DAX-MARKTBERICHT

DAX schwunglos - Anleger halten vor Fed-Entscheid die Füße still

DAX schwunglos - Anleger halten vor Fed-Entscheid die Füße still
29.07.2020 15:18:00

Die hohen Coronavirus-Infektionszahlen und die anstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed machen die Anleger an Europas Aktienmärkten nervös. "Die weltweit wieder verstärkt auftretenden Coronavirus-Fälle führen zu der Erkenntnis, dass die Hoffnungen auf eine V-förmige Erholung utopisch sind", sagte Analyst Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets.

Der Dax startete am Mittwoch zunächst etwas schwächer und trat am Nachmittag bei 12.836 Punkten auf der Stelle. Der EuroStoxx50 notierte 0,1 Prozent fester bei 3306 Zählern. Auch für die US-Börsen wurde ein leichtes Plus erwartet.

Der Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat in den Quartalszahlen der Unternehmen tiefe Spuren hinterlassen. Positiv wurde gewertet, wenn der Geschäftseinbruch schwächer ausfiel als befürchtet. "In Anbetracht der Zahlenflut heimischer und US-amerikanischer Konzerne sowie des am Abend anstehenden Fed-Zinsentscheids nehmen die Anleger lieber an der Seitenlinie Platz", sagte Christian Henke, Analyst beim Brokerhaus IG Markets.

Angesichts der steigenden Corona-Neuinfektionen in den USA erwarten Analysten, dass die US-Währungshüter ihre Bereitschaft für neue Konjunkturspritzen signalisieren werden. "(Fed-Chef)Jerome Powell dürfte die Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation berücksichtigen und den Weg für weitere Maßnahmen ebnen", sagte Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. "Den Anlegern ist allerdings klar, dass die Zentralbank die Wirtschaft nicht alleine retten kann."

Dollar unter Druck


Die schlechten Konjunktur-Aussichten setzten dem Dollar weiter zu. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, gab um 0,4 Prozent auf 93,42 Punkte nach und fiel damit auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren. Im Gegenzug stieg der Euro um 0,3 Prozent auf 1,1762 Dollar. Viele Experten schätzen die Wachstumsaussichten für die USA wegen der ungebremsten Ausbreitung des Virus inzwischen düsterer ein als die für Europa.

Beim Gold nutzten Anleger die Rally der vergangenen Tage zu Gewinnmitnahmen. Nachdem der Goldpreis am Vortag kurzfristig bis auf 1980,57 Dollar pro Feinunze geschossen war, notierte das Edelmetall am Mittwoch 0,2 Prozent niedriger bei 1955 Dollar. "Wenn man auf einem sehr großen Gewinn sitzt, wollen die Leute diesen auch mitnehmen", sagte der unabhängige Analyst Ross Norman. Zudem befände sich der Gold-Markt vor dem Fed-Entscheid in einer Warteschleife.

Bei den Einzelwerten stand vor allem die Deutsche Bank im Fokus der Anleger. Anfängliche Kursgewinne von bis zu 3,6 Prozent gab Deutschlands größtes Geldhaus im Handelsverlauf allerdings wieder ab. "Die ganz guten Zahlen überraschen nicht wirklich", sagte ein Händler. Nach dem vorbörslichen Kursschub seien im Handelsverlauf deshalb die Anschlusskäufe ausgeblieben und Anleger trennten sich wieder von dem Papier, das in der Folge 4,2 Prozent nachgab. Die Corona-Krise hat bei dem Institut im zweiten Quartal zwar weniger tiefe Spuren hinterlassen als befürchtet. Dies hatte die Deutsche Bank zuletzt aber bereits in Aussicht gestellt.

Im Vergleich zu anderen Instituten steht die Deutsche Bank allerdings noch gut da. Die spanische Großbank Santander etwa musste für ausfallgefährdete Kredite 3,1 Milliarden Euro zur Seite legen. Unter dem Strich fiel beim größten Geldhaus der Euro-Zone ein Rekordverlust von 11,1 Milliarden Euro an. Santander-Aktien gaben in der Spitze 5,8 Prozent nach.

In die Tiefe rauschten auch BASF-Papiere. Aktien des Chemieriesen büßten bis zu 5,6 Prozent ein, weil der Konzern nach einem Verlustquartal wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise weiterhin keine Prognose für das Gesamtjahr wagt.

rtr


Bildquelle: Lisi Niesner/Reuters

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