DAX-SCHLUSSBERICHT

DAX schließt schwächer: Rekordjagd vorerst gestoppt - und was Anleger außerdem wissen sollten

DAX schließt schwächer: Rekordjagd vorerst gestoppt - und was Anleger außerdem wissen sollten

WKN: A2PLC7 ISIN: US26614N1028 DuPont de Nemours

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03.04.2020 - 15:22
18.02.2020 17:38:00

Wegen einer Umsatzwarnung von Apple haben sich die DAX-Anleger zurückgezogen und so schloss der deutsche Leitindex 0,8 Prozent schwächer bei 13.681,19 Punkten. Was an der Börse außerdem wichtig war.

Zuletzt zeigten sich die Anleger von ihrer optimistischen Seite und trieben den DAX am Montag auf bis zu 13.795 Punkte. Diese Rekordjagd scheint vorerst gestoppt. Denn eine Umsatzwarnung vom Technologieriesen Apple hat der Stimmung einen Dämpfer verpasst. Der Konzern wird wegen des Coronavirus in China die erst wenige Wochen alte Prognose für das laufende Quartal verfehlen. Bei iPhones gebe es Lieferengpässe, weil die Produktion in China langsamer hochgefahren werde als geplant, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Auch in den Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten hinterließ das Coronavirus nun seine Spuren. Sie trübten sich überraschend deutlich ein, wie der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeigte. Auf den DAX übte der ZEW-Index am Dienstag allerdings keinen zusätzlichen Druck mehr aus.

Der überraschend schlecht ausgefallene ZEW-Index, der die Stimmung der deutschen Börsenprofis widerspiegelt, setze die Europäische Zentralbank (EZB) unter Druck, der Konjunktur unter die Arme zu greifen, sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. Der Euro war in der Konsequenz mit 1,0811 Dollar zeitweise so billig wie zuletzt vor drei Jahren.

Auf Unternehmensseite stand die Deutsche Börse mit ihren Zahlen für 2019 im Fokus. Der Börsenbetreiber verbuchte einen Rekordgewinn. Bei den geplanten Übernahmen kann der DAX-Konzern auf eine prall gefüllte Kasse zurückgreifen.

Top-Wert im Leitindex waren RWE mit plus 1,8 Prozent, die damit ihre Gewinnstrecke der vergangenen Wochen fortsetzten. Auf den Energieversorger folgten die Deutsche Telekom und Vonovia. DAX-Schlusslicht war am Dienstag HeidelbergCement.

Was am Dienstag an der Börse außerdem wichtig war



Apple nimmt Umsatzprognose wegen Coronavirus-Folgen zurück
Apple wird wegen des Coronavirus-Ausbruchs in China die erst wenige Wochen alte Umsatzprognose für das laufende Quartal verfehlen. Bei iPhones gebe es Lieferengpässe, weil die Produktion in China langsamer hochgefahren werde als geplant, teilte der Konzern mit. Zudem sei der Absatz von Apple-Geräten in China zuletzt gedämpft gewesen, da viele Geschäfte - und auch die Stores der Firma - zeitweise geschlossen blieben und schlecht besucht worden seien.

HSBC prüft Abbau von 35 000 Stellen und forciert Sparkurs
Die britische Großbank HSBC prüft innerhalb eines weiteren milliardenschweren Sparprogramms den Abbau von bis zu 35 000 Stellen. Die Zahl der Mitarbeiter könnte auf etwa 200 000 sinken, sagte Interims-Konzernchef Noel Quinn, der sich mit diesem Schritt den Posten dauerhaft sichern will, am Dienstag der Nachrichtenagentur Bloomberg. Er setzt damit die Rosskur der vergangenen Jahre fort. Nach der Finanzkrise zog sich die HSBC aus vielen Geschäftsfeldern und Ländern zurück und baute schon mehr als 70 000 Stellen ab.

US-Supermarktkette Walmart enttäuscht beim Gewinnausblick - Aktie gibt nach
Die US-Supermarktkette Walmart hat ihre Investoren beim Gewinn pro Aktie enttäuscht - sowohl im abgelaufenen Quartal als auch mit Blick auf das laufende Jahr. Die Aktie verlor vorbörslich mehr als zwei Prozent.

Amazon-Mitarbeiter sehen Bezos' Spende für das Klima kritisch
Der Amazon-Chef Jeff Bezos will zehn Milliarden US-Dollar für die Bekämpfung des Klimawandels spenden - mehrere hundert seiner knapp 800 000 Mitarbeiter sehen das Projekt aber kritisch. Zwar sei Bezos' Großzügigkeit lobenswert, doch müsse das Unternehmen zunächst selbst umweltfreundlicher werden, schrieb die Gruppe Amazon-Mitarbeiter für Klimagerechtigkeit in einer am Montagabend (Ortszeit) auf Twitter veröffentlichten Stellungnahme.

Mehr Effizienz soll Daimlers Lkw-Sparte durch Konjunktur-Tal bringen
Daimlers Lastwagensparte kämpft mit dem Gegenwind der weltweit nachlassenden Konjunktur und setzt für die kommenden Jahre vor allem auf mehr Effizienz. Truck-Chef Martin Daum will die Kosten erheblich senken, um trotz der sinkenden Verkaufszahlen weiter genug Geld für wichtige, zugleich aber teure Zukunftsprojekte zur Verfügung zu haben.

Paris hofft auf Ja der EU-Kommission zur Bahnfusion - Experten warnen
Der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire hofft auf die Zustimmung der EU-Kommission für die geplante Übernahme des Bombardier-Zuggeschäfts durch den Hersteller Alstom. Die Position der EU-Kommission und der meisten EU-Staaten mit Blick auf das Wettbewerbsrecht habe sich weiterentwickelt, sagte Le Maire am Dienstag nach einem Gespräch mit der zuständigen EU-Kommissarin Margrethe Vestager in Brüssel. Vestager hielt sich vorerst bedeckt.

EU-Kommission prüft Alstom-Bombardier-Deal noch nicht
Die geplante Übernahme des Bombardier-Zuggeschäfts durch den Hersteller Alstom wird von der EU-Kommission noch nicht geprüft. "Wir haben die Nachricht in der Presse gesehen", sagte eine Sprecherin der Brüsseler Behörde am Dienstag. Das Vorhaben sei noch nicht an die EU-Kommission notifiziert worden.

Neuwagen immer kräftiger - SUV und Hybride treiben PS-Werte
Auf dem deutschen Automarkt haben die Kunden auch im vergangenen Jahr zu noch kräftigeren Modellen gegriffen. Die im Jahr 2019 neu zugelassenen Autos hatten im Schnitt 158 PS unter der Haube, wie eine Studie des CAR-Instituts an der Universität Duisburg-Essen ergeben hat. Das waren 4,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und die zehnte Steigerung in Folge.

Spezialchemiekonzern Dupont wechselt Führungsspitze aus
Der Spezialchemiekonzern Dupont wechselt wegen einer Wachstumsschwäche seine Führungsspitze aus. Verwaltungsratschef Ed Breen werde mit sofortiger Wirkung wieder zusätzlich den Posten als Unternehmenschef übernehmen, teilte der Konzern am Dienstag in Wilmington mit. Breen war bereits vor der Megafusion von Dupont und Dow Chemical Unternehmens- und Verwaltungsratschef der alten Dupont.

EU-Staaten für Importverbot für Obst mit Spuren von Chlorpyrifos
Nach dem Verbot des Pflanzenschutzmittels Chlorpyrifos in der Europäischen Union sollen demnächst auch keine Früchte mit Rückständen der Chemikalie mehr verkauft werden dürfen. Dafür sprach sich eine Mehrheit der EU-Staaten am Dienstag aus, wie es aus EU-Kreisen hieß. Demnach darf nach einem Übergangszeitraum von drei Monaten keine Ware mit nachweisbaren Spuren des Mittels angeboten werden. Das gilt auch für alle importierten Lebensmittel. 23 der 27 EU-Staaten waren den Angaben zufolge dafür, darunter auch Deutschland.

Milliardengewinn stärkt Selbstvertrauen der Deutschen Börse
Nach einem Gewinn auf Rekordniveau dämpft Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer die Erwartungen an die für Mai angekündigte neue Strategie. "Angesichts der Ergebnisse, angesichts dessen, wo wir stehen, gibt es keine Notwendigkeit, das Ruder herumzureißen oder die Richtung fundamental zu ändern", sagte Weimer am Dienstag bei der Bilanzvorlage des Dax-Konzerns in Frankfurt. "Wachstum aus eigener Kraft bleibt für uns eine starke Priorität." HeidelbergCement erwartet auch 2020 gute Baustoffnachfrage
Der Baustoffkonzern HeidelbergCement zeigt sich nach einem Umsatz- und Ergebniszuwachs 2019 zuversichtlich für das laufende Jahr. Der Vorstand erwartet, dass sich die Baustoffnachfrage 2020 in vielen Märkten weiter positiv entwickelt, wie die im Dax notierte Gesellschaft am Dienstag in Heidelberg mitteilte. Dies gelte vor allem für die Wachstumsmärkte. Entscheidend für das tatsächliche Ausmaß des Wachstums seien jedoch die lokale wirtschaftliche Entwicklung, der Umfang der öffentlichen Investitionen und die Entwicklung der Kreditkosten für die Immobilienfinanzierung.

rtr/dpa-AFX/iw


Bildquelle: Julian Mezger für Finanzen Verlag

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