DAX-SCHLUSSBERICHT

Dax schließt zwei Prozent im Minus - Türkei-Krise belastet

Dax schließt zwei Prozent im Minus - Türkei-Krise belastet
10.08.2018 17:30:00

Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Freitag von seiner schwächeren Seite gezeigt. Der Leitindex Dax schloss mit zwei Prozent im Minus bei 12.424,35 Punkten. Für das Eurozonen-Barometer Euro Stoxx 50 ging es ebenfalls um zwei Prozent auf 3.422,80 Zähler nach unten. Von Floriana Hofmann



Auf die Stimmung am Aktienmarkt haben am Freitag die Turbulenzen in der Türkei gedrückt. Der Dax weitete am Nachmittag seine Verluste weiter aus und fuhr den größten Tagesverlust seit fast sieben Wochen ein. "Seit geraumer Zeit haben Investoren die sich entwickelnde Währungskrise in der Türkei als lokales Problem eingestuft, aber das beschleunigte Tempo des Absturzes nährt die Sorgen um das Türkei-Engagement europäischer Banken", sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets.



Die Türkische Lira befindet sich derzeit im freien Fall. Die Landeswährung verlor am Freitag zeitweise 18,5 Prozent zum Dollar. Seit Jahresbeginn hat die Devise fast die Hälfte an Wert eingebüßt.


Die Talfahrt der Lira führte zu Sorgen um den Bankensektor. Durch die Abschwächung wird es für türkische Schuldner schwieriger, ihre Kredite in fremden Währungen zu bedienen. Das könnte Banken in Bedrängnis bringen. Die Bankenaufseher der EZB schauen sich einem Medienbericht zufolge die Verbindungen europäischer Geldhäuser zur Türkei an. Bank-Aktien gerieten am Freitag deutlich unter Druck. Für die Papiere von Deutscher Bank und Commerzbank ging es um zeitweise bis zu 4,3 Prozent nach unten.

Der Fall der Lira belastete auch den Eurokurs zum US-Dollar. Die Gemeinschaftswährung fiel auf den tiefsten Stand seit Juli vergangenen Jahres. Der Euro kostete am späten Nachmittag 1,1414 Dollar.

Auch an der Wall Street starteten die US-Börsen angesichts der Krise in der Türkei schwächer in den Handel. Zur Stunde notiert der US-Leitindex Dow Jones mit 0,6 Prozent im Minus bei 25.365,89 Punkten. "Probleme in Schwellenländern sind wichtiger denn je, weil diese sich zum Motor des weltweiten Wirtschaftswachstums entwickelt haben", sagte Peter Cecchini, Chef-Anlagestratege des Brokerhauses Cantor Fitzgerald. "Das wird letztendlich von großem Interesse für den US-Markt sein."

Zudem belastete die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus der Türkei zu verdoppeln, auf den Märkten. Die USA und die Türkei streiten derzeit um die Freilassung des in der Türkei festgehaltenen US-Pastors Andrew Brunson.

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Bildquelle: Lisi Niesner/Reuters

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