DAX-SCHLUSSBERICHT

DAX schließt mit Spitzenwerten - und was Anleger außerdem wissen sollten

DAX schließt mit Spitzenwerten - und was Anleger außerdem wissen sollten

WKN: A1H6AJ ISIN: ES0177542018 International Consolidated Airlines S.A.

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17.01.2020 - 19:05
09.01.2020 17:38:00

Der DAX ging am Donnerstag 1,3 Prozent stärker aus dem Handel und schloss bei 13.495,06 Punkten. Welche Themen auf dem Parkett im Fokus standen und was Anleger außerdem beschäftigte.

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich am Donnerstag weiter von den Sorgen um den US-Konflikt mit dem Iran gelöst und so schloss der DAX stärker. Die Bestmarke von 13.596 Zählern aus dem Januar 2018 rückte damit näher.

Am Mittwochabend stimmte US-Präsident Donald Trump zuletzt bei einer Ansprache an die Nation zwar neue Wirtschaftssanktionen gegen den Iran an, aber keine weiteren Militärschläge. Die unmittelbare Gefahr eines neuen Krieges im Nahen Osten scheint zunächst gebannt. "Es scheint fraglich, ob Trump im Wahljahr einen Krieg vom Zaun brechen will", schrieb Analyst Martin Utschneider vom Bankhaus Donner & Reuschel. Das amerikanische Volk sei "erwiesenermaßen kriegsmüde". Mit Blick auf die Einzelwerte zog am Donnerstag Cancom die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich. Die Aktien des IT-Dienstleisters sackten als MDax-Schlusslicht zeitweise um knapp elf Prozent ab. Der überraschende Abgang des Firmenchefs wegen Differenzen über die Geschäftsstrategie verunsichere Anleger, sagte ein Börsianer. Im Tagesverlauf ließ der Druck aber etwas nach.

Investoren zogen sich aus Gold zurück. Das Edelmetall gilt als sichere Anlage, weshalb es vor allem in Krisenzeiten gekauft wird. Gold verbilligte sich um 0,6 Prozent auf 1547,09 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Bundesanleihen flogen ebenfalls aus den Depots. Dies hievte die Rendite der zehnjährigen Titel auf minus 0,220 Prozent von minus 0,258 Prozent.

Zum Handelsschluss führten die Aktien der Lufthansa den DAX an. Die Papiere hatten sich um rund vier Prozent erholt, nachdem sie zuletzt unter einem befürchteten Anstieg der Treibstoffkosten im Zuge des Iran-Konflikts gelitten hatten.Gefolgt wurde Lufthansa von MTU und Volkswagen. Das Schlusslicht bildete Wirecard.

Was am Donnerstag an der Börse außerdem wichtig war


Auch Mercedes und Audi verkaufen 2019 mehr Autos
Daimler und Audi sind nach einem sehr schwierigen Jahr wieder besser in Fahrt gekommen und haben zum Schluss doch mehr Autos verkauft als im Vorjahr. Für das laufende Jahr zeigten sich am Donnerstag beide Unternehmen zumindest in diesem Punkt optimistisch: Der Absatz soll weiter zulegen. Modellwechsel und Probleme bei der Umstellung auf den neuen WLTP-Abgastest hatten die Verkaufszahlen von Mercedes und Audi im ersten Halbjahr um fast 5 Prozent einbrechen lassen - aber zum Jahresende stand doch ein klares Plus: Daimler legte bei der Marke mit dem Stern bereits zum neunten Mal in Folge zu und steigerte seine Auslieferungen um 1,3 Prozent auf 2,34 Millionen Autos. Der größte Schub kam aus China, dort legte die Nachfrage um 6,2 Prozent zu.

Chinesischer Automarkt schrumpft das zweite Jahr in Folge
Der für die deutschen Hersteller so wichtige chinesische Automarkt schwächelt auch das zweite Jahr in Folge. Im vergangenen Jahr gingen die Verkäufe an Kunden gegenüber dem Vorjahr um 7,5 Prozent auf 21 Millionen Fahrzeuge zurück, wie der Branchenverband PCA (China Passenger Car Association) am Donnerstag in Peking mitteilte. Im Dezember stand demnach ein Minus von 3,6 Prozent zu Buche.

Iberia-Chef übernimmt Führung von British-Airways-Mutter IAG
Die British-Airways-Mutter IAG bekommt einen neuen Chef. Der bisherige Chef der spanischen Tochtergesellschaft Iberia, Luis Gallego, werde der Nachfolger des langjährigen Konzernführers Willie Walsh, teilte IAG am Donnerstag an der Londoner Börse mit. Walsh werde seinen Posten am 26. März räumen und am 30. Juni in den Ruhestand gehen. Der frühere British-Airways-Chef und Boeing-Pilot hatte den Zusammenschluss der Airline mit Iberia zur International Airlines Group (IAG) selbst vorangetrieben und führt den Konzern seit seiner Gründung Anfang 2011.

Cancom-Chef tritt zurück - Verunsicherte Anleger lassen Kurs fallen
Überraschender Führungswechsel beim IT-Dienstleister Cancom: Wegen unterschiedlicher Auffassungen über die strategische Entwicklung steigt der Vorstandsvorsitzende Thomas Volk vorzeitig zum 31. Januar aus. Das teilte der MDax-Konzern am Mittwochabend in München mit. Folgen soll auf den Chefposten zum 1. Februar das langjährige Vorstandsmitglied Rudolf Hotter. Er soll sich die Aufgaben, die bisher Volk zugeteilt waren, bis auf Weiteres mit seinem Kollegen Thomas Stark teilen. Anleger reagierten verunsichert. Der Aktienkurs brach am Donnerstagvormittag um 8,65 Prozent auf 48,14 Euro ein.

Air France-KLM mit mehr Passagieren und höherer Auslastung - Aktie zieht an
Die französisch-niederländische Fluggesellschaft Air France-KLM hat die Zahl ihrer Fluggäste im Dezember im Vergleich zum Vorjahresmonat leicht steigern können. Insgesamt buchten knapp 7,75 Millionen Passagiere ein Ticket bei dem Konzern und damit 0,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie Air France-KLM am Donnerstag in Paris mitteilte. Während das Plus bei KLM deutlich ausfiel und Air France leicht zulegte, verzeichnete die ebenfalls zur Gruppe gehörende Transavia jedoch einen deutlichen Rückgang.

Volkswagen-Konzern rechnet wieder mit leichtem Auslieferungsplus 2019
Der Volkswagen-Konzern rechnet für das abgelaufene Jahr nun doch mit einem leichten Plus bei den weltweiten Auslieferungen. Das geht aus einer Präsentation vom Donnerstag hervor, die Vorstandschef Herbert Diess vor Investoren in New York halten wollte. Anlässlich der Geschäftszahlen zum dritten Quartal hatten die Wolfsburger die Prognose für die Auslieferungen Ende Oktober gesenkt und nur noch das Vorjahresniveau erwartet. 2018 hatte VW mit seinen zwölf Konzernmarken 10,83 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert. 2019 dürfte VW nun "leicht darüber" landen. Von Januar bis November 2019 standen bereits 9,94 Millionen ausgelieferte Fahrzeuge zu Buche. Die genauen Daten für das Gesamtjahr will der Konzern in der kommenden Woche veröffentlichen.

Wirtschafts- und Umweltverbände warnen vor Solar-Förderstopp
In einem Brandbrief an die Bundesregierung warnen Wirtschafts- und Umweltverbände vor einem Förderstopp für neue Solarstromanlagen. Dies hätte einen "erheblichen Einbruch der Solartechnik-Nachfrage und große Schäden in der Solarbranche zur Folge", heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Schreiben. Es bestehe "akuter Handlungsbedarf".

rtr/dpa-AFX/iw


Bildquelle: Julian Mezger für Finanzen Verlag

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