventen Deutschland-Tochter des Reisekonzerns Thomas Cook in Oberursel gehen die Lichter aus. Der Veranstalterbereich mit den Marken Neckermann Reisen, Air Marin und Thomas Cook Signature wird kommende Woche eingestellt, wie Julia Kappel-Gnirs aus dem Team der vorläufigen Insolvenzverwalter der Deutschen Presse-Agentur sagte. "Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens voraussichtlich kommender Woche erhalten die betroffenen Mitarbeiter die Kündigung. Sie sind darüber informiert." Dabei handele es sich um weniger als die Hälfte der insgesamt etwa 2100 Beschäftigten. Durch Verkäufe von Unternehmensteilen werde die Zukunft von mehr als 1000 Mitarbeitern gesichert.

Millionenbußen gegen Autohersteller wegen Stahlpreis-Absprache
Das Bundeskartellamt hat wegen Preisabsprachen beim Stahleinkauf rund 100 Millionen Euro Bußgelder gegen Volkswagen, Daimler und BMW verhängt. Die Unternehmen hätten sich von 2004 bis 2013 beim Einkauf von Langstahl abgesprochen, teilte das Bundeskartellamt am Donnerstag mit. Die drei Unternehmen haben laut Behörde den Sachverhalt anerkannt und einer einvernehmlichen Beendigung des Verfahrens zugestimmt. In München bezifferte BMW seinen Anteil auf 28 Millionen Euro, gegen Mitarbeiter seien keine Bußgelder verhängt worden.

Kreise: Sanofi denkt über die Zukunft des Consumer-Health-Geschäfts nach
Der französische Pharmakonzern Sanofi stellt sein Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten (Consumer Healthcare) offenbar auf den Prüfstand. Noch sei keine Entscheidung über die Sparte für rezeptfreie Medikamente gefallen, doch das Management führe derzeit Gespräche mit Beratern, um die Reaktion der Aktionäre abzuschätzen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Verweis auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. An der Börse legte die Aktie am Vormittag um 0,83 Prozent zu.

CTS Eventim legt beim Überschuss deutlich zu
Der Veranstalter und Tickethändler CTS Eventim hat seinen Überschuss deutlich gesteigert. Unterm Strich legte der auf die Aktionäre des Konzerns entfallende Gewinn in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres um knapp 14 Prozent auf 72,3 Millionen Euro zu. Das gab der Konzern am Donnerstag in München bekannt. An der Börse tendiert die Aktie am Donnerstagvormittag unverändert, damit liegt sie höher als der Gesamtmarkt.

Stellenabbau bei Thyssenkrupp möglicherweise größer als geplant
Der angeschlagene Stahl- und Industriekonzern Thyssenkrupp streicht möglicherweise mehr als die bisher geplanten 6000 Arbeitsplätze. Derzeit könne nicht ausgeschlossen werden, "dass es mehr Stellen werden, die wir abbauen müssen", sagte Personalvorstand Oliver Burkhard am Donnerstag laut Redemanuskript in Essen. "Schritt für Schritt werden wir da genauer werden können", fügte Burkhard hinzu.

Gea treibt Konzernumbau voran - Verkauft Käsereitechnik-Hersteller
Der Maschinenbauer Gea treibt den Konzernumbau mit einem kleineren Spartenverkauf voran. So verkauft das Düsseldorfer Unternehmen seine Tochter de Klokslag, die Großanlagen für Hart- und Schnittkäse herstellt, an Evert IJntema und Jan Dijkema, wie es am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte. Zum Kaufpreis machte Gea keine Angaben.

rtr/dpa-AFX/iw

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Bildquelle: Julian Mezger für Finanzen Verlag

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