DAX-SCHLUSSBERICHT

DAX: Schwache China-Daten - und was Anleger sonst noch wissen müssen

DAX: Schwache China-Daten - und was Anleger sonst noch wissen müssen

WKN: A14Y6F ISIN: US02079K3059 Alphabet A (ex Google)

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24.05.2019 - 18:40
30.04.2019 17:46:00

Der DAX hat sich am Dienstag von seiner festeren Seite gezeigt. Der Leitindex schloss 0,1 Prozent im Plus bei 12.344,08 Punkten. Was Anleger vom Handel am Dienstag sonst noch wissen müssen, die wichtigsten Themen vom Parkett.

Die schwachen Konjunkturdaten aus China sorgten bei den Börsianern für Unbehagen. Der Einkaufsmanagerindex der chinesischen Industrie liegt nur noch knapp über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Das zum Jahresauftakt unerwartet um 0,4 Prozent gestiegene Bruttoinlandsprodukt der Euro-Zone bereitete dagegen Devisenanlegern einige Freude. Der Euro legte zeitweilig um 0,3 Prozent auf 1,1217 Dollar zu.

Für positive Stimmung sorgte bei Anlegern zudem eine Meldung aus den USA: Eigenen Aussagen zufolge, hofft Finanzminister Steven Mnuchin auf "signifikante Fortschritte" bei den Verhandlungen im Zollstreit zwischen den China und den USA. Die Gespräche beider Wirtschaftsmächte werden diese und nächste Woche auf hochrangiger Ebene fortgesetzt. China und die USA streiten seit rund einem Jahr über höhere Warenzölle.

Auf Unternehmensseite stand Knorr-Bremse im Focus der Anleger. Knorr-Bremse-Chef Klaus Deller ist überraschend mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Nur wenige Monate nach dem erfolgreichen Börsengang von Knorr-Bremse verlässt Vorstandschef Klaus Dellers Knall auf Fall den Autozulieferer. Grund für die überraschende Demission des 57-Jährigen seien "unterschiedliche Auffassungen von Führung und Zusammenarbeit", teilten die Münchner am Dienstag mit.

Deller hatte das Familienunternehmen, das mehrheitlich dem Milliardär Heinz Hermann Thiele gehört, im Herbst an die Börse gebracht. Anleger verloren das Vertrauen in die Aktie, die am Montag erst ein Rekordhoch von 103,10 Euro erreicht hatte. Die Aktie des Spezialisten für Lkw- und Zug-Bremsen verlor zeitweilig 6,5 Prozent.

Was am Dienstag an der Börse noch wichtig war



Siemens winken Milliardenaufträge im Irak - Rahmenvereinbarung unterzeichnet
Dem Münchner Industriekonzern winken im kriegszerstörten Irak Milliardenaufträge für den Wiederaufbau der Stromversorgung. Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser und der irakische Energieminister Luay al-Khatteeb unterzeichneten am Dienstag in Berlin eine Rahmenvereinbarung zur Umsetzung des Projektes.

Iraks Ministerpräsident Abel Abdul-Mahdi bezifferte das Gesamtvolumen möglicher Aufträge am Rande eines Treffens mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auf rund 14 Milliarden Dollar. "Siemens, das im Irak bekannt ist und bereits große Projekte unternommen hat, hat große Chancen und kann auch einen großen Teil dieser Projekte erhalten", sagte Abdul-Mahdi.

Deutsche Börse würde für FXall-Übernahme niedrigeres Rating hinnehmen
Die Deutsche Börse würde für eine Übernahme der Devisenhandelsplattform FXall auch ein niedrigeres Rating ihrer Tochtergesellschaft Clearstream in Kauf nehmen. Das sagte Finanzchef Gregor Pottmeyer am Dienstag in einer Telefonkonferenz mit Analysten anlässlich der Zwischenbilanz nach dem ersten Quartal. Bislang hat Clearstream ein Rating von "AA". Ein um eine Stufe niedrigeres Rating ("AA-") brächte der Börse nach den Worten Pottmeyers einen zusätzlichen "kleinen dreistelligen Millionenbetrag".

McDonald's mit Gewinnrückgang im Konzern - Umsatzsteigerung in den USA
Die weltgrößte Fastfood-Kette hat dank neuer Burger mit geräuchertem Schinken und eines größeren Angebots an Frühstücksgerichten im vergangenen Quartal in seinem Kernmarkt USA mehr Umsatz erzielt als erwartet. Die Erlöse dort stiegen um 4,5 Prozent, Analysten hatten mit einem Plus von drei Prozent gerechnet. Konzernweit jedoch ging der Umsatz um vier Prozent auf 4,96 Milliarden Dollar zurück. Der Gewinn sank auf 1,33 Milliarden Dollar von 1,38 Milliarden Dollar.

Alphabet-Zahlen entsetzen die Anleger - Google Mutter muss Milliardenstrafe verdauen
Vor allem die Zahlen der Google-Mutter Alphabet hätten Anleger enttäuscht und schürten die Sorge, dass es auch bei Apple nicht so gut gelaufen sei, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. Der Gewinn der Google-Mutter brach im Auftaktquartal wegen einer Milliardenstrafe der EU-Wettbewerbsbehörde um fast 30 Prozent ein, der Umsatz legte so wenig zu wie seit drei Jahren nicht mehr.

"Alphabet lässt damit die Serie von positiven Überraschungen innerhalb der laufenden Berichtssaison abreißen und bringt die Anleger auf den Boden der Realität zurück", sagte Cutkovic weiter. Die Quartalsergebnisse von Apple werden nach Börsenschluss in New York erwartet.

rtr/dpa-AFX/dp

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Bildquelle: Lisi Niesner/Reuters

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