DAX-SCHLUSSBERICHT

DAX schließt über 13.000 Punkten

DAX schließt über 13.000 Punkten
08.10.2020 17:38:11

In der Hoffnung auf zusätzliche Konjunkturhilfen in den USA hellte sich die Stimmung am deutschen Aktienmarkt auf. Der DAX ging am Donnerstag deshalb 0,9 Prozent fester bei 13.042,21 Punkten aus dem Handel.

Am Donnerstag überwand der deutsche Leitindex erstmals seit knapp drei Wochen wieder die runde Marke von 13.000 Punkten. Die Hoffnung auf zusätzliche Konjunkturhilfen in den USA habe die Kurse gestützt, sagten Händler. Nur Tage zuvor hatte die von ihm verkündete Verschiebung der Gespräche auf die Zeit nach den Wahlen für Verstimmung an den Börsen gesorgt. Am Mittwoch hatte US-Präsident Donald Trump nun angekündigt, mit mehreren kleineren Maßnahmen Soforthilfe zu leisten, etwa für die angeschlagenen Airlines. "Ich bin nicht allzu überzeugt, dass die Rally diesmal halten wird. Neben den Unsicherheiten im Zusammenhang mit Brexit und den Wahlen in den USA haben wir das wiederauflebende Coronavirus, das weitere Einschränkungen verursacht und ein großes Risiko für die wirtschaftliche Erholung darstellt", sagte Marktanalyst Fawad Razaqzada vom Broker ThinkMarkets.

"Es ist interessant festzustellen, dass sich die meisten Händler in Europa allein auf die jüngsten Entwicklungen in den USA konzentrieren, obwohl die Europäische Union bereits ein noch nie dagewesenes Hilfspaket auf den Weg gebracht hat und obwohl auf dem Kontinent Rekordzahlen bei den Corona-Neuinfektionen gemeldet werden", so Pierre Veyret, Analyst beim Brokerhaus Activ Trades.

Am Rohstoffmarkt kletterte der Ölpreis in die Höhe. Grund dafür war die Furcht vor weiteren Angebotsausfällen. Dabei spielten die Streiks in der norwegischen Ölbranche eine wichtige Rolle, sagte Carsten Fritsch, Rohstoffexperte bei der Commerzbank. Hinzu komme der Wirbelsturm Delta im Golf von Mexiko, der am Donnerstag in Louisiana auf Land treffen könnte.

An der DAX-Spitze standen zum Handelsschluss die Aktien des Baustoffkonzerns HeidelbergCement. Mit Blick auf die Zementbranche dürften die Heidelberger wohl am stärksten von den wieder erfreulicheren Markttrends profitieren, argumentierte Analyst Ephrem Ravi von der US-Bank Citigroup. Vor der Saison der Quartalsberichte setzte er die Aktien deshalb auf eine Liste solcher Unternehmen, die mit ihren Zahlen positiv überraschen könnten. Gefolgt wurde HeidelbergCement von MTU und BASF. Als Schlusslicht ging Delivery Hero aus dem Handel.

Was am Donnerstag an der Börse außerdem wichtig war


Easyjet erleidet wegen Corona erstmals Jahresverlust - Keine Dividende
Die Corona-Krise hat dem britischen Billigflieger Easyjet den ersten Jahresverlust seiner Geschichte eingebrockt. Unternehmenschef Johan Lundgren lotet derzeit weitere Geldquellen aus und hofft auf Unterstützung der britischen Regierung. Denn die Ticketnachfrage bleibt immer noch weit hinter dem Vorkrisenniveau zurück. Im laufenden Quartal werde Easyjet voraussichtlich nur ein Viertel des üblichen Flugprogramms anbieten, teilte die Rivalin von Europas größtem Billigflieger Ryanair am Donnerstag in Luton bei London mit. Entsprechend viel Geld fehlt in der Kasse. An der Börse führten die Nachrichten zu weiteren Verlusten.

IBM spaltet Netzwerk-Dienstleistungen ab - Aktie schnellt hoch
Um sich noch stärker auf lukrative Cloud-Dienste auszurichten, spaltet der IT-Riese IBM eine seiner umsatzstärksten Sparten auf. Wie der Konzern am Donnerstag in Armonk mitteilte, soll das IT-Infrastruktur-Geschäft abgetrennt und eigenständig an die Börse gebracht werden. Zur Bewertung machte IBM keine Angaben, das neue Unternehmen solle aber mit rund 4600 Kunden und Aufträgen im Volumen von 60 Milliarden Dollar in den Büchern an den Start gehen.

Tiefkühlpizzen halten Südzucker auf Kurs - Probleme im Zuckergeschäft
Südzucker sieht sich unter anderem dank gut laufender Geschäfte mit Tiefkühlpizzen nach sechs Monaten auf Kurs zu seinen Jahreszielen. Der Nahrungsmittel- und Zuckerproduzent kann zudem auf bessere Ergebnisse im Geschäft mit Biomasse bauen, das bei der börsennotierten Bioethanol-Tochter CropEnergies gebündelt ist. Probleme bereitet dagegen weiter das Zuckergeschäft - hier rechnet der Konzern im laufenden Geschäftsjahr definitiv mit einem Verlust, nachdem er bislang noch einen Gewinn für möglich gehalten hat. Die Anleger reagierten enttäuscht. Die Aktien knickten kurz nach dem Handelsstart um fast neun Prozent auf 15,11 Euro ein. Weniger hatten sie zuletzt Mitte August gekostet.

Milliarden-Deal: Morgan Stanley kauft Vermögensverwalter Eaton Vance
Die US-Bank Morgan Stanley will ihre Vermögensverwaltung mit einem weiteren milliardenschweren Zukauf ausbauen. Nachdem der New Yorker Finanzkonzern jüngst erst den Billig-Online-Broker E-Trade geschluckt hat, soll nun die Investmentfirma Eaton Vance folgen. Morgan Stanley gab am Donnerstag eine Übernahmevereinbarung bekannt, bei der Eaton Vance mit rund sieben Milliarden Dollar (knapp sechs Mrd Euro) bewertet wird.

Dialysekonzern FMC blickt zuversichtlich in Zukunft
Der Dialysekonzern Fresenius Medical Care (FMC) gibt sich für die kommenden fünf Jahre optimistisch. Bis 2025 solle der Umsatz währungsbereinigt und vor Sondereinflüssen im Durchschnitt jährlich im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen, teilte die Fresenius-Tochter am Donnerstag in Bad Homburg mit. Das Konzernergebnis solle ebenfalls steigen: Dort rechnet FMC währungsbereinigt und vor Sondereinflüssen im Durchschnitt jährlich mit einem Plus im hohen einstelligen Prozentbereich.

US-Kunden greifen bei McDonald's wieder beherzt zu - Aktie steigt
Die Folgen der Corona-Pandemie beim weltgrößten Fast-Food-Konzern McDonald's lassen weiter nach. Im dritten Quartal fielen die Erlöse auf vergleichbarer Fläche weltweit relativ zum Vorjahreswert um nur noch 2,2 Prozent, wie McDonald's am Donnerstag in Chicago mitteilte. In den USA zogen sie sogar um 4,6 Prozent an, während das internationale Geschäft noch schwächelte. Die Aktien des Konzerns legten im vorbörslichen US-Handel um mehr als ein Prozent zu.

'BöZ': Italienische Börse geht wie erwartet an Euronext
Der Börsenbetreiber Euronext hat einem Bericht zufolge erwartungsgemäß zusammen mit seinen italienischen Partnern den Kampf um die Borsa Italiana gewonnen. Der bisherige Eigentümer London Stock Exchange (LSE) verkaufe die Mailänder Börse an eine aus Euronext, der staatlichen italienischen Förderbank Cassa Depositi e Prestiti (CDP) und der Bank Intesa Sanpaolo bestehende Gruppe, berichtete die "Börsen-Zeitung" (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf Mailänder Finanzkreise. Der Kaufpreis solle bei 3,75 Milliarden Euro liegen. Die offizielle Mitteilung dürfte wohl am Freitag erfolgen.

Evotec und Bristol Myers Squibb bauen Alzheimer-Kooperation aus
Für den Wirkstoffforscher Evotec zahlt sich die Kooperation mit dem Pharmakonzern Bristol Myers Squibb weiter aus. So bauen die Unternehmen ihre Forschungspartnerschaft aus. Im Rahmen der Allianz zur Identifizierung von Therapiemöglichkeiten für neurodegenerative Erkrankungen hätten die Partner einen weiteren Ansatz mit Blick auf die Alzheimer-Krankheit in das Portfolio aufgenommen, teilte Evotec am Donnerstag in Hamburg mit. In diesem Zuge erhält Evotec eine Zahlung in Höhe von 6 Millionen US-Dollar (5,1 Mio Euro). Bei den Anlegern kam das gut an. Die Evotec-Aktien stiegen am Vormittag um 0,96 Prozent auf 22,10 Euro.

Elektronikkonzern Samsung mit Gewinnsprung durch gute Chip-Geschäfte
Der Elektronik-Riese Samsung erwartet für das abgelaufene Quartal dank der wieder anziehenden Nachfrage nach Smartphones seiner Galaxy-Reihe sowie eines robusten Chip-Geschäfts einen Gewinnsprung. Der operative Gewinn werde im dritten Quartal 2020 voraussichtlich bei 12,3 Billionen Won (9 Mrd Euro) liegen, teilte das südkoreanische Unternehmen am Donnerstag in Seoul mit. Das wäre ein Anstieg um 58 Prozent im Jahresvergleich und mehr als Analysten dem Marktführer bei Speicherchips, Smartphones und Fernsehern im Durchschnitt zugetraut hatten. Die Aktien büßten dennoch rund 0,3 Prozent ein.

BMW: Könnten auch verschärfte Klimaziele erfüllen
Die steigende Nachfrage nach Plug-in- und Elektroautos belastet den Gewinn von BMW. Finanzvorstand Nicolas Peter sagte am Donnerstag in München, ein Benzin- oder Dieselauto werfe heute natürlich mehr ab als ein E-Auto. Aber die starke Nachfrage auf dem profitablen chinesischen Markt sowie nach Luxusautos wirkten positiv. BMW sei ertragsstark und könnte auch verschärfte CO2-Vorgaben der EU erfüllen.

dpa-AFX/rtr/iw

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