DAX-SCHLUSSBERICHT

DAX schließt über 12.000 Punkte - was am Dienstag an der Börse außerdem noch wichtig war

DAX schließt über 12.000 Punkte - was am Dienstag an der Börse außerdem noch wichtig war

WKN: LED400 ISIN: DE000LED4000 OSRAM AG

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10.07.2020 - 09:29
16.06.2020 17:40:02

Am Dienstag hat sich die zuletzt getrübte Stimmung am deutschen Aktienmarkt wieder aufgehellt. Der deutsche Leitindex DAX schloss 3,4 Prozent im Plus bei 12.315,66 Punkten.

Nach sechs Handelstagen in Folge mit Verlusten schloss der DAX am Dienstag im Plus - und über der 12.000 Punkte-Marke. Die Aussicht auf eine Konjunkturspritze der US-Regierung und die Rückendeckung der Notenbanken für die Finanzmärkte hat die Stimmung bei den Anleger wieder aufgehellt.

Die US-Regierung will zur Bekämpfung der Corona-Krise Kreisen zufolge eine weitere Billion US-Dollar über Infrastruktur-Ausgaben in die heimische Wirtschaft pumpen. Zudem beginnt nun die US-Notenbank Fed mit dem direkten Kauf einzelner Unternehmensanleihen im Rahmen eines ihrer Konjunkturprogramme, um die Folgen der Corona-Krise für die heimische Wirtschaft abzufedern.

Mit dem frischen Geld der Fed könne das Motto nun also wieder "Back to Business" und somit pro Aktienkäufe lauten, sagte Analyst Jeffrey Halley vom Broker Oanda. Zudem fährt auch die japanische Notenbank die Unterstützung für Unternehmen wegen der Corona-Krise deutlich hoch.

Besonders gefragt war am Dienstag die HeidelbergCement-Aktie. Die Aussicht auf milliardenschwere Investitionen der USA in die Infrastruktur des Landes ließ den Kurs des Baustoffkonzerns um zeitweise zehn Prozent steigen. Zum Börsenschluss notiert das Papier bei fast 6,5 Prozent und damit an der Spitze des deutschen Leitindexes.

Schlusslicht im DAX war die VW-Aktie mit fast einem halben Prozent im Minus.

Was am Dienstag an der Börse außerdem wichtig war


Großaktionär Cerberus erhöht Druck auf Commerzbank-Spitze
Der Finanzinvestor Cerberus erhöht den Druck auf die Commerzbank-Spitze. "Wir sind nach wie vor dazu entschlossen, nachhaltige Veränderung in der Führung der Commerzbank sowie in Bezug auf die operative und strategische Ausrichtung der Bank zum Wohle aller Stakeholder zu erwirken", betont der Großaktionär in einem weiteren Schreiben an den Aufsichtsrat des Frankfurter Instituts, das der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag vorlag und aus dem auch andere Medien zitierten.

Kreise: AMS erwägt Verkauf der Autozulieferer-Sparte von Osram
Beim Münchener Lichtkonzern Osram könnte sich nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg die Furcht vor einer Zerschlagung nach der Übernahme durch AMS bewahrheiten. Der österreichische Sensorspezialist zieht Kreisen zufolge einen Verkauf der Autozuliefer-Sparte von Osram in Erwägung. Demnach könnte das Unternehmen aus der Steiermark die größte Sparte der angeschlagenen Münchener nach Abschluss der Übernahme in eine Holding-Struktur überführen und abstoßen, wie Bloomberg unter Verweis auf mit der Sache vertraute Personen und eingesehene Dokumente berichtet.

Kinnevik trennt sich erneut von Zalando-Aktien - jetzt soll aber Schluss sein
Der schwedische Zalando-Großaktionär Kinnevik hat den jüngsten Höhenflug der Aktie genutzt und erneut Anteile an dem Online-Modehändler auf den Markt geworfen. Mit den Einnahmen aus der aktuellen Platzierung in Höhe von 645 Millionen Euro hat die schwedische Beteiligungsgesellschaft eigenen Angaben zufolge alle Investitionen, die in das Berliner Unternehmen geflossen sind, wieder zurückerhalten. Da Kinnevik auch nach der Platzierung mit 21,3 Prozent immer noch der größte Aktionär des 2008 gegründeten und inzwischen mit 15 Milliarden Euro bewerteten Unternehmens ist, ist die Zalando-Investition für die Schweden ein voller Erfolg.

Wacker Chemie will 2020 in der Corona-Krise noch mehr sparen
Wacker Chemie tritt in der Corona-Krise noch etwas mehr auf die Kostenbremse. Für das laufende Jahr 2020 sind nun Investitionen in Höhe von rund 250 Millionen Euro geplant, nachdem bislang weniger als 300 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden waren, wie das Unternehmen am Dienstag im Zuge eines Kapitalmarkttages bekannt gab.

EU-Wettbewerbshüter nehmen sich Apple vor
Die EU-Kommission prüft nach Beschwerden von Konkurrenten, ob Apple unfairen Wettbewerb in seinem App Store und beim Bezahlsystem Apple Pay betreibt. Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager leitete am Dienstag zwei offizielle Verfahren ein. Beispielsweise der Musikdienst Spotify beschwerte sich in Brüssel über die Abgabe von 30 bzw. 15 Prozent auf Abo-Einnahmen im App Store, die ihn demnach gegen Apples eigenes Angebot benachteiligen. Bei Apple Pay kritisierten Banken unter anderem, dass sie nicht an Apple vorbei auf den NFC-Chip zum kontaktlosen Bezahlen zugreifen können.

VW steckt weitere Millionen in Entwicklung von Feststoff-Batterien
VW will seine bisherigen Investitionen in die Entwicklung neuer Zellen für Feststoff-Batterien deutlich erhöhen. Der Anteil am kalifornischen Unternehmen Quantumscape werde von 100 Millionen noch einmal um bis zu 200 Millionen Dollar (177 Mio Euro) ausgebaut, kündigte der Wolfsburger Konzern am Dienstag an.

Heftige Absatzeinbußen bei McDonald's wegen Corona - Aber Besserung zuletzt
Die Corona-Pandemie hat die Geschäfte des weltgrößten Fast-Food-Konzerns McDonald's massiv belastet. In den vergangenen zwei Monaten brachen die vergleichbaren Erlöse weltweit relativ zum Vorjahreswert um rund 30 Prozent ein, wie McDonald's am Dienstag in Chicago mitteilte. Allerdings scheint das Schlimmste vorerst überstanden: Etwa 95 Prozent der Filialen sind inzwischen wieder geöffnet und die Absatzentwicklung erholte sich zuletzt wieder.

Easyjet verschiebt Abnahme von Airbus-Jets um bis zu fünf Jahre
Der britische Billigflieger Easyjet schiebt die Abnahme weiterer Airbus-Jets wegen der Corona-Krise auf die lange Bank. Statt 24 Maschinen, wie im April angekündigt, kann die Airline nun 32 Flugzeuge erst später abnehmen als ursprünglich vorgesehen, wie sie nach einer Vereinbarung mit dem Flugzeugbauer am Dienstag in Luton bei London mitteilte. Easyjet reagiert mit der Verschiebung auf den Einbruch des Flugverkehrs durch die Coronavirus-Pandemie und die Erwartung, dass die Fluggastzahlen erst in einigen Jahren wieder das Niveau aus der Zeit vor der Krise erreichen.

dpa-AFX/rtr/ak


Bildquelle: Lisi Niesner/Reuters

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