DAX-SCHLUSSBERICHT

DAX schließt leicht im Plus - und was am Donnerstag sonst noch wichtig war

DAX schließt leicht im Plus - und was am Donnerstag sonst noch wichtig war

WKN: 519000 ISIN: DE0005190003 BMW AG

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16.01.2019 - 18:53
10.01.2019 17:30:00

Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Donnerstag von seiner holprigen Seite gezeigt. Der DAX schloss 0,3 Prozent im Plus bei 10.921,59 Punkten. Was Anleger vom Handel am Donnerstag sonst noch wissen müssen.



Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich am Donnerstag bedeckt gehalten. Nach den Kursgewinnen vom Mittwoch nahmen Investoren Gewinne mit. Nach einem schwachen Start drehte der DAX am Nachmittag leicht ins Plus.



Das Ausbleiben von Neuigkeiten im Zollstreit zwischen den USA und China sorgte indes für schlechte Stimmung am Aktienmarkt. "Die Anleger sind etwas enttäuscht, weil es wohl keinen klaren Durchbruch bei den Handelsgesprächen von USA und China gegeben hat", sagte Marktanalyst Fawad Razaqzada vom Brokerhaus Forex.com.


China zufolge waren die dreitägigen Gespräche zur Beilegung des Zollstreits mit den USA "umfangreich, tief und detailliert". Dies bilde die Grundlage für eine Klärung der Bedenken, die beide Seiten hegten. Man habe sich darauf verständigt, engen Kontakt zu halten. Börsianer hatten sich allerdings konkretere Aussagen erhofft. "Die Hoffnungen auf ein Ende des Zollstreits sind inzwischen recht groß - und damit auch das Enttäuschungspotenzial", sagte Christian Henke vom Brokerhaus IG. Seit Freitag hat der Dax viereinhalb Prozent zugelegt. Im vergangenen Jahr war es für den deutschen Leitindex um mehr als 18 Prozent bergab gegangen.

An Europas Börsen flogen vor allem exportorientierte Titel wie der Autosektor aus den Depots. Papiere von Continental, Faurecia und Valeo gaben bis zu 4,7 Prozent ab. Bei Continental und Faurecia belastete außerdem eine Herunterstufung durch die Analysten der UBS.

Was am Donnerstag sonst noch passiert ist



Osram-Chef zeichnet trübes Bild - Aktie rutscht ab
Beim Lichtkonzern Osram kommt beim Rückblick auf das abgelaufene Jahresviertel keine Freude auf. "Die ersten Daten deuten darauf hin, dass das vergangene Quartal bei uns noch schwächer ausgefallen ist, als dies manche Finanzexperten und wir noch vor einigen Monaten erwartet haben", sagte Firmenchef Olaf Berlien der "Augsburger Allgemeinen" (Donnerstag). "Ich sehe dunkle Wolken für 2019 am Horizont aufziehen, die Nachfrage nach Leuchtdioden geht spürbar zurück. Was mir aber für das neue Jahr am meisten Sorgen bereitet, ist die rückläufige Auto-Konjunktur."

Privatbank Warburg verklagt Deutsche Bank auf Schadenersatz
Neuer Ärger für die Deutsche Bank wegen umstrittener "Cum-Ex"-Aktiengeschäfte: Die Hamburger Privatbank Warburg verklagt das größte deutsche Geldhaus auf Schadenersatz. Das teilte Warburg am Donnerstag mit. Die genaue Höhe des Schadenersatzes bezifferte Warburg nicht, weil die Gesamtsumme des möglichen Schadens noch nicht feststeht. Konkret droht die Nachzahlung von Kapitalertragssteuern für die Jahre 2010/2011 in Höhe von 46 Millionen Euro zuzüglich Zinsen. Warburg will sich mit der Klage gegen mögliche weitere Forderungen und Kosten wappnen.

Geplante Allianz von VW und Ford kommt voran
Die Kooperationsgespräche zwischen Volkswagen und dem US-Autoriesen Ford sind auf der Zielgeraden. Man sei "ein Stück weitergekommen", es gebe ausreichend Gemeinsamkeiten für eine grundsätzliche Einigung, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus gut informierten Kreisen. Nach dpa-Informationen könnte der Pick-up Amarok eines der ersten gemeinsamen Projekte werden.

VW wegen schwachem Chinageschäft nur mit knappem Verkaufsplus
Die Volkswagen-Kernmarke VW Pkw hat wegen des kriselnden chinesischen Automarktes im vergangenen Jahr nur ein knappes Verkaufsplus erzielt. Insgesamt legten die Auslieferungen weltweit um 0,2 Prozent auf 6,24 Millionen Autos zu, wie das Unternehmen am Donnerstag in Wolfsburg mitteilte. Im Dezember setzte es einen empfindlichen Rückgang von 9 Prozent, vor allem weil die Verkäufe in China spürbar einbrachen.

VW-Tochter Audi verkauft 2018 spürbar weniger Autos
Die Volkswagen-Premiumtochter Audi hat im vergangenen Jahr weiter an Boden auf die Konkurrenz von Mercedes und BMW verloren. Weltweit lieferte Audi 1,81 Millionen Autos an die Kunden aus, das waren 3,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Donnerstag in Ingolstadt mitteilte. Daimlers Premiummarke Mercedes-Benz hatte im Gesamtjahr ein Absatzplus von 0,9 Prozent auf 2,31 Millionen Autos eingefahren. BMW lag mit der Stammmarke nach elf Monaten und einem Absatzanstieg von 1,8 Prozent bereits bei 1,93 Millionen Wagen. Die Münchener legen die Jahresabsatzzahlen der Marke erst noch vor.

VW-Tochter Porsche steigert Verkäufe 2018 - Schwieriger Start ins neue Jahr
Die Volkswagen-Tochter Porsche hat im vergangenen Jahr dank eines starken Abschneidens in China einen neuen Verkaufsrekord erzielt. Weltweit 256 255 ausgelieferte Autos bedeuteten ein Plus von 4 Prozent zum Vorjahr, wie der Sportwagenbauer am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. In China kletterten die Verkäufe um 12 Prozent auf 80 108 Autos, das Land blieb damit der größte Einzelmarkt. Auch in den USA ging es aufwärts. "In Europa hatten wir im vierten Quartal 2018 durch die Umstellung auf den neuen Prüfzyklus WLTP und auf Ottopartikelfilter große Herausforderungen zu bewältigen, die wir auch im ersten Halbjahr 2019 noch spüren werden", warnte Vertriebschef Detlev von Platen vor einem schwächeren Start ins neue Jahr.

Streit um Brexit: Oppositionschef Corbyn erhöht Druck auf May
Der britische Labour-Chef Jeremy Corbyn erhöht den Druck auf Premierministerin Theresa May im Streit um den Brexit. Auf einer Veranstaltung im englischen Wakefield drohte der Oppositionschef am Donnerstag im scharfen Ton wieder mit Neuwahl: Sie sei der "demokratischste Weg, die Blockade im Parlament beim Brexit" zu lösen. "Daher sage ich zu Theresa May: Wenn Sie so viel Vertrauen in Ihr Abkommen haben, dann rufen Sie Wahlen aus und lassen das Volk entscheiden!" Andernfalls werde Labour ein Misstrauensvotum beantragen.

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gesunken
In den USA ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche gesunken. Wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte, fiel die Zahl der Anträge um 17 000 auf 216 000. Volkswirte hatten im Schnitt mit 226 000 Anträgen gerechnet. Zudem wurde der Wert der Vorwoche um 2000 auf 233 000 nach oben korrigiert.

dpa-AFX/rtr/fh

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Bildquelle: Kai Pfaffenbach/Reuters

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