DAX-SCHLUSSBERICHT

DAX startet stärker in die Handelswoche - und was Anleger außerdem wissen sollten

DAX startet stärker in die Handelswoche - und was Anleger außerdem wissen sollten

WKN: A0D9PT ISIN: DE000A0D9PT0 MTU Aero Engines AG

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27.05.2020 - 17:56
30.03.2020 17:38:01

Trotz der sich ausbreitenden Corona-Pandemie hat sich der DAX zum Wochenstart etwas stabilisiert und schloss 1,9 Prozent stärker bei 9.815,97 Punkten. Was Anleger außerdem wissen sollten.

In der Vorwoche hatte der Leitindex erstmals seit Beginn des Corona-Crashs am 24. Februar einen Gewinn verzeichnet. Auch am Montag schloss der DAX etwas fester. Das Minus im Crash summiert sich dennoch auf immer noch fast 30 Prozent. Es könne Monate dauern, bis sich der Alltag wieder normalisiere, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. Der Erreger breite sich weiter rasant aus. "Ob die individuell geschnürten Hilfspakete für solch ein Szenario ausreichen werden, bleibt abzuwarten."

Die "Wirtschaftsweisen" halten mittlerweile eine schwere Rezession in Deutschland durch die massiven Folgen der Corona-Krise für unvermeidbar. Wie schlimm es genau kommt, sei derzeit wegen großer Unsicherheiten unklar, hieß es im Sondergutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Am Wochenende hatte sich die Corona-Krise weiter zugespitzt. So hatte US-Präsident Donald Trump die Amerikaner auf dramatische Opferzahlen vorbereitet. Wenn es gelinge, die Todeszahl auf 100 000 zu begrenzen, "dann haben wir alle zusammen einen guten Job gemacht", sagte er am Sonntag. Nach Auskunft der Johns-Hopkins-Universität waren bis Sonntagabend weltweit mehr als 33 000 mit dem Virus infizierte Menschen gestorben und mehr als 700 000 Menschen infiziert.

Nervös machte Investoren außerdem der erneute Absturz des Ölpreises. Die Sorte Brent aus der Nordsee rutschte um bis zu 9,4 Prozent ab und war mit 22,58 Dollar je Barrel (159 Liter) so billig wie zuletzt vor mehr als 17 Jahren. Michel Salden, Portfoliomanager bei der Vermögensverwaltung Vontobel rechnet mit einem weiteren Rückgang und verweist darauf, dass die weltweiten Lager gefüllt seien. "Es wird einfach keine Käufer auf dem Spotmarkt geben, selbst wenn Saudi-Arabien sein Öl zu stark vergünstigten Preisen verscherbelt." Der Druck auf Russland und Saudi-Arabien steige, den Preiskrieg zu beenden.

Am Montag wurde der DAX von der Deutschen Post angeführt gefolgt von der Deutschen Börse und Vonovia. Beim Triebwerkhersteller MTU Aero Engines wurden die Anleger zum Wochenstart hingegen wieder vorsichtiger. Die MTU-Aktie lag am DAX-Ende. Zuvor hatte sich das Papier von den Crash-Tiefkursen vom 18. März etwas erholt.

Was am Montag an der Börse außerdem wichtig war



Ströer sieht sich trotz Belastungen gut auf Corona-Krise vorbereitet
Dem Werbevermarkter Ströer ist trotz der wirtschaftlichen Folgen durch die Corona-Krise nicht bange vor der Zukunft. "Vor dem Hintergrund unserer Erfahrungen aus vergangenen Krisen wie der Finanzkrise 2008, haben wir sehr frühzeitig das Unternehmen wetterfest gemacht", sagte Udo Müller, Gründer und Co-Vorstandschef, in Köln laut Mitteilung zu dem am Montag vorgestellten Geschäftsbericht. Das Unternehmen sei dank des Ausbaus des Geschäfts außerhalb des Kernbereichs der Außenwerbung in den vergangenen Jahren, der soliden Finanzposition und eines robusten Zuflusses an Kapital für jedes mögliche Krisenszenario über einen Zeitraum von drei Jahren hinaus solide aufgestellt.

Schutzschirm statt Sommerkollektion: Esprit mit Rettungsversuch
Die Laufstege der Fashion Weeks in Mailand und Paris bleiben leer, die Fußgängerzonen der Republik genauso. Viele Designer dürfen in diesem Jahr keine großen Hoffnungen auf ihre Frühjahrskollektion setzen, denn: Wer braucht schon was Neues zum Anziehen, wenn man damit ohnehin nur auf dem Sofa sitzt? Dass sich gerade der Großteil der Bevölkerung wegen des Coronavirus zuhause befindet, setzt der Mode-Branche merklich zu. Mit Esprit verkündet nun ein großer Name in Deutschland: Wir halten das nicht durch.

Leoni braucht Hunderte Millionen Hilfe - Spartenverkauf auf Eis
Dem kriselnden Autozulieferer und Kabelspezialist Leoni erschwert die Coronavirus-Pandemie neben dem Tagesgeschäft auch den geplanten strategischen Umbau. Der Verkauf der Kabelsparte liegt wegen der schlechten Bedingungen an den Finanzmärkten nun erst einmal auf Eis, wie Vorstandschef Aldo Kamper am Montag in einer Telefonkonferenz sagte. Zudem braucht das Unternehmen viel Geld vom Staat, um die aktuell schwierige Situation zu überstehen. Die Nürnberger steckten auch schon ohne den Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 in arger Bedrängnis. 2019 fiel ein Verlust von 435 Millionen Euro an nach einem Gewinn von 73 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Großküchenausrüster Rational streicht Dividendenvorschlag zusammen.
Der Großküchenausrüster Rational will wegen der Corona-Krise deutlich weniger Dividende an seine Aktionäre zahlen als ursprünglich geplant. Das Unternehmen reduziere den Ende Februar von Vorstand und Aufsichtsrat beschlossenen Dividendenvorschlag für 2019 von 10,70 auf nun 5,70 Euro je Aktie, teilte der SDax-Konzern am Montag in Landsberg am Lech mit. Bereits in der vergangenen Woche hatte Rational seine Prognose für das laufenden Jahr gestrichen und eine Überprüfung der Dividende angekündigt.

R+V Versicherung rechnet mit Geschäftseintrübung wegen Corona-Krise
Die R+V-Versicherung rechnet mit einer spürbaren Eintrübung des Geschäfts wegen der Corona-Krise. Die Höhe der erwarteten Ausfälle im Jahr 2020 könne noch nicht beziffert werden, sagte Vorstandschef Norbert Rollinger am Montag in einer Telefonkonferenz. Sicher sei jedoch, dass der Wachstumskurs der vergangenen Jahre empfindlich belastet werde.

Gewinn von Zulieferer ElringKlinger schrumpft schon vor der Krise
Der Automobilzulieferer ElringKlinger legt seine Pläne und Erwartungen für 2020 angesichts der Coronavirus-Krise erst einmal zurück in die Schublade. "Es ist alles offen", sagte Vorstandschef Stefan Wolf am Montag. Niemand wisse im Moment, wie lange die Produktionsstopps noch dauern, alle Marktprognosen seien inzwischen Makulatur. Klar sei aber: "So etwas geht nicht ohne Spuren an einem vorbei", sagte Wolf. Es sei nicht möglich, zum jetzigen Zeitpunkt eine Prognose abzugeben. Auch bei ElringKlinger steht die Produktion in einem großen Teil der Welt still. In China fährt sie gerade wieder an.

Commerzbank-Tochter Comdirect verkleinert Vorstand
Die vor der Komplettübernahme durch die Konzernmutter Commerzbank stehende Onlinebank Comdirect verkleinert ihren Vorstand. Vom 1. April an besteht die Führung des Instituts mit Sitz im schleswig-holsteinischen Quickborn aus der seit diesem Jahr amtierenden Vorstandsvorsitzenden Frauke Hegemann sowie Marketing- und Vertriebsvorstand Matthias Hach. Der Dritte im Bunde, Finanz- und IT-Vorstand Dietmar von Blücher, hat sein Amt niedergelegt und scheidet zum 31. März aus dem Unternehmen aus.

Siemens-Chef: Werden bezahlen - und erwarten, bezahlt zu werden
Während einige große Unternehmen Mietzahlungen eingestellt haben, bekräftigt Siemens-Chef Joe Kaeser die Zahlungsbereitschaft seines Konzerns in der Corona-Krise. "Wir werden unsere Lieferanten bezahlen und erwarten von unseren Kunden auch, dass sie uns bezahlen", schrieb er am Montag im Kurznachrichtendienst Twitter. Allerdings fügte er auch hinzu, man werde sich im Fall, dass eine der beteiligten Seiten Probleme habe, "zusammensetzen und sehen, was wir tun können".

Airbus unterbricht Produktion in Spanien erneut
Airbus unterbricht erneut den Großteil der Produktion in Spanien wegen Verschärfungen der Maßnahmen im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie. Einige Schlüsselaktivitäten in den Bereichen Verkehrsflugzeuge, Hubschrauber sowie Verteidigung und Raumfahrt seien nach wie vor unerlässlich, teilte der Luft- und Rüstungskonzern am Montag in Toulouse mit.

Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische gibt wegen Corona keinen Ausblick
Der Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische gibt wegen der Coronavirus-Pandemie keinen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr. "Null- und Negativzinsen, konjunkturelle Bremsspuren, auch in für W&W wichtigen Branchen wie dem Wohnungsbau (...) sowie noch mehr Regulatorik" machten die Geschäfte im Jahr 2020 nicht leichter, schrieb Unternehmenschef Jürgen Junker am Montag in einem Aktionärsbrief bei Vorlage des Geschäftsberichts für 2019.

Bayer-Daten zu Xarelto positiv aufgenommen - Vericiguat gemischt
Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer hat über das Wochenende eine Reihe von Studiendaten zu seinem Gerinnungshemmer Xarelto sowie dem Medikamentenkandidaten Vericiguat gegen Herzinsuffizienz vorgestellt. Analysten reagierten überwiegend positiv, wobei die Meinungen bei Vericiguat auseinander gehen. Die Aktien fielen am Vormittag um 1,16 Prozent auf 50,08 Euro, hielten sich damit aber etwas besser als der Dax.

Nutzfahrzeugzulieferer SAF Holland fährt Werke teilweise herunter
Der Nutzfahrzeugzulieferer SAF Holland fährt die Produktion wegen der Coronavirus-Pandemie teilweise herunter. Die Kapazitäten der weltweiten Werke sollen standortspezifisch angepasst werden, wie das SDax-Unternehmen am Montag in Luxemburg mitteilte. In Deutschland seien die Standorte am Hauptsitz in Bessenbach bei Aschaffenburg und in Singen betroffen. Auch die Produktions- oder Montagestandorte in der Türkei, Italien, Brasilien, Indien und Südafrika sowie einige Vertriebsgesellschaften gehörten dazu. Die Maßnahmen reichten von der Einführung teilweiser Kurzarbeit in Deutschland bis hin zu vorübergehenden Standortschließungen, hieß es. Das erste Quartal sei in der Produktion überwiegend planmäßig verlaufen.

Indus rechnet wegen Viruskrise mit Geschäftsknick - Aktie unter Druck
Die Beteiligungsgesellschaft Indus rechnet 2020 wegen der Corona-Pandemie mit einem deutlichen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis. "Wir arbeiten intensiv daran, die Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf die Indus-Gruppe zu begrenzen", sagte Unternehmenschef Johannes Schmidt am Montag laut Pressemitteilung. Große Risiken lägen in den Auswirkungen auf die weltweite Wirtschaft.

Leoni rechnet nach hohen Verlusten auch dieses Jahr mit schwerem Gang
Der kriselnde Autozulieferer und Kabelspezialist Leoni rechnet für das laufende Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie mit einem deutlich schlechteren Abschneiden als zuvor geplant. Bereits im vergangenen Jahr war der Konzern wegen der Marktschwäche und weiteren Problemen tief in die roten Zahlen gerutscht, der Verlust unterm Strich bezifferte sich auf 435 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Montag in Nürnberg mitteilte. Im Jahr zuvor hatte Leoni noch einen Gewinn von 73 Millionen Euro eingefahren.

rtr/dpa-AFX/iw


Bildquelle: Lisi Niesner/Reuters

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