DAX-MARKTBERICHT

DAX schwankt stark - Virus-Angst hat Anleger weiter im Griff

DAX schwankt stark - Virus-Angst hat Anleger weiter im Griff

WKN: ISIN: KE0000000133 CMC Holdings Ltd.

17.03.2020 15:07:00

Auch nach mehreren Verkaufswellen binnen weniger Tage ist ein Ende der durch die Coronavirus-Pandemie ausgelösten Börsen-Talfahrt nicht in Sicht. "Es wird immer klarer, dass der Erreger COVID-19 auf seinem Höhepunkt wohl einen größeren Einfluss auf die Weltwirtschaft haben wird als die Finanzkrise", sagte Anlagestratege Jim Reid von der Deutschen Bank.

Der Dax lag am frühen Dienstagnachmittag rund ein Prozent tiefer bei 8640 Zählern, nachdem er zuvor noch bis auf 9145 Stellen geklettert war. Auch der EuroStoxx50 notierte tiefer bei 2438 Stellen. "Wenn Märkte Erholungsgewinne nicht eine angemessene Zeit lang halten können, ist das üblicherweise ein Zeichen von Schwäche", sagte Analyst David Madden vom Online-Broker CMC Markets.

An der Wall Street hielten die Anfangsgewinne nur wenige Minuten und derDow Jones fiel auf ein Drei-Jahres-Tief von 19.944 Zählern. Damit gab der US-Standardwerteindex nun seine Kursgewinne seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump fast komplett ab.

LEERVERKAUFSVERBOTE UND ERNEUTER ÖLPREIS-RUTSCH


Um dem Ausverkauf Einhalt zu gebieten, verbieten immer mehr Staaten Wetten auf Kursverluste. Die europäische Wertpapieraufsicht ESMA schreckt bislang vor einem solchen Schritt zurück, ebenso die Deutsche Börse. Beim sogenannten Short Selling leihen sich Investoren Aktien, um diese sofort zu verkaufen. Sie setzen darauf, dass sie sich bis zum Rückgabe-Termin billiger mit den Papieren eindecken können. Die Differenz streichen sie als Gewinn ein. Unterdessen schloss die philippinische Börse als erste weltweit wegen der Virus-Krise ihre Tore.

Auch am Rohölmarkt, der zusätzlich vom Preiskrieg der wichtigen Förderländer Saudi-Arabien und Russland erschüttert wird, ging es weiter bergab. Die Sorte Brent aus der Nordsee war mit 29,31 Dollar je Barrel (159 Liter) zeitweise so billig wie zuletzt vor gut vier Jahren. Keine der beiden Parteien mache bislang Anstalten, auf die andere zuzugehen, sagte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. Zwar machten beide Staaten beim aktuellen Ölpreis noch Gewinn, er reiße aber riesige Löcher in die jeweiligen Haushalte. "Wollen wir hoffen, dass die Vernunft am Ende doch noch siegt, auch wenn es im Augenblick nicht danach aussieht."

CASH IS KING - PHARMAFIRMEN IM AUFWIND


Die klassischen "sicheren Häfen" konnten vor der allgemeinen Unsicherheit vorerst nicht weiter profitieren. Ob US-Bonds, Bundesanleihen oder Gold - alles flog aus den Depots. "Cash is King", sagte Craig Erlam, Marktanalyst des Brokerhauses Oanda. Außerdem müssten Anleger sich von diesen Anlagen trennen, um Verluste in anderen Bereichen auszugleichen, sagte Carlo Alberto De Casa, Chef-Analyst des Brokerhauses ActivTrades. Gold verbilligte sich um bis zu 3,1 Prozent auf 1466,33 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Am Aktienmarkt rissen sich Investoren um Firmen, die Medikamente oder Arzneimittel gegen das Coronavirus entwickeln. In Deutschland stachen die Titel von BioNTech mit einem Rekord-Kurssprung von 81 Prozent heraus. Die Mainzer Firma entwickelt einen Impfstoff und arbeitet dabei mit dem "Viagra"-Anbieter Pfizer zusammen. Dessen Titel legten an der Wall Street 6,3 Prozent zu.

Parallel dazu setzten die Papiere von Drägerwerk ihren Höhenflug fort und verteuerten sich um bis zu 13,7 Prozent. Die Medizintechnik-Firma produziert für Coronavirus-Patienten dringend benötigte Beatmungsgeräte.

rtr

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BioNTech (ADRs) 91,79 -1,24% BioNTech (ADRs)
Commerzbank 5,47 -1,55% Commerzbank
Draegerwerk AG & Co. KGaA 62,20 0,32% Draegerwerk AG & Co. KGaA
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Pfizer Inc. 27,67 0,00% Pfizer Inc.

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