DAX-SCHLUSSBERICHT

DAX schließt über 12.000 Punkte - und was Anleger sonst noch wissen sollten

DAX schließt über 12.000 Punkte - und was Anleger sonst noch wissen sollten

WKN: 747206 ISIN: DE0007472060 Wirecard AG

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14.07.2020 - 19:59
02.06.2020 17:40:00

Nach dem verlängerten Pfingstwochenende strömten die Anleger in die Aktienmärkte zurück. Der deutsche Leitindex DAX schloss am Dienstag 3,8 Prozent im Plus bei 12.021,28 Punkten.

Nach dem verlängerten Pfingstwochenende war der DAX deutlich gestiegen. Dank der Hoffnung auf eine kraftvolle Erholung der Weltwirtschaft schoss der Leitindex in die Höhe und teste erstmals seit drei Monaten die 12.000 Punkte-Hürde. Am Nachmittag fiel er jedoch wieder knapp darunter. Zum Handelsschluss stieg das Börsenbarometer dann erneut über den Widerstand.

Die 12.000 Punkte-Marke hatte der deutsche Leitindex Anfang März im Zuge des Corona-Crashs aus den Augen verloren. Ausgehend vom wenig später erreichten Krisentief bei 8.255 Zählern hat er nun schon wieder bald die Hälfte an Wert gewonnen.

Die Markttechnik-Experten von Index Radar attestieren dem DAX perspektivisch Luft nach oben, auch wenn die Rasanz der Erholung derzeit einen "überhitzten" Eindruck mache. "Die maximale Erholung wird Realität", erklärte Marktbeobachter Andreas Büchler. Seiner Ansicht nach spricht aus charttechnischer Sicht nichts dagegen, dass der Leitindex auf seinen bisherigen Höchststand vom Februar bei 13.795 Punkten zurückkehren kann.

Gewinner im DAX war mit zeitweise mehr als elf Prozent die MTU-Aktie. Schlusslicht im Leitindex war am Dienstag die Wirecard-Aktie - mit rund zwei Prozent im Minus. Die Drohung der Rating-Agentur Moody's mit der Herabstufung der Kreditwürdigkeit von Wirecard verunsicherte die Anleger. Sollte die Bonitätsnote gesenkt werden, verlören Anleihen des Zahlungsabwicklers das Gütesiegel "Investment Grade".

Spannend dürfte es später auch noch für die Bayer-Anleger werden. Bei dem Pharma- und Agrarchemiekonzern geht der Rechtsstreit wegen angeblicher Krebsrisiken von Unkrautvernichtern mit dem Wirkstoff Glyphosat in die nächste Runde. Die erste Anhörung vor dem Berufungsgericht findet um 18.00 Uhr deutscher Zeit in San Francisco statt.

Was am Dienstag an der Börse sonst noch wichtig war

Lufthansa-Rettung nimmt wichtige Hürden - Aktie legt zu
Die Lufthansa hat auf dem Weg zu ihrer Rettung durch den Staat über Pfingsten wichtige Hürden genommen. Nach Vorstand und Aufsichtsrat müssen am 25. Juni aber noch die Aktionäre dem neun Milliarden Euro schweren Hilfspaket und den Auflagen der EU-Kommission zustimmen. Auch die förmliche Genehmigung durch die Brüsseler Wettbewerbshüter steht noch aus. Wenn die Lufthansa an diesem Mittwoch ihre Zahlen für das erste Quartal vorlegt, dürfte es vor allem darum gehen, wie lange das Geld in der Kasse noch ausreicht - und wie viele Jobs im Konzern der Krise zum Opfer fallen werden.

Pilotengewerkschaft: Rettungspaket für Lufthansa 'alternativlos'
Nach der Einigung auf ein Rettungspaket für die Lufthansa wirbt die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) bei den Aktionären der Fluggesellschaft um Zustimmung. "Für die Lufthansa ist der eingeschlagene Weg alternativlos", erklärte VC-Präsident Markus Wahl am Dienstag. "Die nun gefundene Einigung ist ein schwerer, aber tragbarer Kompromiss. Ein Schutzschirmverfahren wäre mit unkalkulierbaren Risiken für alle Stakeholder verbunden gewesen. Die Aktionäre sollten den Entschlüssen von Vorstand und Aufsichtsrat folgen und den Maßnahmen zustimmen, damit die verbleibenden Unsicherheiten beendet werden."

VW unterliegt in 'Dieselgate'-Streit vor US-Berufungsgericht
Volkswagen muss in der "Dieselgate"-Affäre weitere empfindliche Bußgelder in den USA fürchten. Ein Berufungsgericht entschied am Montag (Ortszeit), dass trotz bereits geschlossener Vergleiche zusätzliche Strafen zweier Bezirke der Bundesstaaten Florida und Utah zulässig seien. Obwohl VW wegen Dieselautos mit manipulierter Abgastechnik bereits für Verstöße gegen das landesweite US-Luftreinhaltegesetz "Clean Air Act" zur Rechenschaft gezogen wurde, dürfen regionale Behörden demnach weiter Sanktionen verhängen. Das könnte die Tür für erneute hohe Strafzahlungen öffnen.

Erstes US-Glyphosat-Urteil gegen Bayer wird in Berufung verhandelt
Zahlreiche US-Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken von Unkrautvernichtern mit dem Wirkstoff Glyphosat haben Bayer in eine schwere Krise gebracht. Der Leverkusener Agrarchemie- und Pharmariese weist die Vorwürfe indes zurück und hat die bisherigen Urteile angefochten. Der Rechtsstreit, mit dem das Debakel für den Konzern begann, geht nun in die nächste Runde: Die erste Anhörung vor dem Berufungsgericht findet am Dienstag (18:00 Uhr MESZ) in San Francisco statt. Bayer will den im ersten Glyphosat-Verfahren in den USA erlittenen Schuldspruch dort aufheben lassen. Doch selbst wenn dies gelingen sollte - es gibt etliche weitere US-Klagen.

Eon schluckt Innogy - Milliardendeal in Strombranche abgeschlossen
Eine weitreichende Neuordnung der Energiebranche in Deutschland ist unter Dach und Fach. Die RWE -Tochter Innogy ist jetzt Teil des Energieriesen Eon . Der sogenannte Squeeze-out der verbliebenen Minderheitsaktionäre von Innogy sei in das Handelsregister eingetragen worden, teilte Eon am Dienstag mit. Voraussichtlich noch in dieser Woche werde der Handel von Innogy-Aktien an der Börse eingestellt. Die Barabfindung von 42,82 Euro je Anteilschein, mit dem die Minderheitsaktionäre aus dem Unternehmen gedrängt wurden, solle in den nächsten Tagen ausgezahlt werden.

rtr/dpa-AFX/ak


Bildquelle: Lisi Niesner/Reuters

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Bayer 64,09 -0,59% Bayer
E.ON SE 10,05 0,05% E.ON SE
Lufthansa AG 8,53 -2,16% Lufthansa AG
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