DAX-SCHLUSSBERICHT

Dax setzt zurück unter die 13 000 Punkte

 Dax setzt zurück unter die 13 000 Punkte
24.07.2020 18:18:38

FRANKFURT (dpa-AFX) - Gewinnmitnahmen der Anleger haben den Dax (DAX 30) am Freitag wieder unter die Marke von 13 000 Punkten gedrückt. Der Risikoappetit der Anleger sei zunächst einmal gezügelt, schrieb Analyst Edward Moya vom Währungsbroker Oanda. Der Leitindex fiel um 2,02 Prozent auf 12 838,06 Punkte. Nach dem Anstieg auf das Niveau zu Beginn des Corona-Crashs am Dienstag bescherte ihm der Rücksetzer doch noch ein Wochenminus von 0,6 Prozent.

Mit dem Kursrutsch folgte der hiesige Aktienmarkt der jüngsten Tendenz an den US-Börsen, wo am Vortag vor allem im Technologiesektor ein Ausverkauf begann, der sich am Freitag fortsetzte. "An den Aktienmärkten besteht nach der Liquiditäts-Rally und der über den Erwartungen verlaufenden Berichtssaison Korrekturbedarf", resümierte der Commerzbank-Anlagestratege Chris-Oliver Schickentanz.

Vor diesem Hintergrund sank der MDAX der mittelgroßen deutschen Werte um 2,42 Prozent auf 26 650,24 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) fiel um 1,80 Prozent auf 3310,89 Zähler. In Paris und London ging es für die jeweiligen Leitindizes um etwa 1,5 Prozent bergab. Der New Yorker Dow Jones Industrial (Dow Jones 30 Industrial) stand zum europäischen Handelsschluss mit einem halben Prozent im Minus.

Allgemein hieß es, dass die zuletzt von vielen Anlegern verdrängte Coronavirus-Pandemie wieder eine belastendere Rolle spiele. Während in den USA die Infektionszahlen schon länger steigen, warnten auch Frankreich und Spanien wieder vor zunehmenden Fällen. Als Belastung galten auch weiter die angespannten Beziehungen zwischen China und den USA.

Der Druck im Tech-Sektor zeigte sich im Dax vor allem bei zwei Werten: Infineon, die in dieser Woche auf dem höchsten Stand seit zwei Jahren angekommen waren, und die zuletzt rekordhohen SAP (SAP SE)-Aktien sackten jeweils um etwa vier Prozent ab. Schlechte Stimmung im Sektor verbreitete der US-Prozessorhersteller Intel mit einem enttäuschenden Margenausblick und der Aussage, eine neue Prozessortechnologie verzögere sich.

Der MDax litt besonders stark unter einem Kursrutsch bei den gewichtigen Aktien von Delivery Hero, die um 7,7 Prozent absackten. Der Essenslieferdienst, der womöglich schon im August gute Chancen auf einen Dax-Aufstieg hat, lässt seine Anleger weiter im Unklaren über einen erhofften Sprung in die schwarzen Zahlen.

Besser erging es im MDax den zwei Prozent höheren Aktien des Chemikalienhändlers Brenntag. Nach besser als erwarteten Quartalszahlen erreichten sie den höchsten Stand seit drei Jahren. Analyst Matija Gergolet von Goldman Sachs sprach von einem Beweis für das robuste Geschäftsmodell in dieser konjunkturell schwierigen Zeit.

Zum weiteren MDax-Gewinner mauserten sich am Nachmittag thyssenkrupp mit letztlich 0,7 Prozent Plus. Der "Spiegel" hatte vorab berichtet, Konzernchefin Martina Merz schließe in Gesprächen mit anderen Branchenunternehmen einen Komplettverkauf der Stahlsparte nicht mehr aus.

Im SDAX sprachen Börsianer von Gewinnmitnahmen beim Corona-Krisengewinner Shop Apotheke (Shop Apotheke Europe NV). Die Papiere sackten trotz deutlich angehobener Jahresziele um 6,5 Prozent ab. Im frühen Handel hatten sie über der Marke von 147 Euro noch einen neuen Rekord aufgestellt.

Die Aktien des SDax-Neulings ATOSS Software bewegten sich lange Zeit im Plus, nachdem der Spezialist für Personalmanagement-Lösungen im ersten Halbjahr von einer hohen Nachfrage profitierte. Am Nachmittag jedoch rauschten sie mit mehr als sieben Prozent in den Keller.

Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind überwiegend gefallen. Der Rentenindex Rex (REX Gesamt Kursindex) sank um 0,15 Prozent auf 145,30 Punkte. Die Umlaufrendite stieg im Gegenzug von minus 0,51 Prozent am Vortag auf minus 0,49 Prozent. Der Bund Future gab um 0,36 Prozent auf 176,13 Zähler nach.

Der Kurs des Euro stieg, zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung zu 1,1636 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs zwischenzeitlich auf 1,1608 (Donnerstag: 1,1569) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8615 (0,8664) Euro./tih/he

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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